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Enormer Anstieg des Haushaltsdefizits in Spanien wegen Corona-Krise

MADRID (dpa-AFX) - Wegen der Corona-Pandemie wird das Haushaltsdefizit in Spanien dieses Jahr auf das höchste Niveau seit dem Höhepunkt der Euro-Krise in die Höhe schießen. Man erwarte wegen sinkender Steuereinnahmen und höherer Staatsausgaben ein Minus von knapp 116 Milliarden Euro oder 10,34 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), teilte die Regierung am Freitag in Madrid mit. Das wäre das höchste Defizit seit 2012, als 10,7 Prozent registriert wurden. Im vorigen Jahr hatte sich der Fehlbetrag auf 2,8 Prozent belaufen. Die neuen Prognosen wurden der EU-Kommission übermittelt.

Das Coronavirus habe alle Pläne für 2020 "total über den Haufen geworfen", sagte Finanzministerin María Jesús Montero. Man habe das Gesundheitssystem stärken, die Familien schützen und die Unternehmen und Selbstständigen mit Liquidität versorgen müssen. Dadurch würden sich die öffentlichen Ausgaben um rund zehn Prozent auf knapp 577 Milliarden Euro erhöhen. Wegen der Wirtschaftskrise würden die Einnahmen derweil der Prognose zufolge um 5,3 Prozent auf gut 461 Milliarden Euro fallen, so Montero.

Das BIP wird unterdessen 2020 nach der Schätzung der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez nach einem Plus von rund zwei Prozent im vorigen Jahr um etwa 9,2 Prozent schrumpfen. Madrid erwartet außerdem einen Anstieg der Arbeitslosenrate von 13,8 Prozent Ende 2019 auf circa 19 Prozent in diesem Jahr.

Im ersten Quartal schrumpfte das spanische BIP infolge der Corona-Krise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um 4,1 Prozent, wie das nationale Statistikinstitut am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum Vorquartal betrug der Rückgang demnach 5,2 Prozent.

Mit mehr als 24 800 Toten und über 215 000 Infektionsfällen ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder der Welt. Im ganzen Land gilt deshalb seit dem 15. März und noch mindestens bis zum 9. Mai der sogenannte Alarmzustand, die dritthöchste Notstandsstufe Spaniens.