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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 28.01.2021 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 6 Min.

ROUNDUP 2: Historische Rezession: US-Wirtschaft 2020 um 3,5 Prozent eingebrochen

WASHINGTON - Die US-Wirtschaft ist wegen der Corona-Krise im vergangenen Jahr in historischem Ausmaß eingebrochen. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte um 3,5 Prozent, wie am Donnerstag aus den Daten US-Regierung hervorging. Das war der stärkste Rückgang der Wirtschaftsleistung seit 1946 nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In absoluten Zahlen lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der ersten Schätzung zufolge demnach bei rund 21 Billionen US-Dollar.

EZB-Rat Rehn: Notenbank beobachtet Wechselkurs genau

FRANKFURT - Erneut hat ein Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) mögliche Maßnahmen gegen eine zu starke Aufwertung des Euro <EU0009652759> angedeutet. Die EZB sei bereit, alle zur Verfügung stehenden Instrumente falls erforderlich zu verwenden oder bei Bedarf anzupassen, sagte Ratsmitglied Olli Rehn am Donnerstag in einem Interview mit dem Fernsehsender Bloomberg TV. Die EZB beobachte die Entwicklung des Wechselkurses und die Inflationserwartungen genau, versicherte der Präsident der Notenbank von Finnland.

ROUNDUP: Impfgipfel findet am Montag statt

BERLIN - Angesichts der Corona-Impfmisere planen Bund und Länder ein Spitzentreffen am kommenden Montag. "Die Bundeskanzlerin und die Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz haben sich darauf verständigt, am 1. Februar um 14.00 Uhr zu einem Impfgespräch zusammenzukommen", teilte ein Regierungssprecher am Donnerstag in Berlin mit. An der Videokonferenz würden neben weiteren Mitgliedern der Bundesregierung und den Regierungschefs und -chefinnen der Länder auch Vertreter der Impfstoffhersteller sowie der betreffenden Verbände teilnehmen. Zunächst hatte das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" darüber berichtet.

GESAMT-ROUNDUP 2: Luftverkehr stellt sich auf lange Durststrecke ein

BERLIN - Leere Terminals, leerer Himmel: Die Deutschen werden nach Einschätzung der Branche erst in einigen Jahren wieder so viel fliegen wie vor Corona-Krise. Vermutlich 2025 dürften bundesweit wieder so viele Menschen in Flugzeuge steigen wie 2019, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) mitteilte. Die Branche durchlaufe ihre längste und tiefeste Krise. Airlines und Flughäfen werden demnach auch in diesem Jahr Verluste machen, zahlreiche Arbeitsplätze sind bedroht. Bund und Länder könnten mit Millionen gegensteuern. Die Unternehmen hoffen unterdessen auf ein Ende des Fast-Stillstands im Frühjahr.

USA: Neubauverkäufe steigen weniger als erwartet

WASHINGTON - In den USA ist der Zahl der Verkäufe neuer Häuser im Dezember weniger als erwartet geklettert. Die Neubauverkäufe stiegen gegenüber dem Vormonat um 1,6 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten hingegen mit einem deutlicheren Anstieg um 3,5 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren sie um 12,6 Prozent gefallen.

USA: Frühindikatoren setzen Erholung fort

WASHINGTON - Die konjunkturellen Aussichten in den USA haben sich im Dezember weiter verbessert. Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren stieg um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Anstieg in dieser Größenordnung gerechnet.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken überraschend stark

WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deutlich gesunken. In der Woche bis zum 23. Januar seien 847 000 Anträge gestellt worden, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das sind 67 000 Anträge weniger als in der Woche zuvor. Volkswirte hatten im Schnitt 875 000 Erstanträge erwartet.

