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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 22.11.2019 - 17.00 Uhr

ROUNDUP 3/EZB-Präsidentin Lagarde: Europa braucht gemeinsame Antworten

FRANKFURT - Die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde und führende deutsche Bankmanager haben angesichts globaler Handelskonflikte und der schwächeren Konjunktur eine stärkere Rolle Europas angemahnt. Da es sich um gemeinsame Herausforderungen handele, "müssen wir ihnen mit einer gemeinsamen Antwort begegnen", sagte Lagarde bei ihrer ersten programmatischen Rede seit dem Amtsantritt am 1. November.

USA: Michigan-Konsumstimmung hellt sich stärker als erwartet auf

MICHIGAN - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im November überraschend deutlich aufgehellt. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima stieg um 1,3 Punkte auf 96,8 Zähler, wie die Universität am Freitag laut einer zweiten Schätzung mitteilte. Analysten hatten mit einer Bestätigung der Erstschätzung von 95,7 Punkten gerechnet.

Scholz: Bankenunion könnte binnen fünf Jahren vollendet sein

FRANKFURT - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hofft auf eine Vollendung der europäischen Bankenunion in den nächsten vier bis fünf Jahren. Er rechne mit Verhandlungen von zwei bis drei Jahren sowie weiteren zwei Jahren für die Ausarbeitung der rechtlichen Vorschriften, sagte der Minister am Freitag bei einer Veranstaltung in Frankfurt. Es bestünden gute Chancen, dass die nächste Krise erst danach komme.

ROUNDUP 3/Xi: China will Handelsdeal mit USA - kann aber auch kämpfen

PEKING/WASHINGTON - China bemüht sich nach Darstellung von Staats- und Parteichef Xi Jinping engagiert um eine erste Vereinbarung im Handelskrieg mit den USA. Die zweitgrößte Volkswirtschaft habe aber keine Angst vor einer anhaltenden Auseinandersetzung. "Wenn notwendig, werden wir zurückkämpfen, aber wir arbeiten aktiv daran, keinen Handelskrieg zu haben", sagte der chinesische Präsident am Freitag in Peking. US-Präsident Donald Trump sagte in einem Interview mit dem Sender Fox News, die Chancen für ein Abkommen stünden "sehr gut". Es gefalle ihm aber nicht, dass China von Ebenbürtigkeit bei dem Deal spreche.

ROUNDUP 2: Kramp-Karrenbauer stellt Machtfrage - Parteitag feiert CDU-Chefin

LEIPZIG - CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat angesichts andauernder Kritik die Machtfrage gestellt - und sie vorerst für sich entschieden. Wenn die Partei nicht bereit sei, ihren Kurs mitzugehen, solle sie dies beim Parteitag entscheiden, sagte sie am Freitag in Leipzig. "Dann lasst es uns heute aussprechen. Dann lasst es uns heute auch beenden. Hier und jetzt und heute", erklärte die Parteichefin zum Schluss ihrer Rede. Die etwa 1000 Delegierten erhoben sich von ihren Plätzen und feierten ihre Chefin rund sieben Minuten lang. Auch ihr Rivale Friedrich Merz stand auf und applaudierte lange. Kramp-Karrenbauer war wegen Wahlschlappen und schwachen Umfragewerten für sie persönlich und die Partei heftig in die Kritik geraten.

Weidmann: Lockere Geldpolitik bleibt angemessen - Nebenwirkungen nehmen zu

FRANKFURT - Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat sich grundsätzlich für die Fortsetzung der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgesprochen und gleichzeitig vor wachsenden Risiken gewarnt. "Wie EZB-Vizepräsident Luis de Guindos am Montag sagte, sind wir uns bewusst, dass der expansive Kurs der Geldpolitik im Euroraum mit Nebenwirkungen verbunden ist und dass die Nebenwirkungen zunehmen", sagte Weidmann am Freitag in Frankfurt. Diese Einschätzung vertrete er schon länger.

Einigung bei Chemie-Tarifgesprächen erzielt

WIESBADEN - Rund 580 000 Beschäftigte in der deutschen Chemie- und Pharmabranche bekommen mehr Geld. Die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC einigten sich bei ihren Tarifgesprächen am Freitag auf ein Lohnplus von 1,5 Prozent ab Juli 2020. Ab Juli 2021 sollen die Bezüge um weitere 1,3 Prozent steigen, wie beide Seiten in Wiesbaden mitteilten.

Großbritannien: Unternehmensstimmung trübt sich weiter ein

LONDON - Die Unternehmensstimmung in Großbritannien hat sich im November von niedrigem Niveau aus weiter eingetrübt. Wie das Institut Markit am Freitag in London auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex gegenüber dem Vormonat um 1,5 Punkte auf 48,5 Zähler. Das ist der tiefste Stand seit mehr als drei Jahren. Analysten hatten im Mittel einen Wert von 50,2 Punkten erwartet. Das britische Pfund reagierte mit Kursverlusten auf die Daten.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.