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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 26.02.2020 - 17.00 Uhr

VIRUS/ROUNDUP 2: Bundesregierung sieht 'neue Situation' - Virus nähergerückt

BERLIN/DÜSSELDORF/TÜBINGEN - Angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Europa und Deutschland sieht die Bundesregierung eine "neue Situation". Das Virus sei deutlich nähergerückt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. In Deutschland wurden seit Dienstagabend fünf Fälle bekannt.

ROUNDUP: Scholz will für Altschuldenhilfe Schuldenbremse aussetzen

BERLIN - Finanzminister Olaf Scholz will die Schuldenbremse im Grundgesetz vorübergehend aussetzen, um die Altschulden finanzschwacher Kommunen zu übernehmen. Einen entsprechenden Plan wolle der SPD-Politiker im März vorstellen, berichtete die Wochenzeitung "Die Zeit" am Mittwoch. Das Finanzministerium kommentierte den Bericht zunächst nicht. Gegenwärtig werde an einem Konzept gearbeitet, wobei man unterschiedliche Varianten diskutiere, hieß es lediglich.

Barnier warnt vor Brexit-Folgen zum Jahresende

BRÜSSEL - Der Brexit wird EU-Verhandlungsführer Michel Barnier zufolge unausweichliche Auswirkungen auf die Wirtschaft haben - egal, ob die EU und Großbritannien bis zum Jahresende einen Vertrag über Handelsfragen abschließen oder nicht. "Auf jeden Fall wird es definitive Änderungen geben", sagte Barnier am Mittwoch vor Professoren und Studenten der Handelshochschule ECSP in Brüssel.

USA: Neubauverkäufe auf höchstem Stand seit 13 Jahren - Preise steigen stark

WASHINGTON - Der amerikanische Immobilienmarkt entwickelt sich weiterhin sehr robust. Wie das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte, stieg die Zahl der verkauften Neubauten im Januar auf den höchsten Stand seit Mitte 2007. Mit auf das Jahr hochgerechnet 764 000 Häusern wurden so viele Neubauten veräußert wie seit knapp 13 Jahren nicht mehr. Analysten hatten im Mittel eine annualisierte Zahl von 718 000 Verkäufen erwartet.

Bouffier begrüßt geplanten Bürgerdialog der Europäischen Zentralbank

WIESBADEN - Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat begrüßt, dass sich die Europäische Zentralbank (EZB) den Fragen und Meinungen von Bürgern öffnen will. "Ich kann Sie nur ermutigen", sagte Bouffier am Mittwoch bei einem Besuch der seit November amtierenden EZB-Präsidentin Christine Lagarde in Wiesbaden. "Denn je mehr die Menschen verstehen, umso besser werden sie in der Lage sein, es auch zu beurteilen. Und dann wird Europa, Europäische Zentralbank auch ganz greifbar." Bouffier empfing die EZB-Präsidentin zu einem Antrittsgespräch in seiner Dienstvilla.

ROUNDUP: EU-Kommission fordert noch mehr Investitionen von Deutschland

BRÜSSEL - Beim Konfliktthema fehlende Investitionen bescheinigt die EU-Kommission Deutschland leichte Fortschritte - fordert aber weitere Steigerungen. Mittlerweile gebe es einen Trend zu wachsenden privaten und öffentlichen Investitionen, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch in ihrer Analyse der Wirtschaftslage der EU-Staaten mit. Zugleich kritisierte die EU-Kommission unzureichende Bemühungen in etlichen Bereichen. Und sie warnte: Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus könnten sich die wirtschaftlichen Aussichten bald eintrüben.

ROUNDUP: Italien fürchtet durch die Viruskrise Sturz in die Rezession

MAILAND - Mailand ist stolz auf seinen Status als Italiens Wirtschafts- und Modemetropole. Doch die Krise um den Ausbruch des Coronavirus in der Region Lombardei bremst nicht nur die Stadt aus, sondern könnte die gesamte Wirtschaft des Landes anstecken. Und um die ist es sowieso seit Jahren nicht gut bestellt. Im letzten Quartal 2019 sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent - der größte Rückgang im Vergleich zum Vorquartal seit fast sieben Jahren.

Ökonom befürchtet Rezession in Italien als Folge der Virus-Krise

MAILAND - Nach der zuletzt schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus im Norden Italiens fürchten Ökonomen einen weiteren Rückschlag für die Konjunktur des ganzen Landes. "Uns geht es sowieso schon nicht sehr gut, und wir riskieren nun ernsthaft eine Rezession", sagte der Ökonom Andrea Giuricin von der Mailänder Bicocca-Universität. Im letzten Quartal 2019, also vor Ausbruch der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit in China, sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent. Das war der größte Rückgang im Vergleich zum Vorquartal seit fast sieben Jahren.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.