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Entscheidung über Berliner Flughafenchef weiter offen

Frankfurt am Main/Berlin (dapd). Die Entscheidung über die künftige Geschäftsführung der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg ist noch nicht gefallen. Der als Anwärter auf den Posten gehandelte frühere Chef des Frankfurter Airports, Wilhelm Bender, hält die Frage weiter offen. Um die Personalie gab es am Wochenende Irritationen. Ein Medienbericht, wonach Bender den Posten übernehmen will, wurde wieder zurückgezogen.

Laut Onlineausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" reagierte Bender am Samstagabend auf dem Ball des Sports in Wiesbaden auf einen Zeitungsbericht, in dem ein langjähriger enger Mitarbeiter von ihm zu dem Angebot aus Berlin mit den Worten zitiert wurde: "Gehen Sie einmal davon aus, dass er es macht." Dazu habe Bender gesagt: "Ich kommentiere das nicht." Er habe auf dem Ball "jeden Kommentar zu Berlin abgelehnt", sagte Bender laut FAZ.net. Offenbar aufgrund eines Missverständnisses hatte die Zeitung ihn allerdings zuvor in einem Vorabbericht mit den Worten wiedergegeben: "Das dementiere ich nicht."

Angebot an Bender

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte dem 68 Jahre alten Manager die Position an der Spitze des Hauptstadtairports angeboten, nachdem der bisherige Flughafenchef Rainer Schwarz im Januar abberufen worden war. Bender, der sich einige Tage Bedenkzeit erbat, führte die Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport 16 Jahre lang, bevor er 2009 in den Ruhestand ging.

Ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg wollte sich auf dapd-Anfrage zu der Personalie nicht äußern. Schwarz musste wegen der mehrfachen Verschiebung des Eröffnungstermins seinen Posten räumen. Über die Nachfolge entscheidet der Aufsichtsrat. Die nächste Sitzung ist für den 13. Februar geplant.

Hoffnung auf Fortschritte beim Bau

Der Aufsichtsrat erhofft sich, dass das größte Infrastrukturprojekt Ostdeutschlands endlich vorangetrieben wird. Der Eröffnungstermin wurde wegen Baumängeln und Planungsfehlern bereits vier Mal verschoben. Insbesondere die Brandschutzanlage macht Probleme. Ein neuer Termin zur Inbetriebnahme ist bisher nicht in Sicht. Anteilseigner der Flughafengesellschaft sind Berlin, Brandenburg und der Bund.

Unterdessen räumte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eigene Fehler im Zusammenhang mit dem Hauptstadtflughafen ein. "Vielleicht wäre es besser gewesen, dem Flughafenmanagement eher zu misstrauen und nicht immer neue Starttermine zu nennen", sagte Ramsauer der "Rheinischen Post" (Montagausgabe).

Zum Profil des neuen Flughafenchefs in Berlin sollten nach Ansicht des Ministers hervorragende Managementfähigkeiten sowie wirtschaftliche, technische und soziale Kompetenz gehören. Im Interesse des Wirtschaftsstandortes Deutschland brauche die neue Spitzenkraft eine "patriotische Berufung", sagte Ramsauer. Er glaubt, dass der Flughafen "irgendwann eine Erfolgsgeschichte" sein wird - "auch wenn wir vorher noch einige Probleme lösen müssen".

dapd