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Warum Eltern für ihre Kinder frühzeitig mit dem ETF-Sparen beginnen sollten

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Happy Family, sorgenfrei Millionär
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Vor einigen Jahrzehnten zahlten gewissenhafte Eltern die Geldgeschenke ihrer Kinder regelmäßig auf dem Sparbuch ein, wo sie gute Zinsen erwirtschafteten. Das war einfach und weil es keine Wertschwankungen gab, beteiligte sich ein Großteil der Bevölkerung daran.

Zinsen bestimmen die Geldanlage

Doch in Zeiten der Negativzinsen lohnt sich das Sparbuch heute nicht mehr. Was können Eltern also tun, wenn sie für ihre Kinder etwas Vermögen aufbauen wollen? Vergleichen wir einmal die einzelnen Anlageklassen, gibt es aufgrund der fehlenden Zinsen nach wie vor keine Alternative zur Aktie. Sollten die Zinsen später tatsächlich einmal wieder steigen, würden wir es alle auf dem Sparbuch, Tages- oder Festgeldkonto bemerken.

Doch derzeit sieht es eher danach aus, dass die Zinsen wahrscheinlich noch eine Dekade niedrig bleiben. Dies hat zumindest (obwohl es sehr erstaunlich ist) die aktuelle Präsidentin der europäischen Zentralbank Christine Lagarde angekündigt.

Langfristig sinken die Risiken

Wer die Risiken von Aktien scheut, sollte sich vor Augen halten, dass sie mit zunehmender Haltedauer immer weiter sinken. Alles was zählt, ist also den breiten Markt zu wählen, regelmäßige Käufe und ein langer Atem. Wer zehn Jahre mitbringt, ist bereits zu fast 100 % auf der sicheren Seite. Wer noch länger dabei bleibt, kann zudem damit rechnen, bessere Renditen als mit jeder anderen Anlageklasse zu erzielen.

Zeit spielt bei der Aktienanlage also eine entscheidende, wenn nicht sogar die wichtigste Rolle. Deshalb sollten Eltern für ihre Kinder so zeitig wie möglich mit dem Sparen und Investieren beginnen. Wir sollten dabei auch nicht auf den perfekten Moment warten, denn diesen gibt es nicht.

Was sich allerdings lohnen kann, ist der Kauf von Aktien-ETFs immer nur dann, wenn der Markt gerade korrigiert. Dies kommt beispielsweise beim DAX regelmäßig vor. Wir können aber auch einfach einmal im Jahr mit den Ersparnissen der Kinder Aktien-ETFs kaufen. So erhalten wir einen Durchschnittspreis, steigen also nie zu teuer ein.

Je zeitiger wir beginnen, desto besser

Frühzeitiges Investieren in ETFs bringt aber nicht nur den Vorteil, dass unser Verlustrisiko mit der Zeit sinkt, sondern führt aufgrund des Zinseszinseffektes am Ende auch zu den größeren Vermögen. Eltern, die also direkt nach der Geburt jeden Monat 100 Euro für ihr Kind zurücklegen und diesen Betrag einmal im Jahr beispielsweise in einen MSCI-World-ETF investieren, können bei durchschnittlich 6,5 % Rendite bis zum 18. Geburtstag schon stattliche 38.892 Euro aufbauen.

Dabei liegen die Einzahlungen am Ende bei 21.600 Euro, während die Zinserträge 17.292 Euro betragen. Werden die Sparbeträge erhöht, steigen natürlich auch die Endsummen. So kommen bei einer jährlichen Sparrate von 2.400 Euro (200 Euro monatlich) nach 18 Jahren am Ende bereits durchschnittlich 77.784 Euro heraus.

Eines muss jedoch klar sein: Aktienindizes haben keinen stetigen Verlauf. Mal brechen sie um 50 % ein, um später um 200 % zu steigen. Diese Schwankungen müssen wir also durchstehen. Wer allerdings mit seinen ETFs bei den großen Leit-Indizes dieser Welt bleibt, konnte in mehreren Hundert Jahren Börsenhistorie noch nie dauerhaft Geld verlieren.

Was wir meiden sollten, sind alle Arten von Spezial- oder Branchen-ETFs, weil dadurch die Gefahr eines Kapitalverlustes stark zunimmt.

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