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EADS legt Rekordbilanz vor und dämpft die Erwartungen

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Berlin (dapd). Mit einem Rekordergebnis hat der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ein turbulentes Jahr 2012 abgeschlossen. Trotz der gescheiterten Fusion mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems, des Umbaus der Aktionärsstruktur und des Wechsels an der Unternehmensspitze sei 2012 ein "gutes Jahr" gewesen - sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn, sagte der neue EADS (Paris: NL0000235190 - Nachrichten) -Chef Tom Enders am Mittwoch in Berlin bei der Vorlage der Bilanz.

So erhöhte der Konzern seinen Umsatz in allen Geschäftsfeldern mit Ausnahme der Rüstungssparte Cassidian und markierte insgesamt einen Rekorderlös von 54,5 Milliarden Euro. Dabei konnte unter anderem die mit Abstand wichtigste Tochter Airbus ihren Umsatz um 17 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro steigern.

Unter dem Strich blieb EADS ein Gewinn von gut 1,2 Milliarden Euro und damit fast ein Fünftel mehr als 2011. Daran will der Vorstand nun auch die Aktionäre teilhaben lassen und schlug eine um ein Drittel höhere Dividende von 60 Cent vor. Die Anleger reagierten erfreut auf die Neuigkeiten: Bis gegen 14.15 Uhr legte die im MDAX (Xetra: ^MDAXI - Nachrichten) notierte EADS-Aktie mehr als 7,5 Prozent auf 37,50 Euro zu und war damit mit Abstand Spitzenreiter im Index.

Zwar zeigte sich Enders in Berlin betont verhalten beim Ausblick auf das Geschäft im laufenden Jahr. So will EADS ein "moderates Wachstum" beim Umsatz erreichen, weniger Auslieferungen des Airbus-Spitzenmodells A380 dürften allerdings auf die Bilanz drücken. Dennoch entspreche der erwartete operative Gewinn (Ebit) mit 3,5 Milliarden Euro den Marktprognosen, hieß es von den Analysten der Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) .

"Wir würden liebend gern mehr von den großen Vögeln verkaufen - und das werden wir", sagte Enders. Zwar seien die Auftragseingänge beim A380 in den vergangenen Jahren auch aufgrund der Probleme mit Rissen in den Flügeln "ziemlich mager" gewesen. Nun arbeite der Konzern aber mit Hochdruck daran, die Verkäufe wieder anzukurbeln.

Airbus bereits für fast acht Jahre ausgelastet

Dennoch meldete EADS insgesamt gut gefüllte Orderbücher, obwohl der Wert der neu eingesammelten Orders im vergangenen Jahr um gut ein Fünftel auf 102,5 Milliarden Euro sank. So könnte allein Airbus nach aktuellem Stand knapp acht Jahre lang weiter fertigen, nur um die Liste der vorliegenden Bestellungen abzuarbeiten.

Auch die anderen drei Sparten sind den Angaben zufolge bereits für mindestens zwei Jahre ausgelastet. Insgesamt hatte der Auftragsbestand zum Jahresende 2012 einen Wert von 566,5 Milliarden Euro und damit fünf Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Allerdings bemerken die Europäer bei ihrem Verkaufsschlager - den Mittelstreckenfliegern der A320-Familie - den Druck des US-Rivalen Boeing. Untern den Namen Neo beziehungsweise Max arbeiten beide Konzerne derzeit an neuen, sparsameren Versionen ihrer Maschinen. "Unser Wettbewerber versucht verzweifelt, zu unserem erfolgreichen Neo-Produkt aufzuschließen. Das sorgt für einige Spannungen im Markt", sagte Enders. Von einem Preiskrieg wollte er allerdings nicht sprechen.

(EADS-Bilanz im Internet: http://url.dapd.de/PUrg5M )

dapd

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