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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 20.10.2020 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 4 Min.

Brexit-Streit: Britisches Oberhaus stimmt gegen Binnenmarktgesetz

LONDON - Das britische Oberhaus hat im Streit um den Brexit dem sogenannten Binnenmarktgesetz mit großer Mehrheit eine Abfuhr erteilt. Das House of Lords stimmte mit 395 zu 169 Stimmen gegen den Gesetzesentwurf. Mit dem Gesetz könnte die Regierung von Premierminister Boris Johnson Teile des bereits gültigen Austrittsabkommens zwischen London und der EU wieder aushebeln. Dies war auf starken Protest der Opposition und der Europäischen Union gestoßen. Sie warfen Johnson Rechtsbruch vor.

ROUNDUP/Brexit-Handelspakt: London pocht weiter auf Entgegenkommen der EU

BRÜSSEL/LONDON - Im heftigen Streit um den Brexit-Handelspakt haben EU-Unterhändler Michel Barnier und sein britischer Kollege David Frost am Dienstag das Gespräch gesucht. Sie hätten miteinander telefoniert, bestätigte eine Regierungssprecherin am Dienstag der Deutschen-Presse-Agentur. Die Europäische Union müsse Kompromissbereitschaft zeigen, hieß es erneut aus der Downing Street.

USA: Baubeginne und Genehmigungen legen wieder zu

WASHINGTON - Der US-Immobilienmarkt hat sich nach einem leichten Dämpfer wieder besser entwickelt. Nach einem Rückgang im August erhöhten sich im September sowohl die Baubeginne als auch die Baugenehmigungen wieder. Es seien 1,9 Prozent mehr Bauten begonnen worden als einen Monat zuvor, teilte das Handelsministerium am Dienstag in Washington mit. Analysten hatten einen stärkeren Anstieg von im Schnitt 3,5 Prozent erwartet.

Studien: Europas Arbeitsmarkt stabilisiert sich, aber Kaufkraft sinkt

NÜRNBERG - Europas Arbeitsmarkt ist nach dem Absturz in der Corona-Krise dabei, sich zu stabilisieren. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg legte am Dienstag erstmals ein Arbeitsmarktbarometer vor, das sich aus Informationen von Arbeitsverwaltungen aus 15 Ländern speist. Dabei werde mit 98,7 Punkten fast der Mittelwert von 100 erreicht, der eine neutrale Entwicklung an den Arbeitsmärkten bedeutet. "Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Europa stabilisiert sich, aber die Krise ist noch nicht überstanden", erklärte IAB-Forschungsbereichsleiter Enzo Weber, der das Projekt gemeinsam mit dem Europäischen Netzwerk der öffentlichen Arbeitsverwaltungen initiiert hat.

Athen: EU soll Aufhebung der Zollunion mit der Türkei prüfen

ATHEN - Der griechische Außenminister Nikos Dendias hat die EU aufgefordert, eine vollständige Aufhebung der Zollunion mit der Türkei zu prüfen. Das berichtete am Dienstag die halbstaatliche griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA unter Berufung auf diplomatische Kreise in Athen.

Streeck ruft zur Teilnahme an seiner neuen Studie auf

GANGELT - Der Bonner Virologe Hendrik Streeck (43) hat die Bevölkerung in der kleinen Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg zur Teilnahme an seiner neuen Studie aufgerufen. Man wolle zum Beispiel verstehen, ob man sich nach einer Infektion wieder infizieren könne, erklärte der Forscher in einer am Dienstag vom Kreis verbreiteten Video-Botschaft auf Facebook. "Das sind extrem wichtige Fragen. Weil es für uns auch Fragen beantwortet, wie wir im nächsten Jahr zum Beispiel mit Sars-CoV-2 umgehen würden, wenn es keinen Impfstoff gibt", sagte er. Bei dem Untersuchungstermin am Mittwoch werde man Blut abnehmen, einen Rachenabstrich machen und Fragen stellen.

Dänemark nominiert Ulrik V. Knudsen für OECD-Chefposten

KOPENHAGEN - Dänemark will den langjährigen Diplomaten und Außenpolitiker Ulrik Vestergaard Knudsen ins Rennen um den Chefposten bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schicken. Die Regierung in Kopenhagen will den 51-Jährigen am Mittwoch offiziell für das Amt des OECD-Generalsekretärs nominieren, wie das Außenministerium am Dienstag mitteilte. Eine starke OECD sei wichtiger denn je, weshalb sie einen bewährten Anführer brauche, der die Organisation und ihre Mitglieder genau kenne, erklärte Außenminister Jeppe Kofod. "Ulrik V. Knudsen ist dieser Anführer."

ROUNDUP: Irland kündigt strenge Corona-Maßnahmen an - 'schwerer Winter'

DUBLIN - Irland verschärft seine Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie drastisch. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag tritt für sechs Wochen die höchste von fünf Maßnahmen-Stufen in Kraft, wie der irische Premierminister Micheál Martin in einer Rede am Montagabend ankündigte. Wer kann, muss bis zum 1. Dezember von zu Hause aus arbeiten. Nur für das tägliche Leben unverzichtbare Geschäfte wie Supermärkte dürfen noch geöffnet bleiben. Treffen mit anderen Haushalten zu Hause oder selbst im heimischen Garten sind untersagt. Um einen kompletten Lockdown handelt es sich jedoch nicht.

Deutschland: Rückgang der Erzeugerpreise schwächt sich weiter ab

WIESBADEN - In Deutschland schwächt sich der Preisdruck auf Produzentenebene weiter ab. Die Erzeugerpreise sanken im September zum Vorjahresmonat um 1,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Im August hatte der Preisrückgang noch 1,2 Prozent betragen. Analysten hatten für September mit einer Rate von minus 1,4 Prozent gerechnet.

Eurozone: Leistungsbilanz mit größerem Überschuss

FRANKFURT - Die Leistungsbilanz der Eurozone hat im August einen höheren Überschuss ausgewiesen. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag in Frankfurt mitteilte, stieg der Überschuss gegenüber Juli von knapp 17 Milliarden auf fast 20 Milliarden Euro. Der Überschuss in der Handelsbilanz legte zu, die Dienstleistungsbilanz wies dagegen einen geringeren Überschuss aus. Die Salden der Einkommensbilanzen waren defizitär.

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