Deutsche Märkte öffnen in 34 Minuten
  • Nikkei 225

    29.215,52
    +190,06 (+0,65%)
     
  • Dow Jones 30

    35.258,61
    -36,15 (-0,10%)
     
  • BTC-EUR

    53.507,63
    -358,59 (-0,67%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.455,77
    +4,14 (+0,29%)
     
  • Nasdaq Compositive

    15.021,81
    +124,47 (+0,84%)
     
  • S&P 500

    4.486,46
    +15,09 (+0,34%)
     

Energiewende: "Man darf den Leuten keinen Sand in die Augen streuen"

·Lesedauer: 2 Min.

Die Energiewende ist festgefahren. Um den Kurs zu retten, muss die neue Regierung groß denken: Forscher haben dafür eine Gebrauchsanweisung entwickelt.

Die fossilen Energieträger gegen ihrem Ende entgegen. Aber der Showdown wird hart, sagen die Autoren der Studie.  © Zbynek Burival/​unsplash.com
Die fossilen Energieträger gegen ihrem Ende entgegen. Aber der Showdown wird hart, sagen die Autoren der Studie. © Zbynek Burival/​unsplash.com

ZEIT ONLINE: Frau Pittel, Herr Sauer, Herr Renn – Sie sind eine Ökonomin, ein Physiker und ein Wissenschaftshistoriker, und zusammen mit Kolleginnen und Kollegen haben Sie ein Papier geschrieben, in dem Sie einen "Neustart" bei der Energiewende fordern. Ist es so schlimm, dass man ganz von vorne anfangen muss?

Jürgen Renn: Es braucht tatsächlich eine Bündelung von Kompetenzen und eine Konzentration auf das Wichtige. Momentan sind die Zuständigkeiten zersplittert, einzelne Bereich sind überreguliert, Sektoren wie Gebäude, Verkehr oder Industrie werden isoliert voneinander betrachtet – die Energiewende, die so ambitioniert gestartet ist, hat sich im Klein-Klein verfahren und steckt fest. Die neue Regierung muss den systemischen Charakter begreifen. Der droht gerade nämlich aus dem Blick zu geraten.

ZEIT ONLINE: Hinter dem Papier steht das Projekt "Esys – Energiesysteme der Zukunft" von Leopoldina, Akademie der Technikwissenschaften acatech und der Akademieunion. Konnten Sie sich einigen, womit man anfangen sollte?

Dirk Uwe Sauer: Wirklich jede Bemühung beginnt damit, dass wir uns neue Energiequellen erschließen müssen. Und das sind vor allem Wind und Photovoltaik. Die anderen Quellen sind auch wichtig, haben aber eher kleinere Anteile. Aber der Ausbau bei Wind und Sonne ist in den vergangenen Jahren viel zu langsam passiert. Der Rest baut dann darauf auf.

ZEIT ONLINE: Woran denken Sie dabei?

Sauer: An grünen Wasserstoff etwa, oder wie wir erneuerbare Energie in den Mobilitätssektor bringen. Dafür muss erst mal genügend Strom zur Verfügung stehen. Wenn wir unsere Klimaziele von 2030 einhalten wollen, müssen wir sofort den Schalter umlegen. Die sind extrem hart und es braucht einen enormen Ausbau.

Karen Pittel: Um auf der systemischen Ebene Veränderungen zu erzeugen, brauchen wir einen höheren CO2-Preis. Der muss durch weitere Maßnahme wie den Umbau der Infrastruktur unterstützt werden. Die Regierung ist dabei aber doppelt in der Verantwortung. Sie muss nicht nur die Kosten der Dekarbonisierung im Griff, sondern auch die Sozialverträglichkeit im Auge behalten.

Lesen Sie hier weiter!

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.