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Duell der Günstig-Giganten: Penny und Netto im Qualitätscheck

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Für “ZDF Zeit“ testete Sternekoch Nelson Müller nicht nur die Ware der beiden Discounter Penny und Netto, sondern wagte auch einen Blick hinter die Kulissen. Die wichtigsten Ergebnisse.

Sternekoch Nelson Müller (Bild: ddp)

Wer günstig einkaufen will, geht zum Discounter – häufig zu Penny oder Netto, die mit tausenden Filialen in fast jeder deutschen Nachbarschaft zu finden sind. Doch dass günstig nicht immer gut bedeutet und dass besonders bei Frisch- und Fleischwaren auf das Kleingedruckte geachtet werden sollte, fand Nelson Müller nun heraus, der im Rahmen einer ZDF-Recherche hinter die Kulissen der beiden Märkte schaute.

Die wichtigsten Ergebnisse im Einzelnen:

Die Preise

Neun Wochen lang gingen Testkäufer regelmäßig in den Märkten einkaufen, um die Preise für ausgesuchte Markenartikel zu vergleichen. Während Penny besonders mit XXL-Packungen punkten will, arbeitet Netto mit Rabatten für den Kauf einer großen Anzahl an Produkten. Während ein Warenkorb mit 20 Markenartikeln in etwa denselben Preis ausmacht, sind es die Angebote, die den Unterschied machen. Die Tester fanden heraus: Penny senkt häufiger die Preise als Netto und sorgt so für einen Preisunterschied bis zu 6 Euro, ohne dass der Kunde in großer Menge kaufen muss.

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Der Geschmack

Es ist bekannt, dass Eigenmarken unterschiedlicher Anbieter häufig aus den gleichen Fabriken kommen (häufig sogar aus denen der bekannten Markenhersteller), doch im Geschmack sollten sich die Erzeugnisse doch wohl unterscheiden, oder? Kaum. Die geringen Geschmacksunterschiede überraschten dem Bericht zufolge die Tester – doch alles in allem geht Netto aus diesem Rennen, bei dem Kekse, Fruchtgummis, Apfelringe und Schokoerzeugnisse getestet wurden, als Sieger hervor.

Penny oder Netto - wer gewinnt? So richtig überzeugt keiner der Discounter (Symbolbild: Getty Images)

Die Qualität

Der Deutschen liebstes Lebensmittel, das Brot, kam fürs ZDF unter die Lupe der Tester – doch so wirklich konnte kein Discounter überzeugen: Während im Frische-Test im Labor Penny besser abschneidet, lässt der Geschmack der jeweils drei getesteten Backwaren von beiden Anbietern zu wünschen übrig. Ganz knapp geht aber auch hier Penny als Sieger des Duells hervor.

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Mitarbeiterbedingungen und Hygiene in den Läden

Erschreckend: Zwar lässt sich laut ZDF “flächendeckend keine negative Auffälligkeit“ feststellen, doch vereinzelt weisen Filialen beider Discounter gravierende Hygienemängel auf – von Bakterien über vergammelte Waren in der Auslage bis hin zu Schmutz im Lager. Hintergrund könnte der Personalmangel sein, der in beiden Märkten vorherrscht: Zwar wächst das Angebot beider Anbieter stetig, doch die die Anzahl der Mitarbeiter wurde nicht angepasst, damit die billigen Preise beibehalten werden konnten. Das ZDF fasst zusammen: “Bei beiden Discountern würden Mitarbeiter von mehr Personal profitieren - und die Kunden auch. Denn mehr Personal bedeutet: sauberere, ordentlichere Filialen und besserer, schnellerer Service.“

Die Regionalität

Und noch ein Schockfaktor, der den meisten Konsumenten nicht bewusst sein dürfte: Obwohl sowohl Penny als auch Netto mit regionalen Produkten wirbt, lohnt sich ein Blick aufs Kleingedruckte – wenn es denn da ist. Denn besonders bei Eigenmarken fehlt oft der Hinweis, woher das Fleisch oder Wursterzeugnis kommt – dann kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Ausland, wo die Erzeugnisse billiger, aber die Haltungsbedingungen schlechter sind. Auch Aufdrucke wie “Hergestellt in Bayern“ führen die Verbraucher in die Irre – denn damit ist, so der Bericht von Nelson Müller im ZDF, nur der letzte Produktionsschritt (die Verpackung), gemeint. Auch hier gewinnt keiner der Discounter, sondern verliert vielmehr das Vertrauen seiner Käufer.

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