Deutsche Märkte geschlossen

Draghi lindert Bank-Leid etwas, EZB-Negativzinsen sinken weiter

Nicholas Comfort, Yuko Takeo und Catherine Bosley

(Bloomberg) -- Die Europäische Zentralbank hat den Kreditinstituten eine leichte Entlastung von den negativen Auswirkungen der am Donnerstag erneut gesenkten Negativzinsen angeboten. Aber es reichte nicht aus, um das Vertrauen in die Entwicklung der europäischen Banken wiederherzustellen, deren Aktien abrutschten.

Der EZB-Rat will ein zweistufiges System für Reserven einführen, bei dem ein Teil der überschüssigen Liquiditätsbestände der Banken von den Einlagengebühren der EZB befreit wird. Die EZB verbesserte auch die Bedingungen für die Gewährung langfristiger Kredite an Banken, der sogenannten TLTROs, indem sie den Zinssatz senkte.

Die geldpolitischen Entscheidungsträger gehen davon aus, dass weitere Zinssenkungen die Inflation und das Wachstum wiederbeleben werden, da die Bedrohungen durch den US-Handelsprotektionismus und den Brexit das Vertrauen belasten. Die Banken haben sich schon lange darüber beschwert, dass die Politik, die dazu führt, dass sie für das Parken ihres Bargeldes bei der Zentralbank zahlen, die Rentabilität drückt. Dies könnte dazu führen, dass sie die Kreditvergabe zurückfahren, was wiederum das Wachstum bremsen und der EZB erneut Kopfschmerzen bereiten würde.

“Überfällig war, dass die EZB nun endlich für ihren negativen Einlagensatz einen Staffelzins einführt”, sagte Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, in einer Erklärung. “Doch dieser positive Schritt wird durch die noch weiter gesenkten Negativzinsen und die zusätzliche Liquiditätsspritze zu einem großen Teil konterkariert.“

Die Bankaktien gaben nach, der Stoxx 600 Banks Index sackte in der Spitze um 1,8% ab. Titel der Bank of Ireland verloren zuletzt 4,6%, die der Commerzbank 1,5%.

Wenn ein Teil der Einlagen im Rahmen einer so genannten Staffelung von der Gebühr befreit wird, mindert das den Druck auf die Gewinne der Banken. Bei einer Konferenz in der vergangenen Woche forderten unter anderem Führungskräfte der Deutschen Bank, der ABN Amro Bank und der UBS Group ein entschiedenes Handeln.

Überschrift des Artikels im Original:Draghi Gives Banks Pain Relief as ECB Negative Rates Deepen (1)

--Mit Hilfe von Steven Arons.

Kontakt Reporter: Nicholas Comfort in Frankfurt ncomfort1@bloomberg.net;Yuko Takeo in Tokyo ytakeo2@bloomberg.net;Catherine Bosley in Zurich cbosley1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Paul Gordon pgordon6@bloomberg.net, ;Dale Crofts dcrofts@bloomberg.net, Ross Larsen

For more articles like this, please visit us at bloomberg.com

©2019 Bloomberg L.P.