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Endspurt: Uniabschluss und Jobstart unter einen Hut bringen

Guido Kirchner/dpa/dpa-tmn

Aalen/Lübeck (dpa/tmn) - Neigt sich das Studium dem Ende zu, steigt oftmals der Druck: Nicht nur die Abschlussarbeit will geschrieben werden, auch der Berufseinstieg rückt näher. Vielleicht will man sogar schon erste Bewerbungen verschicken. Oder man plagt sich mit der Entscheidung: Soll man vielleicht lieber doch noch einen Master draufsetzen, womöglich auch neben dem ersten Job?

Miriam Bischoff von der Zentralen Studienberatung der Hochschule Aalen und Vorsitzende des Berufsverbandes Studien- und Laufbahnberatung in Baden-Württemberg kennt diese Zweifel. «Studierende haben oft wenig Ahnung davon, was man mit ihrem Studium anfangen kann», sagt sie.

Die Beraterin empfiehlt deshalb, sich schon früh im Studium über Perspektiven und Berufsaussichten zu informieren. Gerade an Universitäten kämen Praxiserfahrungen in Form von Praktika oft zu kurz. Doch auch die Abschlussarbeit lässt sich nutzen: «Man kann versuchen, ein Thema zu finden, was in die gewünschte berufliche Richtung geht, um Weichen zu stellen und sich selbst zum Experten zu machen», sagt Bischoff.

Schreiben mit Blick auf den Arbeitsmarkt

Rat in der Phase des Studienabschlusses gibt es bei Beratungsstellen der Hochschulen oder der Studierendenwerke sowie dem Career Service. Auch Berufsverbände sind laut Bischoff eine gute Anlaufstelle. Sie ermutigt Studierende, den Kontakt zu suchen und «einfach mal eine E-Mail zu schreiben». Ebenso können Alumninetzwerke Inspiration liefern - oder Möglichkeiten zum Netzwerken bieten, etwa in Form von Veranstaltungen oder über Online-Plattformen.

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Außerdem sinnvoll: Neben dem Schreiben der Abschlussarbeit den Arbeitsmarkt im Blick behalten - und auf das richtige Timing achten. Entdeckt man bereits während des Schreibens der Abschlussarbeit einen Job, den man gerne hätte, stellt sich schließlich die Frage: Schon einmal bewerben oder lieber auf eine spätere Gelegenheit hoffen?

«Unternehmen ist es wichtig, schnell einzustellen, die wollen nicht warten», sagt Bischoff. Manchmal gibt es bei Unternehmen aber auch Verhandlungsspielraum. Eventuell lässt sich der Einstellungsstart dem Abgabedatum anpassen oder der Berufseinstieg kann in Teilzeit erfolgen. Sinnvoll ist laut Bischoff in jedem Fall, dass man das Ende der Abschlussarbeit absehen kann, wenn man sich bewirbt.

Einen Überblick verschaffen

Entschließt man sich in der allerletzten Phase des Studiums schon parallel im Job zu starten, vielleicht weil man ein Angebot bekommt, das man nicht ablehnen will, muss man auf jeden Fall mit einer Doppelbelastung rechnen.

Doch wie lässt sich diese meistern? Productivity Coachin Linda Wulff rät, sich vor dem Schreiben der Arbeit eine Übersicht über Teilaufgaben zu verschaffen. «Die meisten Menschen sind Big Picture Thinker», sagt sie. Aus dem Überblick lassen sich dann einzelne Schritte ableiten. Diese können in einen Wochen- beziehungsweise Monatsplan integriert werden.

Hilfreich ist laut Wulff außerdem: sich konkrete Zeiten zum Schreiben der Arbeit zu blocken. «Bei den Blöcken sollte man auf seinen persönlichen Biorhythmus achten», empfiehlt sie. «Wenn ich es von mir kenne, dass ich nachmittags oft ein Tief habe, dann werde ich nach der Arbeit wahrscheinlich keine Energie mehr zum Schreiben aufbringen.» Womöglich muss man in so einem Fall also am Wochenende die Abschlussarbeit schreiben - oder früh morgens.

Um in der veranschlagten Zeit produktiv zu arbeiten, empfiehlt Wulff die «Timeboxing-Methode». Dabei geht es darum, mit sich selbst und dem inneren Energiewächter, wie Wulff es nennt, zu verhandeln. «Ich sage mir, ich arbeite jetzt 45 Minuten ganz konzentriert, danach gibt es eine Pause», erklärt sie. «Meist tritt der Energiewächter in Erscheinung, wenn wir zu lange an etwas arbeiten wollen.» Deshalb seien Pausen, aber auch das Feiern von Erfolgen sehr wichtig.

Die «Erledigt»-Liste einführen

Hierfür sinnvoll: sich digital oder mit Post-its eine Auflistung nach Vorbild eines sogenannten Kanban Boards anlegen. Hier gibt es drei Spalten: «To Do», «Doing» und «Done». Zuerst wird alles aufgeführt, was noch erledigt werden muss, dann das, was gerade getan wird, und schließlich kommt die Kategorie «Done». In ihr wird alles aufgelistet, was schon erledigt ist. Während Wulff die «Doing-Spalte» auch als Kontrolle sieht, ob man sich gerade überarbeitet, ist die «Done-Spalte» ein Erfolgsmesser.

Die «To Do»-Spalte will einfach nicht leerer werden? Ein Tipp: Zusammen leidet es sich besser. Das Treffen mit Gleichgesinnten in einer Schreibgruppe kann helfen, Blockaden zu überwinden. Der soziale Druck hält einen außerdem vom Aufschieben ab. Wer niemanden kennt, der ebenfalls konzentriert arbeiten muss: die Studierendenwerke der Universitäten bieten oft Schreibgruppen an, manchmal sogar online.

Oder stimmt einfach das Setting nicht? Manchmal hilft es, die Arbeitsumgebung zu wechseln: Viele Studierenden arbeiten zum Beispiel effektiver in der Bibliothek statt zu Hause. Andere können sich gut in einem Café konzentrieren.