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Egal ob 100.000 oder 1.000.000 Euro: Kenne die Hebel und der Vermögensaufbau läuft von alleine!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Der Vermögensaufbau mithilfe von Aktien ist schon eine verzwickte Angelegenheit. Zu Anfang ist man voller Motivation und Esprit – allerdings werden sich die gravierenden Ergebnisse erst nach vielen Jahren oder Jahrzehnten bemerkbar machen. Eine grundsätzliche Sache, an der wir leider nichts verändern können.

Doch egal ob du im Endeffekt ein Vermögen in Höhe von 100.000 Euro erzielen möchtest oder gar Millionär werden willst, gewisse Dinge liegen doch in unseren Händen. Werfen wir im Folgenden also einen Blick auf drei wichtige Aspekte, die wir selbst in Händen halten – und wie sie uns beim Vermögensaufbau behilflich sind.

Die Sparrate

Eine erste, grundlegende Sache beim Investieren ist natürlich das Sparen. Ohne Gespartes keine Aktien, ohne Aktien kein effizienter Vermögensaufbau. So oder so ähnlich lautet hier die Gleichung.

Das Sparen ist vom Grundsatz her gewissermaßen eine eigene Disziplin, bei der vieles richtig, aber auch so einiges falsch laufen kann. Deshalb könnte auch dieser Aspekt definitiv eine gewisse Aufmerksamkeit deinerseits verdient haben – allerdings sollen uns Spartipps an dieser Stelle nicht weiter beschäftigen (auf unserer Seite findest du aber viele davon!).

Wichtig ist für dich bloß, dass jeder Euro mehr deinen Vermögensaufbau gewaltig vorantreiben kann, da viele insbesondere bei ihren eigenen Finanzen einen falschen Blickwinkel haben. Wer schließlich, sagen wir einfach mal, 1.800 Euro netto verdient und von diesen bislang 100 Euro abgezweigt hat, diese Sparrate nun jedoch auf 200 Euro erhöht, spart nicht bloß einfach 100 Euro mehr. Nein, aus Sicht des eigenen Vermögensaufbaus bespart er nun das Doppelte, das prinzipiell auch doppelte Ergebnisse erzielen kann.

Die eigene Sparrate beim Vermögensaufbau ist daher eine erste, wichtige Größe, die wir selbst in der Hand halten – und die eine individuelle Betrachtung verdient und bloß nicht als Anteil vom Gehalt gesehen werden sollte.

Die Rendite

Ein zweiter Aspekt, den wir zumindest in gewisser Weise selbst in der Hand halten, ist die Rendite. Sicher, auch ein Quäntchen Glück zählt zu diesem Hebel hinzu, denn nicht alle haben gleich das Glück, zu Beginn einer Börsenrallye oder Hausse zu investieren. Allerdings existieren hier auch einige Dinge, die wir gewissermaßen beeinflussen können.

Wer beispielsweise den eigenen Vermögensaufbau mithilfe eines oder mehrerer ETFs bestreiten möchte, weiß, was er erhält, und ist gleichzeitig limitiert. Es wird im Endeffekt sowie über viele Jahre oder auch Jahrzehnte auf eine marktübliche Rendite hinauslaufen, die sich historisch gesehen irgendwo im höheren einstelligen Prozentbereich abgespielt hat. Das ist gewiss nicht alles, aber, wie gesagt, hier sind die Möglichkeiten nach oben durch den Markt limitiert.

Wer sich hingegen selbst auf die Suche nach vielversprechenden Aktien von stark wachsenden oder in sonstiger Weise potenziell marktschlagenden Unternehmen begibt, kann hingegen deutlich mehr erzielen. Möglicherweise sogar richtig deutlich.

Warren Buffett hat es vorgemacht, indem er im langjährigen Durchschnitt Renditen von über 20 % p. a. erzielte. Zugegeben, eine hohe Messlatte, die allerdings eines sehr deutlich zeigt: Wer sich selbst um die Auswahl seiner Aktien kümmert, ist bloß durch sich selbst limitiert. Zumal wir an dieser Stelle bedenken sollten, dass der Starinvestor über keinerlei spezifische Kenntnisse im Bereich Technik oder Biotechnologie verfügt, sondern diese mithilfe seines erworbenen Finanzwissens erzielt hat, in Bereichen, die auch ich und du verstehen können.

Die Zeit

Zu guter Letzt ist auch die Zeit natürlich ein Hebel, den wir nicht vergessen sollten. Der Vermögensaufbau funktioniert insbesondere durch Zeit und den damit verbundenen Zinseszinseffekt – der deine Finanzen langfristig quasi im Alleingang nach vorne bringen wird – zumindest, wenn du in zukunftsträchtige Bereiche investiert hast.

Die Zeit ist natürlich ebenfalls ein Aspekt, den wir lediglich begrenzt kontrollieren können, denn immerhin hat noch niemand (zumindest meines Wissens nach, weißt du mehr?) eine Zeitmaschine erfunden, die uns hier behilflich sein kann. Allerdings können wir selbst steuern, mit welchem zeitlichen Horizont wir investieren und wie lange wir unser Geld für uns arbeiten lassen wollen.

Der Rest ist Mathematik!

Wie wir daher im Endeffekt sehen können, bilden die Sparrate, die Rendite und die Zeit drei wesentliche Eckpfeiler beim Vermögensaufbau. Je nachdem, welche Hebel wir hier in Bewegung setzen, werden sich unsere eigenen Finanzen entwickeln. Der Rest ist dann bloß simple Mathematik.

Mathematik, wohlgemerkt, die uns zudem eifrige Sparplanrechner abnehmen können. Wozu also noch warten? Vielleicht magst du ja einmal schauen, wohin deine finanzielle Reise unter deinen Prämissen gehen kann und wird!

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