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Emirates macht 3,8 Milliarden US-Dollar Verlust

·Lesedauer: 2 Min.

Die Fluggesellschaft aus Dubai eilte von Rekord zu Rekord. Doch nun leidet sie stark unter der Coronakrise. Denn Emirates hat ein besonderes Problem.

Die größte Langstrecken-Fluggesellschaft der Welt hat das erste Halbjahr 2020 mit einem heftigen Verlust abgeschlossen. Für die gesamte Emirates Group betrug dieser 3,8 Milliarden US-Dollar und war damit größer als der 3,7 Milliarden Dollar betragende Umsatz. Das teilte der Konzern am Stammsitz in Dubai mit.

Damit flog die bisher von Rekord zu Rekord eilende Airline erstmals seit 30 Jahren einen Halbjahresverlust ein. Im Vorjahr hatte Emirates noch 1,2 Milliarden Dollar Gewinn ausgewiesen.

Das Geschäftsjahr von Emirates beginnt am 1. April. Damit wurde der Ausbruch der Corona-Pandemie voll erwischt, die Zahl der beförderten Passagiere brach um 95 Prozent auf 1,5 Millionen ein. Der Umsatz sank um drei Viertel. Um die Auswirkungen der Krise abzumildern, hat das Emirat Dubai zwei Milliarden Dollar an frischem Kapital in Emirates investiert.

Der Konzern wird laut Analysten besonders hart getroffen, da er nur internationale Flüge anbiete und als Betreiber der mit Abstand größten Flotte des Airbus-Großraumfliegers A380 besonders unflexibel sei. Die Airline hat bereits beschlossen, das Modell auszumustern.

Inzwischen spart Emirates auch am Personal: Die Zahl der Beschäftigten im Konzern, zu dem neben der Airline auch Reisebüros, Datenanbieter und Flugzeugabfertiger gehören, war zwischen April und September um 24 Prozent auf 81.334 gefallen. Wie viele davon Piloten und Kabinenpersonal waren, teilte die Gruppe nicht mit.

Großraumflieger zu Frachtmaschinen umfunktioniert

Scheich Ahmed bin Saeed Al Maktoum, der sowohl der Airline als auch der Gruppe vorsteht und Mitglied der Herrscherfamilie des Emirats Dubai ist, zeigte sich trotz des gewaltigen Ausmaßes der Krise zuversichtlich: Der Konzern werde durch die Regierung „Zugang zu ausreichenden Finanzmitteln haben“, sagte Al Maktoum.

Die Fluggesellschaft habe sich nach „dem Stillstand des Passagierverkehrs schnell angepasst, um die Fracht-Nachfrage und andere Renditepotenziale zu bedienen“. Das habe geholfen, immerhin Einnahmen „von null auf 26 Prozent des Vorjahres zurückzugewinnen“.

Die für den Passagiertransport in Pandemiezeiten zu großen A380 würden nun vermehrt für Luftfracht eingesetzt, teilte das Unternehmen mit. Dabei gehe es vor allem um den Transport von dringend benötigtem medizinischem Material und Gerät.

Dubai ist inzwischen für Touristen wieder geöffnet und wirbt damit, im Falle einer Corona-Infektion voll versichert zu sein. Die eigentlich für diesen Oktober geplante Weltausstellung Expo2020, die auch Emirates zusätzliche Passagiere bringen sollte, ist um ein Jahr verschoben worden.