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Ehemaliger UBS-Händler des Milliardenbetrugs schuldig gesprochen

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London (dapd). Wegen Milliardenbetrugs ist ein ehemaliger Händler der Schweizer Großbank UBS in London am Dienstag in zwei Fällen schuldig gesprochen worden. In vier weiteren Anklagepunkten wurde der 32-jährige Kweku Adoboli freigesprochen. Auf Betrug stehen bis zu zehn Jahre Haft. Adoboli wird für den Verlust von 1,4 Milliarden Pfund (1,7 Milliarden Euro) verantwortlich gemacht.

Das Gericht urteilte, er habe seine Handelslimits überschritten und Sicherheitsrichtlinien gegen hochriskantes Handeln gebrochen. Darüber hinaus soll er Unterlagen gefälscht haben, um Spuren zu verwischen. Adoboli hat den Verlust eingeräumt, zugleich aber auf den auf ihn ausgeübten Erfolgsdruck verwiesen. Er sei dazu gedrängt worden, Risiken einzugehen.

Adoboli war im September vergangenen Jahres an seinem Schreibtisch in London festgenommen worden. Im Prozess sagte er aus, er habe aus Loyalität zu UBS (NYSEArca: DJCI - Nachrichten) versucht, dem in der Bankenkrise tief in die Miesen gerutschten Geldinstitut zu helfen. "Es gab Zeiten, da dachten wir, die Organisation kann auf keinen Fall überleben", erklärte er. "Ich bin mit UBS aufgewachsen. Ich war sehr loyal gegenüber UBS." Der leitende Ermittler der Polizei, Perry Stokes, sah das ganz anders: Seiner Ansicht nach habe der Händler nur "seinen Bonus, seinen Status, seine Jobchancen und sein Ego" aufblasen wollen. Adoboli sei "einer der gewieftesten Betrüger", die ihm bei seiner Arbeit begegnet seien.

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