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Auch Edeka findet Pferdefleisch in der Tiefkühl-Lasagne

Berlin (dapd). Der Pferdefleisch-Skandal zieht in Deutschland immer weitere Kreise: Nach der Supermarktkette Real entdeckte Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka nicht deklariertes Pferdefleisch in Tiefkühl-Lasagne seiner Eigenmarke "Gut & Günstig". Bundesweit bemühten sich die Behörden am Donnerstag, verdächtige Produkte aus dem Verkehr zu ziehen. Betroffen waren Kühlhäuser in Baden-Württemberg, Brandenburg und Niedersachsen.

Eine neue Dimension bekam der Skandal durch Untersuchungen in Großbritannien. Die britischen Behörden entdeckten in Fleischproben geschlachteter Pferde ein Schmerzmittel, das für den Menschen gefährlich sein kann. Das Fleisch von sechs in Großbritannien mit dem Medikament Bute (Phenylbutazon) behandelten Tieren sei womöglich in Frankreich in die Nahrungskette gelangt, teilte der britische Umweltminister David Heath am Donnerstag nach Angaben der Zeitung "The Guardian" mit.

Nach Angaben des britischen Ausschusses für Tierarzneimittel kann das Mittel beim Menschen gefährliche Nebenwirkungen wie Blutbildungsstörungen verursachen. Heath erklärte, die Regierung versuche, das Fleisch zurückzurufen.

Die britische Chefstabsärztin Dame Sally Davies bemühte sich allerdings, Ängste zu dämpfen. Bei den geringen Mengen, die gefunden wurden, sei es "sehr unwahrscheinlich", dass Menschen zu Schaden gekommen seien, wurde sie vom "Guardian" zitiert. Ein Verbraucher müsse 500 bis 600 Pferdefleisch-Burger essen, um eine gefährliche Dosis abzubekommen.

"Alles tun, um die Verbraucher zu schützen"

Angesichts des sich ausweitenden Skandals forderte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ein entschlossenes Handeln in Europa. "Nur mit flächendeckenden Tests und einem europaweit einheitlichen Vorgehen werden wir das tatsächliche Ausmaß dieses Falls erfassen können", sagte die Ministerin. Es verfestige sich der Verdacht, dass in diesem beispiellosen Betrugsfall mit hoher krimineller Energie vorgegangen worden sei. Hier seien deshalb nicht nur die Lebensmittelbehörden gefordert, sondern auch Polizei und Justiz.

Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) forderte als Reaktion auf den Pferdefleisch-Skandal vom Lebensmittelhandel eine Internetplattform mit Rückrufaktionen und Hinweisen zu verdächtigen Produkten. "Viele Einzelhändler haben in den letzten Tagen und Wochen stille Rückrufaktionen unternommen, weil sie offenbar schon einen Verdacht hatten." Die Verbraucher hätten davon aber nichts erfahren, kritisierte Remmel. Er rief Unternehmen und Verbände zur vollen Transparenz auf.

Am (morgigen) Freitag will die EU-Kommission die Eckpunkte eines gemeinsamen Aktionsplans vorstellen, der Tausende DNA-Tests bei verarbeitetem Rindfleisch und umfangreiche Untersuchungen von Pferdfleisch auf Medikamente vorsieht. "Wir müssen alles tun, um die Verbraucher zu schützen", unterstützte Aigner die Pläne.

dapd

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