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Egbert Prior: Bei diesem Unternehmen ist etwas im Busch

Andreas Deutsch
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Egbert Prior: Bei dieser Aktie können Sie früh dabei sein

Er kennt die Börse aus dem Effeff. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse analysiert für Sie seine Favoriten: deutsche Nebenwerte, die noch kaum jemand im Fokus hat.

„In den letzten Tagen schoss die Aktie auf ein neues Allzeithoch. 165 Euro. Wir legten Ihnen den Titel zuletzt am 5. Mai zu 118 Euro ans Herz.

Hintergrund der Rallye ist zum einen ein bärenstarkes Quartal. Zum anderen wird die Aktie schon seit geraumer Zeit von Übernahmephantasie beflügelt. Das Familienunternehmen Busch möchte den Wettbewerber schlucken. Zwei offizielle Offerten haben allerdings nur wenige Liebhaber gefunden. Wahrscheinlich war der Kaufinteressent bislang zu knickrig. Das erste Angebot lautete auf 96,20 Euro, das zweite auf 110 Euro.

Der Angreifer hat sich aber inzwischen mehr als 35 Prozent der Aktien gesichert und könnte die Position weiter ausbauen durch Zukäufe über den Markt. Bereits jetzt verschaffte sich Busch direkten Einfluß durch die gerichtliche Bestellung von Ayla Busch zur Aufsichtsratschefin.

Ich rechne damit, dass es früher oder später zu einer Hochzeit kommt. Beide Unternehmen ergänzen sich komplementär und hätten zusammen ein ganz anderes Standing auf dem Weltmarkt. Busch ist global einer der größten Hersteller von Vakuumpumpen. Pfeiffer steht auf vielen Feldern der Vakuumtechnik an der Weltspitze und hat die Turbopumpe erfunden.

Unzählige Produkte können nur unter Vakuumbedingungen produziert werden, beispielsweise Halbleiter, Solarzellen, viele Nahrungsmittel oder Medikamente.

Im dritten Quartal profitierte Pfeiffer von der guten Konjunktur in der Mikrochip- beziehungsweise Solarindustrie. In den ersten neun Monaten steigerte das Unternehmen mit Sitz im hessischen Aßlar den Umsatz um rund 20 Prozent auf 431 Millionen. Das Ergebnis sprang sogar um 44 Prozent auf 42 Millionen nach Steuern. Der Auftragsbestand machte sogar einen Satz um 70 Prozent auf 118 Millionen. Der höchste Wert in der Firmengeschichte!

Dabei profitiert die TecDAX-Gesellschaft von der Übernahme des kleineren US-Wettbe- werbers Nor-Cal, für die die Hessen im Juni 86 Millionen Dollar locker machten und sich so einen zusätzlichen Jahresumsatz von 60 Millionen sicherten.

Auf dieser Grundlage erwartet CEO Manfred Bender ein Rekordjahr. Der Umsatz soll 2017 mindestens 570 Millionen erreichen. Aktueller Börsenwert 1,6 Milliarden Euro. Das KGV 25. Das ist nicht billig.

Fazit: Trotz vergleichsweise hoher Bewertung ist die Aktie immer noch ein Kauf. Dafür sprechen das kräftige Wachstum und die Übernahmephantasie. Ohne Vakuumtechnik läuft in vielen Schlüsselindustrien nichts."