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Drei Gründe, warum du deine Investmententscheidungen alleine treffen solltest!

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Wenn es um ihre Finanzen geht, bevorzugen es viele Menschen in unserem Land, sich von anderen beraten zu lassen. Ich würde sogar behaupten, in Deutschland gibt es wohl kaum jemanden, der noch nicht bei irgendeinem Bank-, Finanz- oder Versicherungsberater gesessen hat.

Auch ich wurde in jungen Jahren einmal von einem Vertreter dieser Spezies zu Hause aufgesucht. Und ich fand es damals irgendwie unfassbar, dass ein mir eigentlich fremder Mensch bei mir zu Hause auf dem Stuhl sitzt und mir erklären möchte, was ich denn am besten mit meinem Geld anstellen sollte, um in Zukunft glücklich und zufrieden zu sein.

Obwohl ich vom Investieren damals noch keine Ahnung hatte, erschien mir die Vorstellung, jemand anderem in Bezug auf meine Geldangelegenheiten zu vertrauen, aber total absurd. Ich setzte den netten Herrn also vor die Tür und nahm mir ab diesem Zeitpunkt vor, mich mit dem Thema „Kapitalanlage“ nun selbst intensiv zu beschäftigen. Denn mir wollte einfach nicht in den Kopf, warum ich bei solch wichtigen Dingen den Rat von Fremden benötigen sollte.

Heute weiß ich, dass dies genau die richtige Entscheidung war. Um auch dich zu animieren, mehr Eigeninitiative zu entwickeln, kommen jetzt drei Gründe, warum du deine Investmententscheidungen generell alleine treffen solltest.

1. Berater sind meist nur Verkäufer

Man kennt es aus Erzählungen anderer oder auch aus den Medien: Beratungsgespräche sind meistens gleichzusetzen mit Verkaufsgesprächen! Das soll nicht heißen, dass man in solchen Gesprächen generell schlecht beraten wird, aber Ziel der Unterhaltung ist in meinen Augen fast immer, dass man später seine Unterschrift unter irgendwelche Verträge setzt.

Eine Ausnahme ist hier allerdings der sogenannte Honorarberater, der, wie der Name schon sagt, seine Kunden bei Zahlung eines vorher vereinbarten Honorars über verschiedene Möglichkeiten der Kapitalanlage aufklärt. Diese Leute arbeiten meist unabhängig und sind so nicht an bestimmte, vom Arbeitgeber vorgegebene Angebote gebunden.

Ich würde dir aber raten, beide Möglichkeiten nicht zu nutzen, denn ich bin der Meinung, dass, wenn du dir selbst ein kompaktes Wissen in finanziellen Dingen aneignest, es keiner Berater bedarf, die dich bei deinen Geldanlagen irgendwie unterstützen müssen.

2. Du bekommst finanzielle Bildung

Dieser Punkt knüpft eigentlich an den vorhergehenden Absatz an. Denn es leuchtet sicherlich ein, dass, wenn du dich wegen einer Investition, die du tätigen möchtest, intensiv mit einem Thema auseinandersetzt, hier auch immer mehr in die Materie eintauchst und verstehst, wie die Dinge funktionieren oder wie ein Finanzprodukt aufgebaut ist.

Natürlich kommt es dann vielleicht vor, dass du auch einmal eine falsche Entscheidung triffst. Aber auch dies setzt einen Lernprozess in Gang, der dir dann später helfen kann, bestimmte Fehler eben nicht mehr zu begehen. Und du bekommst noch etwas ganz Wichtiges mit auf den Weg, das du benötigst, wenn du erfolgreich an den Kapitalmärkten agieren willst. Nämlich Erfahrung!

Und wenn du viel Erfahrung hast, führt dies zwangsläufig dazu, dass du auch wesentlich selbstbewusster wirst. Und Selbstbewusstsein ist eine Eigenschaft, die dich natürlich ungemein bei deinen Investmententscheidungen unterstützen kann.

3. Du hast selbst den Überblick

Auch den dritten Punkt sehe ich als außerordentlich wichtig an. Denn wenn du dich um deine finanziellen Angelegenheiten selbst kümmerst, dann hast du auch jederzeit den kompletten Überblick über deine Geldanlagen. Und so hast du natürlich den Vorteil, immer das Gesamtpaket betrachten zu können und dann zu entscheiden, ob die eine oder andere Investition überhaupt noch zu deinen Anlagezielen passt oder ob noch die richtige Risikostreuung vorhanden ist.

Wie du siehst, kann es absolut von Vorteil sein, wenn du dich um deine Finanzen ausschließlich selbst kümmerst. Ich werde es für mich auf jeden Fall so beibehalten und in Gelddingen weiterhin nur einem Menschen vertrauen. Nämlich mir selbst.

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