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Elon Musk fordert Wladimir Putin per Twitter zum Zweikampf um die Ukraine heraus — und bekommt eine lyrische Antwort

·Lesedauer: 4 Min.
Elon Musk
Elon Musk

Elon Musk ist für seine Schnellschüsse auf der Plattform Twitter bekannt – und dafür ebenso beliebt wie umstritten. Mit seinen Tweets hat der Tesla-Chef, SpaceX-Unternehmer und Milliardär bereits Kurse bewegt und Milliarden-Wetten angeboten. Nun zog Musk mit einer Äußerung zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine viel Aufmerksamkeit auf sich.

Musk forderte Russlands Präsidenten Wladimir Putin zum Zweikampf auf und fügte hinzu: "Der Einsatz ist die Ukraine". Wenig später fügte er direkt an den Twitter-Account des Kreml gerichtet hinzu: "Akzeptieren Sie diesen Kampf?"

Sein Tweet fand in kurzer Zeit Hunderttausende Leserinnen und Leser. Viele posteten spielerische Ideen, wie ein Zweikampf zwischen Trump und Putin aussehen könnte. Doch nicht alle fanden Musks Tweet lustig oder auch nur angemessen. Einige Nutzerinnen und Nutzer erinnerten Musk daran, dass er nicht autorisiert sei, die Ukraine als Wetteinsatz aufs Spiel zu setzen. Andere fragten, ob Musk auch bereit wäre, in den umkämpften oder bereits besetzen Gebieten, den russischen Soldaten entgegenzutreten.

Immerhin eine russische Behörde antwortete auf den Tweet - und zwar mit Lyrik. Dmitri Rogozin, Generaldirektor des russischen Raumfahrtprogramms Roscosmos, antwortete Musk mit einem Vers aus Alexander Puschkins "Die Geschichte vom Priester und seinem Arbeiter Balda".

"Du, kleiner Teufel, bist noch jung,
Du bist zu schwach, um mit mir zu konkurrieren;
Das wäre nur eine Zeitverschwendung.
Du musst erst meinen Bruder abhängen."

schrieb Rogozin als Antwort auf Musk. In dem russischen Märchen von Puschkin geht es um einen geizigen Priester, der eine billige Arbeitskraft sucht - und Balda findet, einen dummen und einfachen Menschen. Er verspricht, für den Priester umsonst zu arbeiten, wenn er ihm dreimal auf die Stirn schlagen darf. Doch bald merkt der Priester, dass Balda sehr stark ist und er beginnt, sich schwierige Aufgaben auszudenken. Unter anderem soll Balda den Enkel des Teufels besiegen - was diesem durch eine List auch gelingt.

Wer jetzt der Teufel und wer Balda laut dem Tweet ist, ist nicht ganz klar.

Auch der Digitalminister der Ukraine mischte sich in den Twitter-Streit ein. In Anlehnung an Space X, das Raketenunternehmen von Elon Musk, schrieb Mykhailo Fedorov:

Musk betreibt bei Twitter einen der populärsten Accounts mit 77,7 Millionen Followern. Mehrfach hatte Musk mit Tweets bereits heftige Kursbewegungen des Tesla-Aktienkurses oder auch von Kryptowährungen ausgelöst. Darüber war er auch in Konflikt mit der US-Börsenaufsicht SEC gekommen. Sie hatte ihm und Tesla unter anderem auferlegt, dass Musk sich Tweets zu dem Autounternehmen erst von Tesla freigeben lassen muss. Diese Regelung will Musk vor Gericht kippen lassen.

Auslöser war 2018 Musks misslungener Anlauf gewesen, Tesla von der Börse zu nehmen. Musk hatte in einem Tweet geschrieben, die Finanzierung sei "gesichert". Später stellte sich heraus, dass es noch keine endgültigen Zusagen gab. Die SEC warf Musk daraufhin Irreführung von Anlegern vor und erzielte die Einschränkungen. Bis zuletzt blieb unklar, wie strikt die Vorgabe bei Musks Tweets eingehalten wird.

Die SEC untersucht auch Aktienverkäufe von Musks Bruder Kimbal. Kimbal Musk hatte Tesla-Aktien wenige Tage vor einer Twitter-Umfrage verkauft, mit der sich sein Bruder zum Verkauf eines größeren Anteilspakets verpflichten ließ. Der Tesla-Kurs war daraufhin abgesackt. Musk weist Fehlverhalten zurück und will die Herausgabe von Dokumenten an die SEC verhindern.

In der Ukraine engagiert sich Musk aber auch mit konkreter Hilfe. Nach dem Angriff Russlands hatte Musk den Satelliten-Internetdienst Starlink für die Ukraine freigeschaltet und Anfang März auch eine erste Lieferung der nötigen Empfangsanlagen geschickt. Starlink macht schnelle Internetverbindungen direkt über eigene Satelliten möglich. Es soll Ukrainern helfen, wenn Telekommunikationsnetze ausfallen sollten. Das System wird von Musks Raumfahrtfirma SpaceX aufgebaut.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Musk für seine Unterstützung gedankt. „Nächste Woche werden wir weitere Starlink-Systeme für zerstörte Städte bekommen“, schrieb Selenskyj am Wochenende ebenfalls auf Twitter. Er habe mit Musk gesprochen und bedanke sich bei ihm für dessen Unterstützung seines Landes in Worten und Taten. Die beiden hätten zudem mögliche Raumfahrtprojekte diskutiert. Darüber wolle Selenskyj aber nach dem Krieg reden.

Mit Material von DPA

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