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Energiekrise: JPMorgan, Deutsche Bank & Co. stellen Warmwasser und Springbrunnen ab und bereiten Diesel-Generatoren vor

Bürogebäude einschließlich der Konzernzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. - Copyright: Thomas Lohnes/Getty Images
Bürogebäude einschließlich der Konzernzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. - Copyright: Thomas Lohnes/Getty Images

Große Banken in ganz Europa setzen Maßnahmen am Arbeitsplatz um, um den Energieverbrauch zu senken. Denn Russland hat als Reaktion auf westliche Sanktionen im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine seine Gasexporte stark reduziert.

Der Kreml stellte in der vergangenen Woche seinen Erdgasfluss nach Europa über die wichtige Pipeline Nord Stream 1 ein und sagte, er werde sie nicht wieder öffnen, bis der Westen die Sanktionen gegen Moskau aufhebt, die nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar verhängt wurden.

Reuters berichtete am Mittwoch, dass globale Banken in Europa begonnen hätten, ihren Energieverbrauch einzuschränken, um sich auf Rationierungen und Stromausfälle vor dem Winter vorzubereiten.

Die Standorte von JPMorgan in Europa haben Stromausfallsimulationen durchgeführt, um sich auf einen Stromausfall vorzubereiten, sagte ein mit der Angelegenheit vertrauter Insider "Reuters". Dem Insider zufolge könnte die Bank zudem Dieselgeneratoren verwenden, um einige Büros für ein paar Tage in Betrieb zu halten, wenn sich die Situation verschlechtern sollte.

JPMorgan wollte sich gegenüber Insider zu seinen Energiesparplänen jedoch nicht äußern.

Der deutsche Bankenriese Deutsche Bank teilte Reuters mit, er schalte das Warmwasser in Waschräumen ab, reduziere die Raumtemperatur in Büros und stelle den Springbrunnen vor seinem Hauptbüro in Frankfurt am Main ab. Die Bank teilte Insider auch mit, dass sie über Nacht beleuchtete Außenwerbung und einige Beleuchtungen an ihren Arbeitsplätzen ausschalte.

Ebenso der Schweizer Versicherer Zurich: Er teilte Insider mit, er plane, die Bürobeleuchtung über Nacht auszuschalten und keine dekorativen Elemente mehr zu verwenden, die Energie verbrauchen, einschließlich Springbrunnen. Sollte sich die Energiekrise verschlimmern, würden Dienste wie das Fitnessstudio des Unternehmens geschlossen und nur bestimmte Stockwerke seiner Büros geöffnet. Die Börsenfirma Euronext teilte Reuters mit, dass sie Notstromaggregate habe und ihren Energieverbrauch seit Kriegsbeginn neu bewertet habe.

UniCredit, eine der größten Banken Italiens, wird von zwei unabhängigen Kraftwerken mit Strom versorgt, die zwei ihrer Rechenzentren mit Energie versorgen könnten, sagte eine Quelle Reuters, ohne offenzulegen, wie lange die Stromversorgung dauern würde.

Frankreichs größte Bank, BNP Paribas, hat ebenfalls Schritte unternommen, um sich vor Lieferengpässen zu schützen, berichtete Reuters unter Berufung auf eine banknahe Quelle.

Abgesehen von JPMorgan und Zurich haben die in diesem Artikel erwähnten Unternehmen nicht sofort auf Anfragen von Insider nach Kommentaren reagiert.

Es sind nicht nur Banken, die in diesem Jahr beim Stromverbrauch hart durchgreifen. Die europäischen Regierungen haben vor dem Winter Maßnahmen ergriffen, um Energieknappheit zu verhindern. Deutschland hat das "energieintensive Heizen" privater Schwimm- und Badebecken verboten, während Finnland die Menschen dazu angehalten hat, weniger Zeit in Saunen und Duschen zu verbringen.

Dieser Artikel wurde von Julia Poggensee aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.