Deutsche Märkte geschlossen

Draghi stellt Lockdown-Lockerungen für Italien in Aussicht

·Lesedauer: 1 Min.
"Entschuldigung, aber sie lassen uns Ihre Lieben nicht beisetzen"

Der italienische Regierungschef Mario Draghi hat eine Lockerung der Lockdown-Regelungen ab dem 26. April angekündigt. Nach einem Rückgang der Neuinfektionen und Fortschritten bei der Impfkampagne sei seine Regierung bereit, ein "kalkuliertes Risiko" einzugehen, sagte Draghi am Freitag.

Laut Draghi sollen in Zonen mit mittlerem und niedrigem Infektionsrisiko die Schulen wieder öffnen. Mitte Mai sollen die Schwimmbäder und Anfang Juni Sporthallen und Fitness-Center folgen.

Die Regierung in Rom zählt dabei auf die Beibehaltung der Abstandsregeln und die Einhaltung der Maskenpflicht sowie auf einen schnellen Fortschritt der Impfkampagne. In Italien wurden bislang insgesamt rund 115.000 Corona-Todesfälle registriert.

Die Bestattungsunternehmen in Rom machten derweil mit einer Kundgebung auf einen durch zu viel Bürokratie verursachten chronischen Stau bei den Feuerbestattungen aufmerksam. Derzeit beträgt der Rückstau nach Angaben der Berufsorganisation 1800 Bestattungen. Der Chef der Berufsorganisation, Giovanni Caccioli, sprach von einer "absurden Lage", den Hinterbliebenen werde ein "qualvolles" Hin und Her zwischen den Friedhofsverwaltungen und den Ämtern zugemutet.

"Wir bitten Sie um Verzeihung, aber wir dürfen ihre Liebsten nicht beisetzen", hieß es auf Transparenten. Bis eine Feuerbestattung genehmigt sei, vergingen in Rom üblicherweise 35 bis 40 Tage, beklagte Caccioli. In anderen Städten Italiens könnten die Formalitäten in maximal 48 Stunden geregelt werden. Der Anstieg der Sterbefälle und geschlossene Ämter in der Pandemie haben die Situation noch verschlimmert.

Die Zahl der gewünschten Feuerbestattungen stieg in Rom von 5820 im Jahr 2006 auf 17.000 im Jahr 2019. Weil die Kapazitäten zur Einäscherung nicht entsprechend ausgebaut wurden, müssen die Verstorbenen häufig für die Einäscherung in andere Städte transportiert werden.

ao/gt