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Disneys Streamingdienste legen zu - der Konzern erhöht die Preise

Der Disney-Konzern legt mit seinen Streamingdiensten gehörig zu. (Bild: iStock / Marvin Samuel Tolentino Pineda)
Der Disney-Konzern legt mit seinen Streamingdiensten gehörig zu. (Bild: iStock / Marvin Samuel Tolentino Pineda)

Im umkämpften Streaming-Markt feiert Disney beachtliche Erfolge. Die neuen Quartalszahlen des Konzerns zeigen, dass alle drei hauseigenen Streamingdienste massiv zulegten. Alleine Disney+ kam im vergangenen Vierteljahr auf 14,4 Millionen neue Abonnements.

Die Streamingdienste aus dem Hause Disney übertreffen die Erwartungen: Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, dass Disney+ inzwischen mehr als 152 Millionen Abonnements vorweisen kann - im Jahresvergleich legte der Streamingriese gar um 31 Prozent zu. Betrachtet man alleine das letzte Quartal, durfte man sich beim On-Demand-Service über 14,4 Millionen Abos freuen. Zusammen mit den ebenfalls zum Konzern gehörenden Streamingdiensten Hulu und ESPN+ schafft es Disney bereits auf 221 Millionen Nutzerkonten.

Entgegen zunächst falscher Berichterstattung zieht Disney deshalb jedoch bezüglich seiner Kundenanzahl nicht mit dem langjährigen Branchenkönig Netflix gleich. Dort beklagte man zuletzt den Verlust von Kunden, im vergangenen Vierteljahr zählte Netflix noch 221 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten. Allerdings verkauft Disney seine Dienste in den USA auch im Paket. Nutzer, die etwa ein Abo von Disney+ und eines von ESPN+ haben, fließen als zwei Abschlüsse in die Statistik ein. Die Zahl der Netflix-Abonnenten dürfte somit nach wie vor spürbar höher sein, Disney weist diese Zahl gar nicht aus.

Unabhängig davon freute sich Disney-Chef Bob Chapek über die neuen Zahlen: "Wir hatten ein exzellentes Quartal." Die 14,4 Millionen neuen Abschlüsse hätten die meisten Experten Disney+ nicht zugetraut. Möglicherweise spielen die prestigeträchtigen Serien "Obi-Wan Kenobi" sowie Marvels "Ms. Marvel" eine Rolle, die zu echten Streaminghits avancierten. Das Wachstum soll jedoch noch lange nicht vorbei sein. Laut Mitteilung erwartet Disney bis Ende September 2024 215 bis 245 Millionen Abonnements.

Nicht nur Disney+ florierte mit einer Wachstumsrate von 31 Prozent, der Sportstreamingdienst ESPN+ legte gar um 53 Prozent zu und kann inzwischen 23 Millionen Nutzerkonten vorweisen. Hulu steigerte sich immerhin um 8 Prozent, 46 Millionen Abos wurden für den Dienst abgeschlossen.

Im Hause Netflix musste man zuletzt Abo-Kündigungen hinnehmen. (Bild: Mario Tama / Getty Images)
Im Hause Netflix musste man zuletzt Abo-Kündigungen hinnehmen. (Bild: Mario Tama / Getty Images)

Preisanstieg bei allen drei Streamingdiensten

Die hohe Nachfrage beeinflusst direkt das Angebot: Disney zieht die Preise an. In den USA zahlen Kundinnen und Kunden für das werbefreie Angebot von Disney+ ab 8. Dezember drei Dollar monatlich mehr - 10,99 Dollar insgesamt. Für den alten Preis von 7,99 Dollar soll jedoch bald eine weitere Variante zur Auswahl stehen. Wer weniger zahlt, nimmt allerdings Werbepausen in Kauf. Für Deutschland steht noch kein Termin fest, eine Anpassung ist jedoch auch hierzulande zu erwarten. Hulu wird in den USA je nach Abomodell ein bis zwei Dollar teurer, auch ESPN+ kündigte bereits an, die Preise anzupassen.

Beim riesigen Disney-Imperium - inklusive TV-Kabelsparte, Filmstudios, Themenparks und vieles mehr - geht es grundsätzlich finanziell bergauf. Im Jahresvergleich wuchs der Umsatz um satte 26 Prozent auf nun 21,5 Milliarden Dollar. Noch deutlicher fällt der Zuwachs beim Gewinn aus: Um 53 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,36 Milliarden Euro) legte Disney hier zu.

Mit diesen Quartalszahlen hatten Analysten nicht gerechnet, die Aktie verzeichnete nachbörslich einen Kursanstieg von über vier Prozent.