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Eine ehemalige Goldman Sachs-Mitarbeiterin sagt, männliche Kollegen hätten "Muh"-Laute von sich gegeben, als sie den Stillraum benutzte

In Investmentbanken ist der Ton mitunter ruppiger, diesen Eindruck vermittelt zumindest das Enthüllungsbuch von Jamie Fiore Higgins über ihre Zeit bei Goldman Sachs. - Copyright:  Michael Nagle/Bloomberg via Getty Images
In Investmentbanken ist der Ton mitunter ruppiger, diesen Eindruck vermittelt zumindest das Enthüllungsbuch von Jamie Fiore Higgins über ihre Zeit bei Goldman Sachs. - Copyright: Michael Nagle/Bloomberg via Getty Images

Eine ehemalige langjährige Mitarbeiterin der Investmentbank Goldman Sachs berichtet in ihrem Buch davon, dass männliche Kollegen ihr gegenüber Kuhgeräusche gemacht hätten und das Drücken von Brüsten nachgeahmt hätten, als sie einen Stillraum im Büro aufsuchen wollte. Davon berichtet die britische Tageszeitung "Financial Times".

Jamie Fiore Higgins, die 17 Jahre lang bei Goldman Sachs arbeitete, erzählt in ihrem Buch namens "Bully Market" von ihren Erfahrungen bei der Investmentbank. Obwohl sie eine leitende Position im Vorstand bei der Bank gehabt habe, sei sie von Kollegen diskriminiert worden.

Unter anderem soll einer der Chefs der Bank zu ihr gesagt haben, dass sie es nie zur Geschäftsführerin schaffen werde, wenn "sie Milch abpumpt, anstatt zu arbeiten". Higgins schildert in ihrem Buch, dass sie nach dieser Bemerkung den Stillraum, der eigens dafür eingerichtet worden sei, damit arbeitende Mütter Muttermilch abpumpen könnten, nicht mehr besuchen wollte.

Nach der Geburt ihres zweiten Kindes habe sie aber beschlossen, den Stillraum wieder zu benutzen. Doch als sie in den Raum ging, hätten ihre männlichen Kollegen "Muh"-Geräusche in Anlehnung an eine Kuh gemacht und das Drücken von Brüste nach geahmt, so die "FT". Als sie eines Tages aus dem Stillbereich zurückkam, hätten ihr die Kollegen eine Spielzeugkuh auf den Schreibtisch gestellt, fügte sie hinzu.

Anderen Frauen soll ähnliches passiert sein

Das sind nur einige der vielen Aussagen, die Higgins in "Bully Market" macht. Sie berichtet auch davon, dass ein männlicher Kollege einer Verwarnung entgangen sei, obwohl er während eines nächtlichen Arbeitsausflugs eine Barangestellte rassistisch beschimpft habe.

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Zwar bemerkt Higgins, der Dialog werde nicht Wort für Wort so wiedergegeben, wie er sich zugetragen habe. Auch einige Namen seien geändert worden und einige Goldman-Mitarbeiter seien "zusammengesetzte Charaktere".

In einem Interview mit der "Financial Times" sagt Higgins allerdings, dass sie mehr als 100 Nachrichten von Frauen aus dem Bankwesen, dem Rechtswesen und der Medizin erhalten habe, die davon berichteten, dass sie ähnliche Dinge an ihren Arbeitsplätzen erlebt hätten. Viele schwiegen aber aufgrund von Geheimhaltungsvereinbarungen.

Goldmann Sachs verweist auf seine Firmen-Policy

Der Zeitung erklärt sie auch, dass sich die Kultur bei Goldman geändert haben könnte seit ihrer eigenen Zeit dort, und meint, dass "es wahrscheinlich nicht mehr so schlimm ist, wie es einmal war".

Goldman Sachs und Higgins reagierten nicht sofort auf Anfragen von Insider zu den Behauptungen. Die Bank wies jedoch gegenüber der "Financial Times" auf Higgins' Beschreibung der Unternehmenskultur hin. "Hätte Frau Higgins diese Vorwürfe damals gegenüber unserer Personalabteilung geäußert, wären wir ihnen gründlich nachgegangen und hätten sie ernsthaft behandelt", so Goldman Sachs zur "Financial Times".

"Wir haben eine Null-Toleranz-Politik für Diskriminierung und viele Maßnahmen für Mitarbeiter, die Fehlverhalten melden."

Dieser Text wurde von Lisa Ramos-Doce aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.