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Elektrobranche erwartet Zuwächse

·Lesedauer: 2 Min.

Frankfurt/Main (dpa) - Trotz der Lieferengpässe bei Halbleitern erwartet die deutsche Elektroindustrie in diesem Jahr kräftige Zuwächse. Die Produktion dürfte preisbereinigt um vier Prozent steigen, teilte der Branchenverband ZVEI mit.

Gelinge es, die hohen Auftragsbestände rasch abzuarbeiten, könne das Wachstum noch höher ausfallen. Bei den Lieferengpässen von Vorprodukten, insbesondere bei Halbleitern, sieht der Verband zumindest einen Lichtblick: Frühestens ab Jahresmitte sei mit einer Besserung zu rechnen, sagte ZVEI-Präsident Gunther Kegel. Das Thema werde die Branche das ganze Jahr beschäftigten, aber mit sinkender Intensität.

Im Wettbewerb mit den USA und China dürfe es keine einseitigen Abhängigkeiten geben, «weder bei Spitzentechnologien wie Halbleiter noch in der Spitzenforschung», sagte Kegel. Die EU müsse ihr Förderprogramm für Mikroelektronik schnell auf den Weg bringen.

Die Elektroindustrie hatte sich im vergangenen Jahr rasant von der Corona-Krise erholt und die Rückgänge aus dem Krisenjahr 2020 mehr als wettgemacht. Von Januar bis November wuchs die Produktion in der Branche mit 877.000 Beschäftigten um gut neun Prozent. Dabei profitierte sie von Exporten nach Europa, China und in die USA.

Fast alle Teilbereiche hätten Zuwächse verzeichnet, am stärksten Batterien, die für Elektroautos und E-Fahrräder gefragt sind, sagte Kegel. Aber auch in der Medizintechnik ging es bergauf.

200-Milliarden-Euro-Marke erreicht

Der Umsatz stieg in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres um knapp zehn Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum. Auf das gesamte Jahr 2021 hochgerechnet habe der Umsatz erstmals knapp die 200-Milliarden-Euro-Marke erreicht, teilte der ZVEI mit. Ohne Lieferengpässe hätte der Umsatz noch deutlich höher ausfallen können.

Beim Klimaschutz und der Elektrifizierung fordert der Verband mehr Tempo. So sei der Netzausbau über Jahre vernachlässigt worden, sagte Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. «Ohne ein leistungsstarkes, digitalisiertes Stromnetz kann die Energiewende nicht gelingen.» Mit der Digitalisierung und der Elektrifizierung werde der Strombedarf in Deutschland stark steigen: von zuletzt 500 Terawattstunden auf über 700 Terawattstunden 2030.

Zudem müsse Deutschland den Gebäudesektor mit seinen hohen CO2-Emissionen schneller modernisieren, sagte Weber. «Der Großteil der Gebäude ist nicht energiewendefähig, die Sanierungsquote zu gering, und die Elektroinstallationen sind häufig museumsreif.»

Um erneuerbaren Strom als Energieträger attraktiv zu machen, müsse zudem der Strompreis sinken, forderte Weber. Die von der Bundesregierung geplante Abschaffung der EEG-Umlage reiche nicht. Auch die Stromsteuer müsse sinken und für erneuerbaren Strom vollständig entfallen. Für Autofahrer etwa müsse Strom verglichen mit Sprit günstiger sein, damit die Verkehrswende vorankomme.

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