Deutsche Märkte geschlossen

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 19.01.2021 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 4 Min.

ROUNDUP 2: Lockdown wird wohl verschärft - Sorge wegen Mutationen

BERLIN - Vor dem Bund-Länder-Treffen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie an diesem Dienstag zeichnet sich eine Fortsetzung des Lockdowns bis in den Februar hinein ab. Über die genauen Verschärfungen herrscht zum Teil aber noch große Uneinigkeit. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr, meldeten SPD-Länder eine Reihe von Änderungen an einer Beschlussvorlage an, die zuvor an mehrere Länder verschickt worden war. Entsprechende Papiere lagen der dpa vor. Vor den von 14.00 Uhr an geplanten Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gab es noch Vorgespräche.

ROUNDUP: ZEW-Konjunkturerwartungen steigen überraschend deutlich

MANNHEIM - Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Januar überraschend deutlich aufgehellt. Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW stieg gegenüber dem Vormonat um 6,8 Punkte auf 61,8 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet, allerdings nur auf im Schnitt 59,4 Punkte.

ROUNDUP: Bundesarbeitsministerium plant Homeoffice-Pflicht

BERLIN - Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) plant über eine neue Verordnung die Einführung einer Homeoffice-Pflicht für Unternehmen. Zudem sind schärfere Regeln am Arbeitsplatz vorgesehen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus im Arbeitsleben zu verhindern. Der entsprechende Entwurf für die Verordnung liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Arbeitgeber warnen vor einer "Homeoffice-Bürokratie".

Scholz sieht vorerst keinen Bedarf für zusätzliche EU-Corona-Hilfen

BRÜSSEL - Trotz der anhaltenden Krise sieht Bundesfinanzminister Olaf Scholz vorerst keinen Bedarf, die europäischen Corona-Hilfen aufzustocken. Die EU-Staaten müssten die eingeplanten 750 Milliarden Euro aus dem Wiederaufbauprogramm nun erst mal einsetzen, sagte der SPD-Politiker am Dienstag nach Beratungen mit seinen EU-Kollegen. "Das wird ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen." Scholz mahnte Eile bei der Aufstellung von Aufbauplänen. "Es muss fix gehen." Die Gelder würden dringend benötigt.

Deutsche Industrie mit vollen Auftragsbüchern

WIESBADEN - Die deutsche Industrie verfügt wieder über einen stattlichen Auftragsbestand. Im November wurde der zwischenzeitliche Einbruch in der Corona-Krise weiter aufgeholt, wie aus am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Der preisbereinigte Wert der Bestellungen beim Verarbeitenden Gewerbe lag 0,8 Prozent über dem Vormonat und sogar 3,2 Prozent über dem Vorkrisen-Niveau aus dem Februar 2020. Beim Vergleich wurden jeweils Kalender- und Saisoneffekte bereinigt. Rechnerisch verfügten die Unternehmen über Aufträge mit einer Produktionsreichweite von unverändert 6,5 Monaten.

Banken im Euroraum strenger bei Kreditvergabe

FRANKFURT - Die Banken in der Eurozone haben ihre Standards für die Kreditvergabe weiter verschärft. Die internen Vergaberegelungen seien im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal unter dem Strich strenger ausgefallen, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag in Frankfurt mit. Die Verschärfung betreffe sowohl Kredite an Unternehmen als auch Darlehen an Verbraucher, etwa zum Hauskauf.

Deutschland: Inflationsrate bleibt negativ

WIESBADEN - Die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind im Schnitt weiter rückläufig. Die Verbraucherpreise seien im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent gefallen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Eine vorläufige Schätzung wurde damit bestätigt. Schon seit einigen Monaten ist die Rate negativ. Gegenüber November stieg das Preisniveau dagegen um 0,5 Prozent. Analysten hatten dies im Schnitt erwartet.

DIHK-Umfrage: Exporterwartungen in Industrie leicht verbessert

BERLIN - Inmitten der Corona-Krise gibt es auch Lichtblicke in der Wirtschaft. Die Exporterwartungen in der Industrie haben sich laut einer Umfrage leicht verbessert. Insbesondere die Nachfrage aus China nach deutschen Produkten zeige sich derzeit stabil. Das geht aus der Trendauswertung einer Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervor.

ROUNDUP: Rekordschulden für die Pandemie - doch weit weniger als gedacht

BERLIN - Satte 218 Milliarden Euro neue Schulden hatte der Bundestag der großen Koalition für das vergangene Jahr genehmigt. Pandemie-Kredite in nie da gewesener Höhe, für Hilfspakete, Mehrwertsteuersenkung, Unternehmensrettung. Wer soll das je zurückzahlen, haben sich viele gefragt. Jetzt ist klar: Am Ende hat der Bund etwa 40 Prozent der Kredite überhaupt nicht gebraucht. Doch das sind nicht nur gute Nachrichten.

IEA senkt Nachfrageprognose für Rohöl wegen neuer Corona-Beschränkungen

PARIS - Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für die Nachfrage nach Rohöl angesichts neuer Corona-Beschränkungen erneut gesenkt. Die weltweiten Impfungen würden zwar für verbesserte Aussichten im weiteren Jahresverlauf sorgen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht. Es werde jedoch mehr Zeit brauchen, bis sich die Ölnachfrage vollständig erholt habe, da erneute Lockdowns in einer Reihe von Ländern den Kraftstoffabsatz belasteten.

Trotz US-Sanktionen: Moskau will Nord Stream 2 fertig bauen

MOSKAU - Russland will die umstrittene Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 trotz erwarteter US-Sanktionen zu Ende bauen. Moskau beabsichtige, "die kontinuierliche Arbeit an der Fertigstellung dieses Projekts fortzuführen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. Russland bedauere das Vorgehen der Vereinigten Staaten. "Dieses internationale Projekt ist weiter mit grobem, gesetzwidrigem Druck vonseiten der USA konfrontiert", beklagte Peskow.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.