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"Am Ende zahlt dafür der Kunde": Rewe-Chef kritisiert Preisforderungen und Lieferprobleme der Lebensmittelindustrie

·Lesedauer: 2 Min.
Rewe-Chef Lionel Souque: "Wir müssen aufpassen, dass wir diese Unternehmen mit ihren Forderungen nicht durchkommen lassen."
Rewe-Chef Lionel Souque: "Wir müssen aufpassen, dass wir diese Unternehmen mit ihren Forderungen nicht durchkommen lassen."

Der Handelsriese Rewe sieht sich zurzeit mit einer Welle von Preisforderungen aus der Lebensmittelindustrie konfrontiert. "Es gab noch nie so viele Forderungen nach Preiserhöhungen von der Industrie wie in diesem Jahr", sagte Rewe-Chef Lionel Souque der Deutschen Presse-Agentur. Ein Teil der Preiserhöhungen sei berechtigt, räumte der Manager ein. Denn bei vielen Produkten wie Nudeln oder Kaffee seien die Rohwarenpreise zuletzt deutlich gestiegen. "Doch es gibt auch Hersteller, die nur auf der Preiswelle mitreiten wollen", klagte Souque.

Es gebe multinationale Konzerne, die gegenüber ihren Aktionären damit prahlten, wie sie ihre Kosten gesenkt hätten und dennoch versuchten, sich an die Preiswelle zu hängen. "Wir müssen aufpassen, dass wir diese Unternehmen mit ihren Forderungen nicht durchkommen lassen, denn am Ende zahlt dafür der Kunde", sagte Souque. Deshalb sei es auch wichtig, dass Rewe genug Verhandlungsmacht habe.

"Völlig ungewöhnlich und teilweise inakzeptabel"

Der Manager klagte gleichzeitig über wachsende Lieferprobleme. "Auch im Lebensmittelhandel sind Lieferengpässe in Deutschland inzwischen Alltag. In vielen Wochen werden zurzeit von der Industrie weniger als 90 Prozent der bestellten Lebensmittel geliefert. Das ist völlig ungewöhnlich und teilweise inakzeptabel", sagte er.

Manchmal fehle es an Rohstoffen oder an Verpackungsmaterial. Oft sei aber auch schlechte Organisation der Lebensmittelkonzerne daran schuld, sagte Souque. Gerade multinationale Konsumgüterhersteller hätten oft, um Geld zu sparen, auf einen eigenen Fuhrpark oder langfristige Verträge mit Logistikfirmen verzichtet und die benötigen Transportkapazitäten lieber kurzfristig preiswert eingekauft. "Das fällt ihnen jetzt auf die Füße. Denn der Markt ist leer gefegt und sie bekommen einfach keine Lkws für den Transport ihrer Produkte zum Handel."

Wie lange dieser Zustand andauern werde, wisse er nicht, betonte der Manager. Für die Kunden sei der Schaden aber begrenzt. Es gebe keine Artikelgruppe, in der die Regale leer seien. Überall gebe es die Möglichkeit, bei Engpässen auf andere Marken auszuweichen.

"Leichtes Umsatzwachstum"

Nach den deutlichen Umsatzzuwächsen zu Beginn der Corona-Krise war auch 2021 für Rewe und die Discounttochter Penny in Deutschland Souque zufolge wieder ein gutes Jahr – auch wenn die exorbitanten Wachstumsraten des ersten Corona-Jahres 2021 nicht wieder erreicht worden seien. Im kommenden Jahr rechnet der Konzern in den Supermärkten in Deutschland nur noch mit einem "leichten Umsatzwachstum".

Die Rewe-Touristiksparte, zu der bekannte Marken wie Dertour, ITS und Kuoni gehören, litt dagegen auch in diesem Jahr unter der Pandemie. "Wirtschaftlich war die Corona-Pandemie für die Rewe-Touristik ein Riesenproblem. Im Jahr 2020 summierten sich die Verluste dort auf über 400 Millionen Euro. Dieses Jahr dürften wir den Verlust ungefähr halbieren – auf etwas mehr als 200 Millionen Euro", sagte Souque. Dennoch halte der Konzern an der Sparte fest. Um stärker und schneller als die Konkurrenz aus der Krise herauszukommen, habe Rewe das Touristikgeschäft in der Pandemie durch Übernahmen verstärkt – gerade im Bereich exklusiver Angebote.

dpa/rwi

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