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Ist der Durchschnitttskosteneffekt der beste Ansatz für Investoren? Das kommt darauf an…

wachsender Chart Wachstumsaktien Krise Aktien DAX Inflation
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Wichtige Punkte

  • Durchschnittskosteneffekt streut das Risiko.

  • Der größte Vorteil ist, dass der Kauf von Emotionen befreit wird.

  • Die beste Strategie hängt davon ab, welcher Anlegertyp du bist.

Hast du angesichts der jüngsten Volatilität am Aktienmarkt Angst, dich in deine Anlagekonten einzuloggen? Wenn ja, dann bist du nicht allein. Zu sagen, dass es rau war, wäre wohl die Untertreibung des Jahres.

Da die Aktien jeden Tag um zweistellige Prozentpunkte schwanken, stellt sich die Frage: Wann sollst du den Kauf tätigen?

Ein Ansatz, der dir helfen kann, deine Käufe zeitlich abzustimmen, ist der sogenannte Durchschnittskosteneffekt (Dollar Cost Averaging = DCA).

DCA ist eine Strategie, bei der die Anleger in regelmäßigen Abständen gleiche Beträge in eine Aktie oder einen Index investieren. Anstatt z. B. 10.000 US-Dollar auf einmal in den Markt zu investieren, könntest du stattdessen 10 Monate lang jeden Monat 1.000 US-Dollar investieren.

Vorteile des Durchschnittskosteneffekts

Der offensichtliche Vorteil von DCA ist, dass es das Risiko mindert, kurz vor einem Marktcrash an der Spitze zu kaufen. Das ist ein echtes Risiko. Wenn du im Juni 2000 einen Pauschalbetrag in den S&P 500 investiert hättest, hättest du mehr als 12 Jahre warten müssen, bis du deine Verluste wieder ausgeglichen hättest! Autsch.

Wenn du deine Käufe verteilst, kannst du einen Durchschnittswert für eine Position ermitteln. Einige Käufe können gute Einstiegspunkte sein, andere wiederum schlechte Einstiegspunkte. Aber theoretisch wird deine durchschnittliche Kostenbasis im Laufe der Zeit attraktiv sein.

Das macht zwar logisch Sinn, aber der größte Vorteil des DCA-Ansatzes ist wohl, dass du ohne Emotionen investieren kannst.

Meine Lieblingszeile aus Morgan Housels Buch The Psychology of Money: Timeless lessons on wealth, greed, and happiness ist: „Napoleons Definition eines militärischen Genies war: „Der Mann, der das Durchschnittliche tun kann, während alle anderen um ihn herum verrückt werden.“

Das Schöne am Investieren ist, dass du nichts Besonderes tun musst. Wenn du es einfach schaffst, besonnene Entscheidungen zu treffen, während alle anderen irrationale und emotionale Entscheidungen treffen, wirst du wahrscheinlich besser abschneiden als andere.

DCA gibt dir diese Möglichkeit.

Die Nachteile des Durchschnittskosteneffekts

DCA ist keine risikofreie Strategie. Das vielleicht größte Risiko besteht darin, dass du dein Geld nicht investierst. Ganz gleich, ob du einen Geldsegen (eine große Summe wie einen Bonus oder eine Erbschaft) hast oder jeden Monat einen Teil deines Gehalts beiseitelegst: Wenn du Bargeld unangelegt hältst, wird es sich im Laufe der Zeit schlechter entwickeln als Aktien.

Eine von Vanguard durchgeführte Studie aus dem Jahr 2012 ergab, dass das Investieren in Klumpenform über einen Zeitraum von zehn Jahren in 67 % der Fälle besser abschneidet als DCA. Ein Forschungsteam von Northwest Mutual führte eine ähnliche Studie durch und stellte fest, dass Pauschalinvestitionen in fast 75 % der Fälle besser abschnitten als Aktien, wie die im Jahr 2021 veröffentlichten Ergebnisse zeigen.

Auch wenn die DCA-Strategie dir einen Großteil der Entscheidungsfindung abnimmt, verschenkst du damit natürlich auch potenzielle Vorteile.

Fazit: Erkenne dich selbst als Investor

Anleger/innen werden wahrscheinlich so lange darüber diskutieren, welcher Ansatz der beste ist, bis sie ganz blau im Gesicht sind.

In Wirklichkeit ist die beste Strategie diejenige, die es dir ermöglicht, die klügsten Investitionsentscheidungen zu treffen. Wenn du sehr stark von den Marktschwankungen betroffen bist, ist es vielleicht am besten, wenn du in kostengünstige Indexfonds investierst und den Durchschnittskosteneffekt nutzt. Wenn du deine Emotionen gut unter Kontrolle hast, wenn der Markt unruhig wird, kannst du auf den DCA-Ansatz ganz verzichten und in Pauschalbeträge investieren, wenn die Lage attraktiv ist.

Es ist wichtig zu wissen, wie du auf Marktschwankungen reagierst, und das kann mehrere Jahre dauern, bis du es wirklich weißt. David Gardner, Mitbegründer von Motley Fool, hat dies treffend als „Schlafnummer“ beschrieben. Mit anderen Worten: Welches Risiko kannst du tolerieren und trotzdem nachts ruhig schlafen?

Ich habe Jahre gebraucht, um zu lernen, wie wichtig dieses Konzept für erfolgreiches Investieren ist. Du kannst der beste Analyst der Welt sein, aber wenn du deine Emotionen nicht unter Kontrolle hast, wenn „Blut auf den Straßen fließt“, wirst du an der Börse nie Geld verdienen.

Durchschnittliches Investieren über lange Zeiträume hinweg bringt überdurchschnittliche Renditen.

Der Artikel Ist der Durchschnitttskosteneffekt der beste Ansatz für Investoren? Das kommt darauf an… ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Dieser Artikel wurde von Mark Blank auf Englisch verfasst und am 04.05.2022 auf fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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