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Entwicklungsminister Müller: Auch Ärmere brauchen schnell Impfstoff

·Lesedauer: 1 Min.

OSNABRÜCK (dpa-AFX) - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller rät den Deutschen, in der Impfdebatte die globalen Folgen der Corona-Pandemie nicht außer Acht zu lassen. "Diese Diskussion halte ich für überzogen", sagte der CSU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) mit Blick auf die Debatte über Impfstoffmangel in Deutschland.

"Natürlich müssen wir alles daransetzen, bei uns so schnell wie möglich zu impfen. Wir müssen aber gleichzeitig in den Ausbau der weltweiten Produktionskapazitäten investieren", sagte Müller. Länder wie Südafrika hätten beispielsweise gute Voraussetzungen, um Impfstoffe für Afrika herzustellen. Es fehlten aber 25 Milliarden Euro, um wenigstens 20 Prozent der Bevölkerung in den Entwicklungsländern zu impfen.

"Wir müssen diese globale Dimension im Blick behalten, wenn wir die Pandemie stoppen wollen", forderte Müller. Der Impfstoff müsse auch den Ärmsten zur Verfügung stehen. "Nicht irgendwann, sondern in diesem Jahr." Dazu müsste Deutschland seinen Anteil an der globalen Impffinanzierung in diesem Jahr auf eine Milliarde Euro erhöhen. "Das wäre ein wichtiges Zeichen der internationalen Solidarität."

Weltweit habe die Corona-Pandemie eine dramatische Hunger-, Wirtschafts- und Armutskrise ausgelöst, sagte Müller. "Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir in Europa das Ausmaß der Konsequenzen nicht sehen."

Der CSU-Politiker fügte hinzu: "Durch den Lockdown sind Versorgungsketten zusammengebrochen - mit dramatischen Folgen in den Entwicklungsländern. Experten schätzen, dass 2 Millionen Menschen an Tuberkulose, Aids und Malaria sterben, weil Medikamente zur Behandlung nicht mehr ankommen." Fast 300 Millionen Menschen hätten bereits ihre Arbeit verloren. "Ohne Kurzarbeitergeld oder Sozialprogramme stehen sie vor dem Nichts. An diesen Folgen der Pandemie sterben mehr Menschen als am Virus selbst", sagte Müller.