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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 26.07.2019 - 17.00 Uhr

ROUNDUP: US-Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

WASHINGTON - Die US-Wirtschaft hat nach einem starken Jahresauftakt im zweiten Quartal an Fahrt verloren. Die größte Volkswirtschaft der Welt bleibt trotz des Handelskonflikts mit China aber weiter auf Wachstumskurs. In den Monaten April bis Juni sei die amerikanische Wirtschaftsleistung auf das Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent gewachsen, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington laut einer ersten Schätzung mitteilte. Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) annualisiert noch deutlich stärker um 3,1 Prozent gewachsen.

EZB: Goldabkommen der Notenbanken nicht mehr nötig

FRANKFURT - Das Goldabkommen führender europäischer Notenbanken wird nicht verlängert. Die Unterzeichner würden keinen Sinn mehr in einem formellen Abkommen sehen, da sich der Markt entwickelt habe und reifer geworden sei, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mit. Das vierte Goldabkommen wird am 26. September auslaufen. Es war von der EZB, den nationalen Notenbanken im Euroraum, der schwedischen Reichsbank und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) unterzeichnet worden.

Studien im Regierungsauftrag für knapp 1,3 Milliarden Euro

BERLIN - Seit 2013 hat die Bundesregierung rund 1,28 Milliarden Euro für wissenschaftliche Studien ausgegeben. Das geht aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der FDP hervor, über die zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag) berichtet hatte. Danach belief sich das Gesamtbudget für Studien im Bundesumweltministerium auf 454 Millionen Euro, gefolgt vom Wirtschaftsministerium (knapp 230 Millionen Euro) und dem Verkehrsministerium (175 Millionen Euro).

Oettinger warnt London: Nicht Bonität gefährden

BERLIN - Der EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger hat den britischen Premierminister Boris Johnson davor gewarnt, im Falle eines ungeregelten EU-Austritts Großbritanniens die milliardenschwere Austrittsrechnung nicht zu begleichen. Denn das würde "die Bonität des Vereinigten Königreichs gefährden", sagte Oettinger dem "Tagesspiegel" (Samstag, Online Freitag).

Brinkhaus: Soli komplett abschaffen und im Haushalt sparen

BERLIN - CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus wirbt für einen kompletten Abbau des Solidaritätszuschlages und will dafür den Bundeshaushalt nach unnötigen Subventionen durchforsten. Brinkhaus sagte dem SWR im am Freitag vorab veröffentlichten "Interview der Woche" (Samstag), man müsse Ausgabenposten systematisch durchforsten und eine "grundlegende Analyse" vornehmen. Im Haushalt gebe es noch "einige Reserven".

Russische Notenbank senkt Leitzins wie erwartet

MOSKAU - Die russische Notenbank hat ihren Leitzins wie erwartet gesenkt. Der Leitzins werde um 0,25 Prozentpunkte auf 7,25 Prozent reduziert, teilte die Notenbank am Freitag in Moskau mit. Dies ist die zweite Zinssenkung im laufenden Jahr. Die Entscheidung war von Analysten erwartet worden.

ANALYSE: Experten sehen türkische Notenbank auf riskantem Kurs

FRANKFURT - Die überraschend starke Zinssenkung der türkischen Notenbank kurz nach einem Wechsel an der Führungsspitze der Zentralbank wird von Analysten kritisch gesehen. "Das Risiko ist erheblich, denn Zinssenkungen (?) können mittelfristig einen bösen Boomerang-Effekt haben", schrieb Analystin Antje Praefcke von der Commerzbank in einem am Freitag veröffentlichen Marktkommentar. Sollte die Inflation in der Türkei im weiteren Verlauf des Jahres steigen, könnte die türkische Währung abwerten. Dies würde die ohnehin schon vergleichsweise starke Teuerung zusätzlich ankurbeln.

EZB: Experten erwarten weniger Wachstum und Inflation - Arbeitslosigkeit sinkt

FRANKFURT - In der Eurozone ist Fachleuten zufolge mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr und einer geringeren Inflation zu rechnen. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) hervor. Die befragten Experten erwarten für dieses Jahr ein Wachstum von 1,2 Prozent, gefolgt von 1,3 Prozent 2020. Die Erwartungen für dieses Jahr blieben unverändert, die Erwartung für 2020 fiel um 0,1 Prozentpunkte niedriger aus als in der vorangegangenen Umfrage. 2021 wird weiter ein Wachstum von 1,4 Prozent erwartet.

Seoul: Nordkoreas Wirtschaft weiter geschrumpft

SEOUL - Die Wirtschaft des weithin abgeschotteten Nordkorea ist 2018 nach Schätzungen aus Südkorea das zweite Jahr hintereinander deutlich geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt des Nachbarlandes sei um 4,1 Prozent (2017: minus 3,5 Prozent) zurückgegangen und damit so stark wie seit 21 Jahren nicht mehr, schreibt die Zentralbank in einem am Freitag in Seoul veröffentlichten Bericht. Der Außenhandel fiel demnach wertmäßig um nahezu 50 Prozent.

Italien: Unternehmensstimmung trübt sich weiter ein - Konsumlaune steigt

ROM - Die Stimmung in den italienischen Unternehmen hat sich im Juli überraschend stark eingetrübt und erreichte den tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren. Der entsprechende Indexwert ging erneut zurück und fiel um 0,6 Punkte auf 100,1 Zähler, wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit Anfang 2015. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, aber im Schnitt nur auf 100,5 Punkte.

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