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Das Ende vom Kabelsalat? Neue EU-Richtlinie fordert USB-C als alleinige Handy-Ladebuchse

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Apple setzt bei seinen iPhone-Modellen derzeit noch auf den eigenen Lightning-Standard. Die EU will die Hersteller jedoch zur Verwendung von USB-C als Ladebuchse verpflichten. (Bild: Apple)
Apple setzt bei seinen iPhone-Modellen derzeit noch auf den eigenen Lightning-Standard. Die EU will die Hersteller jedoch zur Verwendung von USB-C als Ladebuchse verpflichten. (Bild: Apple)

Die große Gleichmachung: Die EU will Hersteller von Elektrogeräten per Gesetz dazu zwingen, eine einheitliche Ladebuchse zu verwenden. Diese soll USB-C sein. Eine herbe Schlappe für den Tech-Giganten Apple.

Eine Buchse für alles? Die EU-Kommission hat einen Gesetzesentwurf erarbeitet, wonach Elektronikhersteller künftig USB-C-Anschlüsse zum Aufladen ihrer Geräte verwenden müssen. Der "Süddeutschen Zeitung" lag der 18-seitige Richtlinienentwurf vorab vor. Der Zwang zu einer einheitlichen Ladebuchse würde nicht nur Handys, Smartphones und Tablets betreffen, sondern auch Kopfhörer, Kameras oder Spielekonsolen.

Ziel der Maßnahme ist es, einerseits Verbrauchern das Leben zu erleichtern, weil Kabel und Stecker dann universell einsetzbar wären und überall passen würden. Gleichzeitig zwingt das Gesetz Hersteller dazu, Geräte auch ohne Ladegeräte anzubieten. Kunden können dann selbst entscheiden, ob sie ihre vorhandenen Netzteile verwenden und die Umwelt schonen oder einen Mehrpreis für ein neues Ladegerät bezahlen wollen. Fast 1.000 Tonnen Elektromüll jährlich sollen auf diese Weise verhindert werden. Die Bürger und Bürgerinnen der EU könnten sich obendrein fast 250 Millionen Euro pro Jahr an Kosten sparen.

Eine Buchse und ein Kabel für alles: USB-C soll das Leben der Bürger und Bürgerinnen leichter machen - und für weniger Elektroschrott sorgen. (Bild: Apple)
Eine Buchse und ein Kabel für alles: USB-C soll das Leben der Bürger und Bürgerinnen leichter machen - und für weniger Elektroschrott sorgen. (Bild: Apple)

Apple will nicht

Der Entwurf, der eine Übergangsfrist von zwei Jahren vorsieht, rennt offene Türen ein: Viele Hersteller setzen schon auf USB-C und lassen das Ladegerät bereits weg. Einen prominenten Gegner hat die Richtlinie dennoch: Apple. Der Konzern aus Cupertino setzt zumindest bei seinen iPhones, günstigen iPad-Modellen und Zubehör derzeit noch ausschließlich auf den eigenen, etwas flacheren Lightning-Standard. Der US-Hersteller hat sich stets gegen gesetzliche Vorgaben ausgesprochen: Allzu strikte Vorgaben könnten Innovationen gefährden, argumentiert das Unternehmen. Außerdem seien die Apple-Ladegeräte (!) bereits mit einem USB-C-Anschluss ausgestattet - wenngleich das andere Ende des Kabels ein Lightning-Anschluss ist. Mit einer Zwangsabschaffung der Lightning-Buchse würden riesige Mengen Elektroschrott entstehen, argumentiert Apple weiter.

Für die EU-Kommission wäre die Verabschiedung des Gesetzes, dem EU-Parlament und EU-Staaten noch zustimmen müssen, das Ende eines langen Kampfs gegen den Kabelsalat, der bereits 2009 begann. Nach Drängen aus Brüssel versprach die Industrie im Rahmen einer Grundsatzvereinbarung, das Problem anzugehen. Mit Erfolg: Die Zahl der Anschlusstypen sank von 30 auf drei: USB-C, Lightning und das mittlerweile veraltete Micro-USB. Die Vereinbarung lief 2012 jedoch aus, ohne dass sich ein einheitlicher Ladestecker durchsetzte. Eine weitere freiwillige Initiative der Hersteller wies die EU-Behörde jedoch 2018 als unzureichend zurück und bereitete stattdessen ein Gesetz vor.

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