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Nach Einbruch: Berliner Luxusuhren-Startup Watchmaster meldet Insolvenz an

Tim-Hendrik Meyer CEO Watchmaster.com musste in Berlin einen Insolvenzantrag stellen. - Copyright: Watchmaster
Tim-Hendrik Meyer CEO Watchmaster.com musste in Berlin einen Insolvenzantrag stellen. - Copyright: Watchmaster

Der bekannte Luxusuhren-Marktplatz Watchmaster hat überraschend einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht in Berlin gestellt. Bei einem Diebstahl seien aus mehreren Schließfächern in einem Tresorraum in der Berliner Fasanenstraße rund 1.000 Uhren im Wert von mehr als zehn Millionen Euro gestohlen worden, wie das Unternehmen mitteilte. „Unter diesen nicht zu erwartenden Umständen ist es dem Unternehmen nicht mehr möglich, eine positive Fortführungsprognose abgeben zu können. Der Vorfall zwingt uns in die Insolvenz“, heißt es in einer Erklärung des sieben Jahre alten Startups.

Laut Polizei verschafften sich am vergangenen Samstag zwei Männer als vermeintliche Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma Zutritt zu den Räumen einer Schließfachanlage im Berliner Stadtteil Charlottenburg. Dort lagerte neben Privatpersonen auch Watchmaster die Luxusuhren von Kunden ein. Nachdem die Täter unter anderem Überwachungskameras mit Farbe besprühten, sollen sie das Depot des Uhren-Startups geplündert haben. Auch sollen sie versucht haben, ein Feuer zu legen, um die Spuren zu verwischen.

Für Watchmaster ist der Diebstahl ein schwerer Schlag. Ein Teil der knapp 1.000 gestohlenen Uhren war demnach Eigentum des Unternehmens, der Großteil soll indes Kunden gehört haben, die ihre Uhren über die Plattform verkaufen wollten. Ihnen soll jedoch kein Schaden entstehen, weil Versicherungsschutz bestehe. Watchmaster ist nach eigenen Angaben Deutschlands führender Onlineanbieter von gebrauchten Luxusuhren, gehandelt werden etwa Fabrikate von Herstellern wie Rolex, Omega oder Breitling.

Gegründet wurde Watchmaster 2015 von Ronny Ahlswede, Ronny Lange und Stephan Heller. Im Dezember 2020 war das Startup erstmals profitabel. Watchmaster wurde in den vergangenen Jahren von mehreren Szeneköpfen aus der Startup-Gemeinde unterstützt, darunter die Zalando-Gründer Robert Gentz und David Schneider. Die Investitionen belaufen sich auf mehr als 50 Millionen Euro. Watchmaster hat Standorte in Berlin, Paris und London und beschäftigte zuletzt 75 Mitarbeiter. Wie es für sie weitergeht, werden die nächsten Wochen zeigen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Sanierungsexperte Philipp Hackländer von der Kanzlei White & Case bestellt.