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Eindeutig! Hier hängt Netflix Walt Disney ab! (Doch darum ist das egal …)

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Befinden sich Walt Disney (WKN: 855686) und Netflix (WKN: 552484) in einem erbitterten Streaming-Krieg? Eine These, die generell diskussionswürdig ist. Fest steht jedenfalls, dass es sich bei diesen Namen um zwei erbitterte Konkurrenten handelt, die im Wettbewerb miteinander stehen.

Es könnte allerdings auch sein, dass der Streaming-Markt kein Segment ist, in dem ein Sieger quasi alles erhält. Ähnlich wie in der klassischen TV-Landschaft könnte es schließlich mehrere Anbieter zu unterschiedlichen Konditionen geben. Die alle irgendwo ihre Daseinsberechtigung haben.

Wie auch immer: Im Moment befinden wir uns noch in der Phase, in der eher die Konkurrenz betont wird. Und auch wenn Walt Disney beim Content eine Macht ist, so gibt es zumindest einen Bereich, in dem Platzhirsch Netflix seinen Verfolger definitiv verdrängen kann.

Netflix produziert einfach viel mehr!

Netflix besitzt im Vergleich zum Maus-Haus natürlich so manche Bereiche, in denen man noch immer führend ist. Beispielsweise bei den Nutzerzahlen, was dem längeren Bestehen des Dienstes geschuldet ist. Allerdings ist das nicht der Fokus, den wir heute wählen wollen.

Nein, denn auch bei den produzierten neuen Inhalten ist der Platzhirsch noch immer mehr als eine deutliche Nasenlänge voraus. Wie wir für das vergangene Geschäftsjahr 2019 nachlesen können, hat der Streaming-Marktführer innerhalb dieses Zeitraumes 371 eigene Filme oder Serien produziert. Das bedeutet effektiv nichts anderes, als dass an einem jeden Tag theoretisch hätte ein Film oder eine Serie hinzugefügt werden können. An sechs Tagen sogar zwei.

Walt Disney verfügt leider noch nicht über ein volles Jahr, mit dem wir einen Vergleich starten können. Fest steht jedenfalls, dass das Content-Budget mit ca. einer Milliarde US-Dollar vergleichsweise geringer ist. Netflix gab im letzten Jahr schließlich 15,3 Mrd. US-Dollar für eigene Inhalte aus, gemäß dem Statistik-Portal statista.

Das spricht eine eindeutige Sprache: Netflix investiert aggressiver und quantitativer in eigene und vor allem neue Formate. Die spannende Frage ist jedoch: Ist das für die Erfolgsgeschichte denn überhaupt relevant?

Man darf zweifeln …

Fest steht jedenfalls, dass nicht die Menge entscheidend sein muss, sondern auch die Qualität. Wenn Netflix schließlich 371 Filme oder Serien produziert und der größte Teil davon wird kein Kassenschlager wie Stranger Things oder dergleichen, so ist die Menge nicht unbedingt entscheidend für den künftigen Erfolg. Die Nische, das steht jedenfalls fest, bedient der Platzhirsch eben nicht mehr mit seiner Marktstellung. Investoren, die hier auf die Quantität achten, könnten entsprechend einen falschen Fokus haben.

Des Weiteren sollten wir nicht vergessen, dass Walt Disney in dieser Menge eben nicht mehr produzieren muss. Ja, Content ist King und das Maus-Haus verfügt tonnenweise über beliebte und eben auch qualitätsvolle Inhalte (das ist dir mit Sicherheit bewusst!). Allerdings erhöht das auch die Trefferquote bei weniger Hinzufügungen. Eben weil es für viele beliebte Formate sehr viele dankbare Abnehmer geben muss.

Walt Disney ist entsprechend effizienter, was die eigene Ausrichtung angeht. Hier muss weniger probiert werden und wenn investiert wird, dann kann das in die Erweiterung beliebter Franchises wie Star Wars (The Mandalorian, beispielsweise) geschehen. In der Zwischenzeit können hingegen alte Filme und Serien hinzugefügt werden. Selbst wenn diese in der Summe weniger sind, so weiß Walt Disney jedoch, dass die Trefferquote bei der Beliebtheit größer sein wird.

Das wiederum führt zu weiteren Blickwinkeln …

Das wiederum zieht andere Vorteile nach sich: Walt Disney muss beispielsweise weniger Schulden aufnehmen, um Inhalte zu produzieren und wird schneller in den schwarzen Zahlen sein. Ja, sogar trotz eines günstigeren Gesamtformates. Die Menge der produzierten Inhalte mag daher ein Vorteil sein. Vielleicht ist es allerdings auch bloß eine langfristige Überlebensstrategie von Netflix.

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Vincent besitzt Aktien von Walt Disney. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix und Walt Disney und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $60 Call auf Walt Disney und Short July 2020 $115 Call auf Walt Disney.

Motley Fool Deutschland 2020