Deutsche Märkte öffnen in 1 Stunde 2 Minute
  • Nikkei 225

    27.820,40
    +42,50 (+0,15%)
     
  • Dow Jones 30

    34.429,88
    +34,88 (+0,10%)
     
  • BTC-EUR

    16.369,55
    +153,18 (+0,94%)
     
  • CMC Crypto 200

    409,92
    +8,50 (+2,12%)
     
  • Nasdaq Compositive

    11.461,50
    -20,90 (-0,18%)
     
  • S&P 500

    4.071,70
    -4,87 (-0,12%)
     

Entspannung im Welthandel: Frachtkosten für Container fallen Richtung Vor-Corona-Niveau, Staus vor Häfen lösen sich auf

Die Staus vor wichtigen Seehäfen lösen sich auf, die Frachtkosten fallen. - Copyright: picture alliance / CFOTO | CFOTO
Die Staus vor wichtigen Seehäfen lösen sich auf, die Frachtkosten fallen. - Copyright: picture alliance / CFOTO | CFOTO

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten aus der Weltwirtschaft: Die seit Beginn der Corona-Pandemie durchweg schwierige Lage im Schiffsverkehr entspannt sich merklich. Die Transportkosten sinken und die Staus der Containerschiffe vor wichtigen Seehäfen bilden sich zurück. Das geht aus neuen Daten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hervor.

Ein wichtiger Grund für die Entspannung ist allerdings die Schwächephase der Weltwirtschaft. In Europa und Europa und Nordamerika sei die Nachfrage nach Waren aus China deutlich zurückgegangen. Die Frachtraten für Schiffsladungen von China in die USA oder nach Europa lägen teilweise wieder auf dem Niveau vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang 2020. Zwischenzeitlich waren sie bis auf das Zehnfache gestiegen.

 - Copyright: IfW Kiel
- Copyright: IfW Kiel

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie war der globale Warenverkehr heftig durcheinander geraten - unter anderem durch strikte Lockdowns in wichtigen Seehäfen in China. Die verfügbare Frachtkapazität sank. In der Corona-Zeit stieg zunächst aber die Nachfrage nach Gütern und deren Transport aus China zum Beispiel für Heimarbeit, Sport, Unterhaltung oder auch Medizin stieg aber.

In der Folge explodierten die Frachtraten bis auf das Zehnfache der lange Jahre üblichen Transportkosten. Seit rund vier Monaten gehen sie zurück. Auf der Route von China zur US-Westküste liegen sie fast wieder auf dem Niveau vor der Krise. Auf der Route von China nach Westeuropa ist das Vor-Krisenniveau noch nicht ganz wieder erreicht.

„Eine Abkühlung des globalen Handels könnte auch etwas Positives darstellen, wenn sich überspannte Lieferketten und Verkehrsstaus durch die Atempause erholen“, sagte IfW-Ökonom Vincent Stamer. Denn noch immer bremsten Lieferengpässe deutsche Unternehmen aus.

Eine zweite Folge des Corona-Chaos im Schiffsverkehr waren lange Staus der Containerschiffe vor den Häfen. Auch hier gibt es nun ersten Anzeichen der Entspannung. Allerdings steckten derzeit immer noch knapp 12 Prozent aller verschifften Waren im Stau. Am gravierendsten sei der Stau immer noch in der Nordsee. Doch auch in der Deutschen Bucht bilde sich der Stau zurück. Nur noch 12 Containerschiffe warten hier auf Abfertigung in Hamburg oder Bremerhaven. Vor einem Monat waren es noch 19.

 - Copyright: IfW Kiel
- Copyright: IfW Kiel

In das Bild eines schwächeren Welthandels passen die schwachen Werte im jüngsten Update des Kiel Trade Indikators für September. Danach stagniert der Welthandel im September. Für Deutschland zeigt der Indikator sogar leichte Rückgänge bei Importen und Exporten. Hierbei werden Warenströme betrachtet, Preiseffekte, die besonders die deutschen Energie-Importe verteuern, werden bereinigt.

Bei China steht einem Plus bei den Importen (3,9 Prozent) ein leichtes Minus bei den Exporten (-0,9 Prozent) gegenüber. Russland könne trotz der Sanktionen ein leichtes Plus zum Vormonat bei Importen (+0,2 Prozent) und Exporten erwarten (+0,8 Prozent).