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Drei KTM in den Top 10: Darum lief es beim zweiten Aragon-Rennen viel besser

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 4 Min.

KTM schaffte vom ersten zum zweiten MotoGP-Rennen im MotorLand Aragon die Trendwende. Das erste Wochenende auf dieser technisch anspruchsvollen Rennstrecke in Spanien verlief für die österreichische Marke sehr schwierig. Kein Fahrer schaffte es in die Top 10. Nun fuhren zwei KTM-Fahrer in die Top 6 und insgesamt drei in die Top 10.

Pol Espargaro wurde Vierter, Miguel Oliveira Sechster und Rookie Iker Lecuona egalisierte als Neunter sein bisher bestes Karriereergebnis. Nicht ins Ziel schaffte es Brad Binder, der für den Startunfall mit Jack Miller eine Strafe für das nächste Rennen ausfasste.

Was waren die Gründe für den deutlichen Fortschritt von KTM? "Das Motorrad konnte natürlicher lenken", erklärt Binder. "In Schräglage ist das Bike von selbst dem Scheitelpunkt näher gekommen. Wir konnten das Motorrad auch besser aufrichten, wodurch wir besser aus der Kurve kamen."

"Das machte alles viel einfacher, weil man nicht ständig auf der Flanke des Reifens war und den Reifen verheizt hat." Denn das war noch das Problem in Aragon 1 gewesen. Dazu kam, dass man bei etwas höheren Temperaturen nun den Medium-Vorderreifen gut verwenden konnte.

Fahrer konnten jetzt die Stärken der RC16 nutzen

"Ich konnte die Stärken unseres Motorrads nutzen", betont Espargaro. "Der Grip am Hinterreifen war in Schräglage nicht unglaublich gut, aber ich konnte mit dem Medium-Vorderreifen hart bremsen. Es hängt am Vorderreifen. Wir machen die Zeit auf der Bremse und am Kurveneingang."

"Mit dem weichen Vorderreifen war das am vergangenen Wochenende ein Desaster. Jetzt konnten wir die Abstimmung dahingehend verbessern, dass das Turning besser ist. Das hat auch dem Hinterreifen geholfen, weil der Grip hier nicht so hoch war."

Im Laufe des Rennens machte Pol Espargaro einige Positionen gut

Im Laufe des Rennens machte Pol Espargaro einige Positionen gut<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Im Laufe des Rennens machte Pol Espargaro einige Positionen gutMotorsport Images

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"Am ersten Aragon-Wochenende haben wir versucht herauszufinden, was los ist. Wir haben kleine Änderungen beim Set-up vorgenommen. Jetzt haben wir ganz andere Set-ups verwendet und haben viel mehr verändert als normalerweise. Dazu kam der andere Vorderreifen."

"Ich denke, wir haben den Weg gefunden. Auch Lecuona hat an diesem Wochenende gut gearbeitet. Am Ende bin ich mit seinem Set-up gefahren. Wir hatten am Freitag große Mühe, aber dann hat uns Ikers Set-up geholfen. Dann hat das Motorrad sehr gut funktioniert."

Lecuona kämpft gegen namhafte Fahrer

Lecuona lernt die MotoGP ohne Druck kennen. Seine Performance wird Schritt für Schritt besser. "Die vier KTM-Fahrer haben an diesem Wochenende wie ein Team gearbeitet", bestätigt der 20-Jährige die Aussagen von Espargaro. "Das hat uns geholfen, nach vor zu kommen."

Iker Lecuona vor den Routiniers Crutchlow, Dovizioso, Petrucci und Bradl

Iker Lecuona vor den Routiniers Crutchlow, Dovizioso, Petrucci und Bradl<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Iker Lecuona vor den Routiniers Crutchlow, Dovizioso, Petrucci und BradlMotorsport Images

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"Ich bin sehr zufrieden mit diesem Rennen. Ich habe gegen 'Dovi', Petrucci und Aleix gekämpft. Im Duell mit Aleix habe ich Fehler gemacht, in Kurve 12 bin ich einmal von der Strecke abgekommen und habe zwei Sekunden verloren."

"Ich fühlte mich gut auf dem Motorrad und konnte Zeit gutmachen. Ich denke, es wäre ein besseres Ergebnis möglich gewesen. Trotzdem bin ich happy, weil ich wieder viel gelernt habe. Das betrifft auch unseren Plan für die Elektronik."

Während Lecuona im Bereich von Platz zehn gekämpft hat, ging es für Espargaro und Oliveira immer weiter nach vorne. Das Duo machte Postion um Position gut. Oliveira befand sich immer im Schlepptau von Espargaro.

Oliveira duelliert sich mit den beiden Franzosen im Feld

Überholen gestaltete sich für Oliveira allerdings schwieriger. Rundenlang lieferte er sich ein Duell mit Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha), bis er sich schließlich durchsetzen konnte. "Fabio war in den Sektoren eins und zwei stärker, und ich in drei und vier", beschreibt der Portugiese.

"Auf der Gegengeraden konnte ich im Windschatten etwas gutmachen, aber sobald ich aus dem Windschatten ausgeschert bin, konnte ich nicht überholen. Wir müssen vielleicht noch mehr an der Aerodynamik arbeiten. Dort habe ich Zeit verloren."

So eng ging es im Zielsprint zwischen Zarco und Oliveira zu

So eng ging es im Zielsprint zwischen Zarco und Oliveira zu<span class="copyright">Motorsport Images</span>
So eng ging es im Zielsprint zwischen Zarco und Oliveira zuMotorsport Images

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In der Schlussphase holte das KTM-Duo noch Johann Zarco (Avintia-Ducati) ein. Während Espargaro rasch vorbeikam, hatte es Oliveira wieder schwerer. Die Entscheidung fiel im Zielsprint. Auf der Linie hatte Zarco 0,038 Sekunden Vorsprung.

"Pol kam schnell an Zarco vorbei, weil Zarco das nicht erwartet hatte", sagt Oliveira zu diesem Duell. "Dann drehte sich Zarco um und sah mich. Er hat dann angefangen, jede Lücke zuzumachen. Das war ziemlich frustrierend, aber so ist Racing. Es war sehr knapp."

"Wirklich glücklich bin ich nicht, aber recht zufrieden. Ich denke, es hätte noch etwas besser sein können, aber ich habe zu viel hinter Quartararo und Zarco verloren. Aber ich konnte kämpfen und habe mein Bestes gegeben. Wir müssen mit diesem sechsten Platz zufrieden sein. Von null auf Platz sechs ist recht schön."

In der Fahrer-WM ist Espargaro auf Platz acht und Oliveira auf Rang zehn. In der Marken-WM hält KTM Platz vier und hat ein Polster von 26 Punkten auf Honda, die zuletzt deutlich aufgeholt haben. In der Teamwertung ist KTM auf Platz fünf und Tech 3 auf Position acht.

Weitere Co-Autoren: Oriol Puigdemont. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.