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Wichtige Trendwende bei den Reallöhnen: Erstmals seit zwei Jahren steigen die Löhne und Gehälter wieder stärker als die Preise

Die Reallöhne steigen wieder: Erstmals seit mehr als zwei Jahren sind die Löhne und Gehälter in Deutschland stärker gestiegen als die Preise. - Copyright: Picture Alliance
Die Reallöhne steigen wieder: Erstmals seit mehr als zwei Jahren sind die Löhne und Gehälter in Deutschland stärker gestiegen als die Preise. - Copyright: Picture Alliance

Es ist eine wichtige Trendwende: Im Frühjahr sind die Löhne und Gehälter erstmals seit zwei Jahren wieder stärker gestiegen als die Preise. Damit nahm die Kaufkraft der Einkommen zu. Das Plus der Reallöhne fiel mit 0,1 Prozent im zweiten Quartal 2023 zwar noch klein aus, teilte das Statistische Bundesamt mit. Ökonomen erwarten aber, dass die Inflation in den kommenden Wochen spürbar abnimmt, die Preise also langsamer steigen. Gleichzeitig kommen viele Lohn- und Gehaltserhöhungen aus den jüngsten Tarifrunden bei den Haushalten an. Die Reallöhne dürften damit weiter zulegen.

Im zweiten Quartal waren die Löhne in Deutschland um 6,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Dies war der höchste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe 2008. Im gleichen Zeitraum stiegen die Verbraucherpreise um 6,5 Prozent. Die Reallöhne lagen damit um 0,1 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. „Damit sind sie zum ersten Mal seit insgesamt zwei Jahren wieder leicht gestiegen“, teilten die Statistiker mit.

Steigende Reallöhne bedeuten, dass die Kaufkraft der Einkommen zunimmt. Ökonomen erhoffen sich daraus auch Rückenwind für den Konsum und damit für die angeschlagene Konjunktur in Deutschland. Im August haben sich jedoch sowohl die Einkommenserwartungen als auch die Kauflust der Deutschen überraschend deutlich verschlechtert.

Konjunktur: Die Stimmung der Verbraucher hat sich im August verschlechtert, ergibt das GfK-Verbrauchervertrauen.
Konjunktur: Die Stimmung der Verbraucher hat sich im August verschlechtert, ergibt das GfK-Verbrauchervertrauen.

Zu dem starken Lohnwachstum hätten neben Tariferhöhungen auch Auszahlungen der staatlich begünstigten Inflationsausgleichsprämie beigetragen. Arbeitgeber können sie bis zum 3.000 Euro steuer- und abgabefrei zahlen. „Auch die Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro pro Stunde im Oktober 2022 hatte einen positiven Effekt auf das gesamtwirtschaftliche Lohnwachstum im 2. Quartal 2023“, schreibt das Bundesamt.

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Am stärksten war das Lohnwachstum daher auch bei den geringfügig Beschäftigten mit 9,7 Prozent. Dies liege neben der Mindestlohnerhöhung auch an der Anhebung der Minijob-Verdienstgrenze von monatlich 450 auf 520 Euro.

Für Teilzeitkräfte und Auszubildende stiegen die Löhne mit plus 7,2 beziehungsweise 8,4 Prozent ebenfalls stark. Dagegen stiegen die Löhne von Beschäftigten in Vollzeit um durchschnittlich 6,3 Prozent und damit noch etwas langsamer als die Preise. Bei den Vollzeitbeschäftigten wiederum hatte ebenfalls das Fünftel mit den geringsten Verdiensten mit plus 11,8 Prozent die stärksten Verdienststeigerungen.

Im Vergleich der Branchen stiegen die Löhne im Gastgewerbe mit +12,6 Prozent besonders deutlich. Gleiches gilt für den Wirtschaftsabschnitt Kunst, Unterhaltung und Erholung (+11,9 Prozent). Auch die Beschäftigten in den Bereichen Verkehr und Lager profitierten von einem überdurchschnittlichen Lohnanstieg (+10,0 %). Hierzu zählt auch die Luftfahrt. Bei diesen Anstiegen handele es sich auch um auf Aufholeffekte, da die Sektoren in der Corona-Krise vom Lockdown und Kurzarbeit betroffen waren. In fast allen Branchen seit das Niveau vor der Corona-Krise wieder erreicht worden.

Die deutsche Wirtschaft schrumpft in diesem Jahr um 0,5 Prozent, erwartet das IW.
Die deutsche Wirtschaft schrumpft in diesem Jahr um 0,5 Prozent, erwartet das IW.