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Ehemaligen Teenie-Gründern gelingt Exit: „Müssen uns keine Sorgen mehr ums Einkommen machen“

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Schon mit 16 hatten sie begonnen, einen Baukasten für native Content-Apps zu entwickeln: Oskar Neumann (links) und Jürgen Ulbrich.
Schon mit 16 hatten sie begonnen, einen Baukasten für native Content-Apps zu entwickeln: Oskar Neumann (links) und Jürgen Ulbrich.

Beinahe hätte es ihr Startup nicht gegeben, zumindest nicht unter dem Namen: Nachdem die ehemaligen Abiturienten Oskar Neumann und Jürgen Ulbrich 2015 ihre Softwarefirma Appful ins Markenregister eintrugen, lag kurz darauf ein Schreiben von Apple im Briefkasten. Der iPhone-Konzern sah seine Markenrechte verletzt. Die beiden Jungunternehmer ließen sich davon jedoch nicht abschrecken. Neumann und Ulbrich verfassten einen Brief, appellierten darin an die Werte von Apple. Mit Erfolg: Der Konzern zog seinen Widerspruch gegen die Marke Appful zurück. Neumann und Ulbrich (damals 18) durften ihre Firma unter den Namen offiziell aufbauen.

Schon mit 16 hatten sie begonnen, einen Baukasten für native Content-Apps zu entwickeln. Marketing-Abteilungen etwa konnten damit Apps im Magazin-Stil selbst und ohne Programmierkenntnisse erstellen. Zu den Kunden zählten unter anderem Greenpeace, der Sporthersteller Vaude und die Tierschutzorganisation Peta. 2017 machten Neumann und Ulbrich nach eigenen Angaben bereits sechsstellige Umsätze. „Diese sind seitdem nicht nur nahezu jährlich gewachsen, wir konnten auch die Profitabilität stark ausbauen“, sagt Ulbrich (24) heute.

Appful geht an zwei Content-Unternehmen

Das hat offensichtlich auch Interesse bei Käufern geweckt. Wie dem Handelsregister zu entnehmen ist, haben die Eigentümer des Berliner Content-Betreibers Wakeup Media sowie der Wiener Marketingagentur Wordsmattr gemeinsam rund 95 Prozent der Anteile von Appful erworben. Ulbrich selbst ist weiterhin mit fünf Prozent an seinem Startup beteiligt, sein Kompagnon Neumann (25) wiederum hat seine Anteile komplett abgegeben.

Zum Kaufpreis hält sich Ulbrich auf Nachfrage von Gründerszene bedeckt. Gemessen am Wachstum der Firma und des „sehr attraktiven Geschäftsmodells im gewerblichen Software-as-a-Service-Bereich“ sei ihnen jedoch ein „sehr faires Multiple“ auf den Umsatz gezahlt worden. „Bedeutet, wir müssen uns im nächsten Lebensabschnitt keine Sorgen mehr um ein Einkommen machen“, so Ulbrich. Tatsächlich wird im Software-Bereich häufig ein Vielfaches des Umsatzes als Kaufpreis bezahlt. Es dürfte also mindestens ein mittlerer bis hoher sechsstelliger Betrag für Appful geflossen sein. Hinzu kommt, dass Ulbrich und Neumann zuvor 100 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen hielten. Investoren hatten die beiden Gründer zuvor trotz Angeboten laut eigenen Aussagen abgesagt.

Das nächste Projekt ist längst gelaunchet

Laut Jürgen Ulbrich wollen beide ihr Geld künftig nutzen, um kleinere Angel-Investments zu tätigen oder neue Gründungen aus eigener Tasche zu finanzieren. Mit letzterem hat Ulbrich sogar schon angefangen: Im vergangenen Sommer startete er seine neue Firma Sprad, die ein Softwaretool für Mitarbeiterempfehlungen entwickelt. „Es soll das zentrale Tool im Kampf gegen den Fachkräftemangel werden“, erklärt der Jungunternehmer seine Vision. Erste Kunden, angefangen bei Startups bis hin zu Dax-Konzernen, hätten die Software bereits im Einsatz. Sein ehemaliger Mitgründer Oskar Neumann wiederum lässt es vorerst ruhiger angehen: Er arbeitet jetzt bei Amazon.

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