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Eon-Zahlen: Märkte erholen sich in der Pandemie „schneller als erwartet“

·Lesedauer: 3 Min.

Der Energiekonzern verbucht nach Einbußen ein „operativ starkes drittes Quartal“. Aktuelle Corona-Maßnahmen sollen nicht zur Belastung werden.

Der Energiekonzern zeigt sich in der Coronakrise zuversichtlich. Der Teil-Lockdown soll kaum Auswirkungen auf das Geschäft haben. Foto: dpa
Der Energiekonzern zeigt sich in der Coronakrise zuversichtlich. Der Teil-Lockdown soll kaum Auswirkungen auf das Geschäft haben. Foto: dpa

Der Energiekonzern Eon hat nach eigenen Angaben ein „operativ starkes, drittes Quartal“ verbucht. Die Märkte hätten sich in der Corona-Pandemie schneller erholt als erwartet, teilte das Unternehmen am Mittwoch bei der Vorlage des Zwischenberichts mit.

Durch die gerade begonnene zweite Welle erwartet der Energiekonzern auch keinen neuerlichen Dämpfer – und sieht von einer weiteren Reduktion seiner Prognose ab. „Die aktuellen selektiven Lockdown-Maßnahmen in Eons Heimatmärkten werden aus heutiger Sicht keinen maßgeblichen Einfluss auf die Ganzjahresergebnisse haben“, teilte das Unternehmen mit. Die Eon-Aktie hat zum Handelsauftakt um 0,5 Prozent zugelegt.

Die Energiebranche ist vergleichsweise robust in der Coronakrise. Der Stromverbrauch ist zwar zeitweise deutlich gesunken, weil Industrieunternehmen ihre Produktion gedrosselt haben. Der Effekt ist aber begrenzt.

Während Stromproduzenten wie Uniper und RWE die Einbußen in der Regel auch komplett kompensieren konnten, musste Eon im ersten Halbjahr trotzdem spürbare Ergebniseffekte verkraften – auch wenn diese verglichen mit Unternehmen aus anderen Branchen milde ausgefallen sind. Eon ist seit der Übernahme von Innogy rein auf die Sparten Vertrieb und Netz fokussiert.

Auf Pro-forma-Basis sank das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in den ersten neun Monaten 2020 um rund 300 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss verringerte sich auf 1,1 Milliarden Euro von 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Dabei sind die Aktivitäten von Innogy, die Eon im Herbst vergangenen Jahres übernommen hat, in den Vorjahreswerten schon einberechnet.

Warmer Jahresanfang belastete Geschäft

Der Rückgang sei überwiegend auf die Belastungen durch die Covid-19-Pandemie und die außergewöhnlich warme Witterung Anfang des Jahres zurückzuführen, erläuterte Eon. Rund die Hälfte der Ergebniseffekte durch Covid-19 entfielen dabei auf das regulierte Netzgeschäft. Hier sank das Ergebnis auf Pro-forma-Basis um rund zehn Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

Da die Regulierungsbehörden aber in der Regel den Netzbetreibern gut kalkulierbare Erlöse für eine längere Periode gestatten, ist der Konzern zuversichtlich, dass er einen „Großteil dieser Effekte in den Jahren 2022 bis 202“ wieder aufholen kann.

Im Segment Kundenlösungen, dem Vertrieb, sank das Ebit auf Pro-forma-Basis um zehn Prozent auf knapp 400 Millionen Euro. Hier machte sich unter anderem das zum Jahresbeginn, also in der Heizperiode, recht warme Wetter – mit entsprechenden geringeren Absatzzahlen – bemerkbar.

Eon hatte vor einem Jahr mit Konkurrent RWE im großen Stil Aktivitäten getauscht. Dabei übernahm Eon die RWE-Tochter Innogy, behielt aber nur die Sparten Vertrieb und Netz. Die Essener bekamen im Gegenzug nicht nur die erneuerbaren Energien Innogys, sondern auch die Aktivitäten in diesem Bereich, die bisher Eon gehörten.

„Die Folgen der Pandemie konnten und können wir durch rechtzeitige und vorausschauende Maßnahmen begrenzen“, sagte deren Finanzvorstand Marc Spieker: „Daher fallen die nachhaltigen Auswirkungen moderat aus, unser Geschäftsmodell hat in der Krise seine hohe Resilienz bewiesen.“

Gut für die Aktie: Eon hält die Mittelfristziele bei

Im dritten Quartal konnte Eon leicht zulegen. Deshalb bestätigte der Konzern die zum Halbjahr um die Ergebniseffekte aus Covid-19 aktualisierte Jahresprognose. Das Düsseldorfer Unternehmen geht für das Geschäftsjahr 2020 weiterhin von einem bereinigten Ebit in der Bandbreite von 3,6 bis 3,8 Milliarden Euro aus – und einem bereinigten Konzernüberschuss von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro.

Gleichzeitig bestätigte Eon auch die mittelfristigen Ziele für Ergebnis und Dividendenausschüttung. Eon erwartet unter anderem aus der Innogy-Transaktion Synergien von rund 740 Millionen Euro ab 2022 und 780 Millionen Euro ab 2024.

Nach einer ersten Einschätzung der Analysten von Bernstein Research lagen die Ergebnisse weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Eon sei gut für die zweite Welle in der Pandemie vorbereitet, urteilten die Experten.