ROUNDUP: Vietnam befürchtet erstmals seit Monaten größeren Corona-Ausbruch

HANOI - Vietnam befürchtet erstmals seit Monaten einen größeren Corona-Ausbruch im Land. Am Donnerstag seien 84 Neuinfektionen bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Es handele sich um die ersten lokalen Übertragungen des Virus nach 55 Tagen. Nachdem am Morgen zunächst zwei Fälle in den nördlichen Provinzen Hai Duong und Quang Ninh verzeichnet worden waren, wuchs die Zahl kurz darauf im Rahmen der Kontaktverfolgung weiter.

Deutschland: Inflation steigt unerwartet stark

WIESBADEN - Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich nach dem Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung zum Jahresanfang beschleunigt. Im Januar lagen die Verbraucherpreise um 1,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Analysten hatten nur eine Inflationsrate von 0,7 Prozent erwartet. In den Vormonaten war die Jahresinflationsrate noch negativ gewesen. Gegenüber Dezember stiegen die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent.

Norwegischer Staatsfonds macht rund 100 Milliarden Euro Gewinn 2020

OSLO - Die Aktienmarktrally der vergangenen Monate hat beim norwegischen Staatsfonds 2020 die Gewinne sprudeln lassen. Vor allem die starken Kursanstiege von Technologietiteln lieferten Rückenwind. "Das liegt in erster Linie daran, dass die Viruspandemie für einen starken Nachfrageanstieg nach Produkten für Online-Arbeiten, -Lernen, -Handel und -Unterhaltung gesorgt hat", sagte der seit September amtierende Fondschef Nicolai Tangen laut einer Mitteilung vom Donnerstag. Der größte staatliche Fonds der Welt erzielte demnach ein Ergebnis von 1,07 Billionen norwegischen Kronen (rund 102 Mrd Euro).

Italien: Industrie und Verbraucher zum Jahresauftakt pessimistischer

ROM - Die Stimmung der italienischen Industrieunternehmen und der Verbraucher hat sich zu Beginn des Jahres eingetrübt. Der Indexwert für die Unternehmensstimmung im verarbeitenden Gewerbe fiel im Januar zum Vormonat um 0,9 Punkte auf 95,1 Zähler, wie das Statistikamt Istat am Donnerstag in Rom mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 95,8 Punkten gerechnet. Belastet wurde der Indikator durch eine schwächere Einschätzung der Auftragseingänge.

Italiens Staatspräsident setzt Gespräche nach Conte-Rücktritt fort

ROM - Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella hat nach dem Rücktritt von Premier Giuseppe Conte seine Gespräche mit den Parteien des Parlaments fortgesetzt. Am Donnerstag empfing er die Vertreter kleinerer Parteien aus Senat und Abgeordnetenkammer im Quirinalspalast. "Wir bevorzugen eine eventuelle dritte Regierung unter Conte, weil wir gute Erfahrungen mit ihm gemacht haben", sagte die Präsidentin der Gruppe der Autonomen Provinzen im Senat, Julia Unterberger, nach dem Gespräch.

Eurozone: Wirtschaftsstimmung trübt sich ein

BRÜSSEL - Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich zu Jahresbeginn eingetrübt. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) fiel von Dezember auf Januar um 0,9 Punkte auf 91,5 Zähler, wie die Europäische Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem stärkeren Rückgang auf 89,6 Punkte gerechnet. In der EU gab der Indikator ebenfalls nach.

ROUNDUP: EZB-Aufseher warnen Banken vor steigenden Kreditrisiken

FRANKFURT - Die EZB-Bankenaufsicht mahnt die Branche zur Vorsorge für eine mögliche Welle an Kreditausfällen als Folge der Corona-Krise. "Die Banken müssen sich ... auf einen Anstieg notleidender Kredite einstellen und zumindest die Klippeneffekte abmildern, die aufgrund der zeitlichen Begrenzung der Stützungsprogramme eintreten können", teilten die Aufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt mit. Das Kreditrisiko sei "als eine der größten Herausforderungen zu betrachten, mit denen der Bankensektor und die Aufsichtsbehörden in den kommenden Monaten konfrontiert sein werden".

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