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E.ON-Aktie: 5 Zahlen, die jeder Investor kennen sollte!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
E.ON Zentrale Essen

Die Aktie von E.ON (WKN: ENAG99) galt als Versorger lange Zeit als Prügelknabe der Börsen. Bedingt durch den harten Atomausstieg und die daraus resultierenden Kosten herrschte lange Zeit Unsicherheit, wie es generell mit den Versorgern weitergeht. Ein Kapitel, das nun allerdings beendet ist, wodurch wieder mehr Freiraum für das eigentliche Geschäft als Versorger entsteht.

Seit dem Tiefpunkt rund um das Ende des Jahres 2016 hat sich die E.ON-Aktie inzwischen wieder ordentlich erholt. Von damals knapp über 6 Euro je Anteilsschein ist das Papier inzwischen wieder auf 9,12 Euro (20.11.2019, maßgeblich für alle Kurse) angestiegen. Das entspricht immerhin einer Kurserholung von fast 50 %.

Zudem existieren einige interessante Zahlen, die jeder Investor zur E.ON-Aktie jetzt kennen sollte. Werfen wir im Folgenden einen Blick auf fünf von diesen.

1. Kennzahl: 6,12

Eine erste Kennzahl, die jeder Investor im Bewertungskontext des Versorgers kennen sollte, ist die 6,12. Hierbei handelt es sich um den Wert, den man rechnerisch erhält, wenn man das aktuelle Kursniveau durch den 2018er-Gewinn je Aktie in Höhe von 1,49 Euro teilt. Oder, anders ausgedrückt, schlichtweg das Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Mit einem solch niedrigen Wert gehört E.ON gewiss zu den fundamental preiswerteren Aktien in unserem heimischen Leitindex, einstellige KGVs, wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis auch in Kurzform genannt wird, existieren auch durch die DAX-Rallye bis auf inzwischen über 13.000 Punkte eher selten. Das könnte daher dafür sprechen, dass der Versorger gegenwärtig unterbewertet ist.

2. Kennzahl: 0,67

Eine zweite Bewertungskennzahl ist außerdem die 0,67. Hierbei handelt es sich um das Kurs-Umsatz-Verhältnis, auf das E.ON rechnerisch momentan bei einem 2018er-Umsatz je Aktie in Höhe von 13,64 Euro kommt. Gewiss ebenfalls eine Kennzahl, die vergleichsweise moderat ist.

Insbesondere Kurs-Umsatz-Verhältnisse unter 1 gelten schließlich des Öfteren als Indikator dafür, dass eine Aktie preiswert bewertet ist. Wobei man natürlich vorsichtig bei der Bewertung der Umsätze sein sollte. Sofern diese beispielsweise zu wenig Gewinnen führen, kann ein niedriges Kurs-Umsatz-Verhältnis durchaus gerechtfertigt erscheinen. Allerdings sehen wir das in Anbetracht eines Gewinns je Aktie in Höhe von 1,49 Euro eher nicht.

3. Kennzahl: 4,71 %

Die dritte Kennzahl dürfte hingegen alle Einkommensinvestoren interessieren. E.ON zahlte im vergangenen Geschäftsjahr nämlich eine Dividende in Höhe von 0,43 Euro an die Investoren aus, die bei einem derzeitigen Kursniveau von 9,12 Euro einer Dividendenrendite in Höhe von 4,71 % entsprechen würde.

Zumindest den breiten Markt lässt E.ON mit diesem Wert weit hinter sich, genauso wie seinen Peer RWE. Wie ein Foolisher Dividendenvergleich in diesen Tagen offenbarte, kommt der zweite DAX-Versorger lediglich auf eine Dividendenrendite von ca. 2,7 %. Hier kann E.ON somit ebenfalls mit einer höheren Dividendenrendite glänzen.

4. Kennzahl: 3 Jahre

Dafür ist die Dividendenhistorie von E.ON allerdings alles andere als beständig. Der Versorger kürzte so beispielsweise das letzte Mal vor ca. drei Jahren die eigene Ausschüttung. Dafür wurde in der Zwischenzeit allerdings die Ausschüttungssumme nicht bloß stets konstant gehalten, sondern zudem auch von 0,21 Euro auf das aktuelle Niveau von 0,43 Euro erhöht, was immerhin mehr als einer Verdopplung entsprochen hat.

E.ON könnte hier somit einen wichtigen Grundstein für eine spannende und insbesondere zuverlässige Dividendenhistorie legen. Zumal auch das Geschäftsmodell als eigentlich unzyklischer Versorger hier eine wichtige Ausgangslage für eine solche werden kann.

5. Kennzahl: 28,85 %

Zu guter Letzt ist außerdem noch die Kennzahl der 28,85 % im Kontext der E.ON-Dividende relevant. Hierbei handelt es sich nämlich um das aktuelle Ausschüttungsverhältnis, das die Versorgeraktie besitzt, gemessen an dem bereits thematisierten Gewinn.

Auch diese niedrige Quote könnte, einen weiteren zumindest konstanten operativen Verlauf vorausgesetzt, für weitere und sogar noch starke Dividendenerhöhungen sprechen, zumal hier wirklich noch viel Raum für Dividendenwachstum bestünde. Gewiss ebenfalls ein Blickwinkel, den man als Investor kennen sollte.

Fundamental wirkt E.ON preiswert

Wie wir daher unterm Strich feststellen können, wirkt E.ON zumindest fundamental und gemessen an den Erfolgen der Vergangenheit durchaus preiswert. Nun liegt es an dir als Investor, zu versuchen, einen Blick in die Zukunft zu erhaschen. Denn auch hiervon hängt natürlich ab, ob die E.ON-Aktie wirklich preiswert ist oder sich hier rein fundamental eine Value-Falle auftut.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2019