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Drei Anzeichen dafür, dass euer Chef euch "still und leise" feuert – und die zwei Schritte, die ihr sofort unternehmen solltet

Eine Entlassung zu vermeiden, ist in vielen Fällen möglich. - Copyright: picture alliance / CHROMORANGE | Markus Mainka
Eine Entlassung zu vermeiden, ist in vielen Fällen möglich. - Copyright: picture alliance / CHROMORANGE | Markus Mainka

Chef zu sein, bringt unangenehme Aufgaben mit sich. Es ist nie leicht, einem oder einer Beschäftigten zu sagen, dass er oder sie im Unternehmen nicht genug leisten. So tendieren einige Vorgesetzte dazu, ihre Mitarbeiter "still und leise zu feuern", indem sie ihnen statt unangenehmes lieber gar kein Feedback geben und von den Mitarbeitern einfach nichts mehr erwarten. So meiden die Manager unangenehme Gespräche – und die Mitarbeiter bleiben zumindest vorerst im Unternehmen und gehen ihrem Arbeitsalltag nach.

Doch eine solche "stille" Entlassung hält euch bei schlechter Konjunktur nicht lange im Unternehmen, wenn das Unternehmen Kosten reduzieren und unproduktive Belegschaft loswerden will. Deswegen müsst ihr die leise Entlassung erkennen, um der echten Entlassung zu entkommen. Hier sind drei Anzeichen dafür, dass ihr still und leise entlassen werdet:

  1. Vorgesetzte, die euch normalerweise Feedback geben und euch zeigen, wie ihr euren Job besser machen könnt, tun das nicht mehr.

2. Die Arbeitszyklen im Unternehmen, die Arbeit schaffen und Umsätze generieren, finden ohne eure Beteiligung weiterhin statt.

3. Wenn ihr bei euren Vorgesetzten ein Problem meldet, haben sie keine Lösung und suggerieren, mit einer Kündigung eurerseits klarkommen zu können.

Falls ihr die Angst habt, in so einer Situation verwickelt zu sein, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

Fragt nach Feedback

Viele Unternehmen haben während der Pandemie ihre Korrekturmechanismen ausgesetzt. Doch das jährliche Mitarbeitergespräch und die Bewertung der Mitarbeiterleistung erleben nun ein Comeback. Falls bei euch kein Mitarbeitergespräch ansteht, fragt nach einer informellen Beurteilung eurer Arbeitsleistungen. Präzises, konstruktives Feedback – auch wenn es negativ ist – ist ein unbezahlbares Geschenk.

Sucht das Gespräch mit euren Vorgesetzten. Macht klar, dass ihr einen Unterschied im Unternehmen machen möchtet, euch unterfordert fühlt und einen Termin für die Beurteilung vereinbaren wollt. So können eure Vorgesetzten ihre Gedanken ausformulieren. Seid offen, mutig und bereit, Kritik zuzuhören.

Macht das Gespräch leicht. Sagt eurem Vorgesetzten, welche Arbeit ihr leistet und welche Rolle ihr in den nächsten Monaten erfüllen könnt. Fragt, ob es Aufgaben gibt, die ihr besser als bisher erledigen könnt und vermittelt das Gefühl, dass ihr die Kritik auch hören wollt. Achtet bei diesem Gespräch auf eure Körpersprache. Ihr wollt nicht defensiv rüberkommen, wenn ihr kritisiert werdet. Zeigt, dass ihr aufmerksam zuhört. Vermeidet beschäftigte Hände und verschränkte Arme.

Grundlegende Probleme angehen

Wenn ihr viel tut für euer Unternehmen und euch wundert, wieso ihr nicht befördert werdet, kann es auch sein, dass eure Leistungen nicht genug wahrgenommen werden. Dann müsst ihr womöglich bessere Werbung für euch selbst machen. Denkt nicht, dass eure Arbeit für sich spricht.

Falls ihr aber wiederholt negatives Feedback bekommt, solltet ihr die grundlegenden Probleme angehen. Die Kritik eurer Vorgesetzten kann auch einfach eine nicht korrekte Wahrnehmung sein. Falls ihr faktisch falsche Kritik bekommt, versucht, eure Vorgesetzten zu korrigieren – ohne zu streiten. Ein Streit kann eure Beziehung zueinander belasten und gut gemeinte Kritik in der Zukunft schwierig machen.

Wenn ihr merkt, dass euer Chef euch tatsächlich still und leise abgeschrieben hat, kann der Gedanken an die sofortige Kündigung sehr verführerisch sein. Bedenkt dann bitte, dass es schlauer ist, einen Job zu suchen, während ihr noch einen Job habt. Überlegt euch, welcher Schritt wann klug ist. Falls ihr noch eine Chance seht, fragt zum Beispiel nach einer Weiterbildung, um mehr zu lernen. Vielleicht sichert ihr euch euren Job so doch noch. Falls nicht: Redet nicht schlecht über euren alten Arbeitgeber. Fokussiert euch auf eure Leistungen und sucht einen Job, der euch herausfordert und Freude bereitet.

Dieser Artikel wurde von Amin Al Magrebi aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.