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Einigung im Familienstreit: Tengelmann-Chef Christian Haub kauft Anteile seines verschollenen Bruders für mehr als eine Milliarde Euro

Sinan Şenyurt
·Lesedauer: 2 Min.
Karl-Erivan, Georg und Christian Haub (v.l.)
Karl-Erivan, Georg und Christian Haub (v.l.)

Neue Wende im Familienstreit um die Tengelmann-Milliarden. Wie die Anwälte Peter Gauweiler und Mark Binz in einem Schreiben, das Business Insider vorliegt, mitteilen, haben sich die Familienstämme geeinigt.

Drei Jahre nach dem Verschwinden des Milliardärs Karl-Erivan Haub steht der Kampf um die Macht im Handelskonzern Tengelmann vor dem Abschluss. Die zerstrittenen Familienstämme der Brüder Karl-Erivan Haub und Christian Haub hätten in einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) vereinbart, dass die Erben von Karl-Erivan Haub ihre Anteile an der Tengelmann Warenhandels-KG an den Bruder des Verschollenen, den derzeitigen Konzernchef Christian Haub, verkaufen, teilten die Rechtsanwälte beider Seiten, Mark Binz und Peter Gauweiler mit.

Karl-Erivan Haub führte eines der bekanntesten Handels-Imperien des Landes, bis er 2018 von einem Ski-Ausflug in den Schweizer Alpen nicht mehr zurückkehrte. Plötzlich stand der Konzern führungslos da. Seine beiden Brüder Christian und Georg spielten bis dato eine untergeordnete Rolle. Nun rückte Christian an die Spitze, übernahm Geschäfte. Bei seinem Amtsantritt teilte er mit: „Mein Bruder wird nicht nur unserer Familie, sondern auch dem Unternehmen sehr fehlen.“

Jetzt die Kehrtwende im Familienstreit

„Mit dem heutigen Tag (25. April 2021) haben sich die Familienstämme Karl-Erivan Haub und Christian Haub auf ein Memorandum of Understanding (MoU) verständigt, wonach Frau Katrin Haub als Abwesenheits-Pflegerin von Karl-Erivan Haub und ihre Kinder Viktoria und Erivan Haub ihre Anteile an der Tengelmann Warenhandels-KG an Herrn Christian Haub, den CEO der Tengelmann Gruppe, verkaufen“, erklärten die Anwälte.

Es war ein langer Weg, den die Familien zurücklegen mussten, seit der langjährige CEO Karl-Erivan Haub verschollen ist. Das unterzeichnete MoU soll damit belegen, dass man sich auch nach langwierigen Auseinandersetzungen einigen konnte, sofern beiderseits der Willen und die Gestaltungskraft dazu vorhanden sind, teilen die Anwälte in einem Brief mit.

Verhandlungen sollen fair gewesen sein

Die beiden Verteidiger der Familien freuen sich, dass die Verhandlungen von beide Seiten sehr fair abgelaufen sein. „Wir haben sehr harte Verhandlungen geführt, die aber letztlich auf Fairness und einem gesteigerten gegenseitigen Verständnis fußten. Wir streben an, den vereinbarten Anteilskauf noch im Mai zu beurkunden und zu vollziehen.“, so die Mitteilung.

Bislang gehörte der Familienkonzern jeweils zu gut einem Drittel dem verschollenen Karl-Erivan Haub und dem gegenwärtigen Chef Christian Haub. Die restlichen Anteile gehören dem dritten Bruder Georg Haub.

Mit Material der dpa