Deutsche Märkte schließen in 2 Stunden 37 Minuten

Edeka verkauft Strom an seine Händler – darum könnte das die Preise dennoch weiter steigen lassen

Energie, zum Großteil zum Kühlen der Produkte, ist ein großer Kostenfaktor für Supermärkte wie Edeka und Rewe (Symbolfoto). - Copyright: picture alliance / JFK / EXPA / picturedesk.com | JFK
Energie, zum Großteil zum Kühlen der Produkte, ist ein großer Kostenfaktor für Supermärkte wie Edeka und Rewe (Symbolfoto). - Copyright: picture alliance / JFK / EXPA / picturedesk.com | JFK

Die Energiefresser im Haushalt sind neben der Waschmaschine die Heizung und der Kühlschrank. Nun überlege man sich, wie riesig Gefrier- und Kühlschränke erst in Supermärkten sind und wie viel Energie sie entsprechend verschlingen. Teilweise sind die Kühlregale sogar ständig offen. Angesichts der um ein Vielfaches gestiegenen Strom- und Gaspreise ist Energie zu einem noch höheren Kostenfaktor im Lebensmitteleinzelhandel geworden.

Da könnte praktisch sein, dass Edeka als Konzern auch mit Energie handelt. Die Edeka Versorgungsgesellschaft mbH (EVG) verkauft sie an seine Filialbetreiber - und das wegen der aktuellen Lage zu deutlich höheren Preisen als sonst. Das dürfte künftig zu einem Wettbewerbsnachteil zum direkten Konkurrenten Rewe werden – und zu den Discountern.

Ein selbstständiger Edeka-Einzelhändler müsse in 2023 im Vergleich zu 2021 durchschnittlich mit bis zu 333.000 Euro Mehrkosten allein für Gas und Strom rechnen, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) einen Edeka-Sprecher. Eine Verteuerung um mehr als 300 Prozent allein beim Strom.

Für Edeka steht offenbar schon fest, dass die Energiekosten an die Endkunden weitergereicht werden: Eine Weitergabe der höheren Energiepreise über den Verkaufspreis an die Verbraucherinnen und Verbraucher sei aufgrund der gestiegenen Energiepreise existenziell, formuliert es der Unternehmensvertreter auf Anfrage der Zeitung.

Noch höhere Preise für Endkunden sind aber schlecht fürs Geschäft, für den einzelnen Händler und am Ende auch für den Edeka-Konzern.

Warum also entlastet Edeka seine Händler nicht bei den Strompreisen? Das tue die EVG bereits, wie es in dem Bericht der "SZ" heißt, nur seien es mittlerweile Hunderte Kaufleute, die bei ihr Strom beziehen wollten. Denjenigen, die besonders betroffen seien, komme die Stromgesellschaft entgegen, in dem ihnen gedeckelte Preise, allerdings zu einem festen Preis über Jahre, angeboten würden. Dann werde für einen Teil der Stromrechnung Aufschub gewährt. Aber über die Laufzeit der Vereinbarung bedeutet das, dass die Händler im Grunde selbst für die Kosten aufkommen.

Beim Konkurrenten Rewe heißt der Energieversorger Energie-Handelsgesellschaft mbH & Co. KG (EHA). Dort sind laut Recherchen der "SZ" bereits mehr Händler unter Vertrag, der Ansturm sei aktuell also nicht so groß. Zudem habe die EHA einen größeren Teil ihres Stroms langfristig am Terminmarkt gekauft, offenbar zu günstigeren Preisen als die EVG. Zumindest die Energiekosten dürften künftig bei Rewe also einen geringeren Teil der Endkundenpreise ausmachen als bei Edeka.

uw