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Einzelhandel kündigt Tarifverträge

Berlin (dapd). Die Arbeitgeber im deutschen Einzelhandel haben die mit der Gewerkschaft ver.di bestehenden Tarifverträge gekündigt. Damit solle der Weg für neue Entgelt- und Manteltarifverträge freigemacht werden, teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Donnerstag in Berlin mit. Ver.di reagierte überrascht und verärgert auf diesen Schritt und warf den Arbeitgebern eine "Fortsetzung des Konfrontationskurses" vor.

HDE-Tarifgeschäftsführer Heribert Jöris erklärte, die Tarifverträge im Einzelhandel stammten im Kern aus den 50er Jahren, weshalb eine Modernisierung überfällig sei. Ein Ziel der Überarbeitung müsse sein, die Tarifverträge attraktiver für Unternehmen zu machen. Zudem werde die bisherige Entgeltstruktur den Anforderungen an die Mitarbeiter in der modernen Arbeitswelt nicht gerecht.

Ver.di sprach von einem "Generalangriff" auf die Tarifverträge. Die Konzerne verschärften damit den Vernichtungswettbewerb im Handel auf dem Rücken der drei Millionen Beschäftigten. "Mit diesem Vorhaben legt die Unternehmerseite die Axt an die Existenzsicherung und wesentlichen Schutzregelungen für die Beschäftigten im Einzelhandel", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Laut ver.di war für das Frühjahr ausschließlich eine Entgeltrunde für den Einzelhandel vorgesehen und keine zusätzlichen Manteltarifverhandlungen. Nun werde man sich auf die neue Situation einstellen, sagte Nutzenberger.

dapd