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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 17.00 Uhr - 18.06.2020

ROUNDUP: Britische Notenbank weitet Kriseneinsatz aus

LONDON - Die britische Zentralbank hat ihre Geldpolitik in der Corona-Krise weiter gelockert. Wie die Bank of England am Donnerstag nach ihrer Zinssitzung in London mitteilte, erhöht sie das Volumen ihrer Wertpapierkäufe um 100 Milliarden auf 745 Milliarden Pfund. Analysten hatten in etwa mit einem solchen Schritt gerechnet. Den Leitzins beließ sie auf 0,1 Prozent.

ROUNDUP: EZB versorgt Banken mit Krediten in Billionenhöhe

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Banken im Euroraum in der Corona-Krise mit Krediten in Billionenhöhe versorgt. Wie die EZB am Donnerstag in Frankfurt mitteilte, erhalten die Geldhäuser in einer neuen Kreditrunde längerfristige Darlehen in Höhe von 1,31 Billionen Euro. Die Nachfrage der Banken lag etwas über den Erwartungen von Analysten. Bei der Zuteilung handelt es es sich jedoch um eine Bruttogröße. Abzüglich anderer fälliger EZB-Kredite von etwa 760 Milliarden Euro liegt die Summe neuer Kredite tiefer.

ROUNDUP: Obst bleibt teurer - 40 300 ausländische Saisonkräfte kamen

BERLIN - Angesichts der Corona-Krise müssen Verbraucher weiter mit hohen Preisen für Obst und Gemüse rechnen. Trotz der Lockerung von Alltagsbeschränkungen bleibt die Lage auf dem Lebensmittelmarkt aus Expertensicht aber unsicher. "Es wurde nicht weniger gegessen", sagte der Generalsekretär des Bauernverbands, Bernhard Krüsken, am Donnerstag in Berlin. Gewechselt hätten aber die Absatzkanäle - mit einem Ausfall der Gastronomie und starken Zuwächsen im Einzelhandel.

GESAMT-ROUNDUP/Stärker, geeinter: Merkel will Europa aus der Corona-Krise führen

BERLIN/BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel will Deutschlands EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um Europa gestärkt aus der Corona-Krise zu führen. Die Europäische Union stehe vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag im Bundestag. Gleich zum Start der Präsidentschaft am 1. Juli stehen enorm schwierige Verhandlungen über das geplante milliardenschwere Programm zur wirtschaftlichen Erholung an.

USA: Frühindikatoren erholen sich etwas von Corona-Absturz

WASHINGTON - Die konjunkturellen Aussichten in den USA haben sich etwas aufgehellt. Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren stieg im Mai um 2,8 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten einen etwas schwächeren Zuwachs um 2,6 Prozent erwartet. In den beiden Monaten zuvor war der Sammelindikator dagegen abgestürzt. Ausschlaggebend waren die drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

ROUNDUP 2: USA scheren aus Verhandlungen über Digitalsteuer aus

WASHINGTON/BRÜSSEL/PARIS - Die USA sind aus Gesprächen über eine Digitalsteuer zumindest vorläufig ausgestiegen - und drohen weiter mit Vergeltung bei einseitigen Maßnahmen. Man habe keine Fortschritte gemacht und Finanzminister Steven Mnuchin habe "beschlossen, zu sagen, dass wir nicht länger an den Verhandlungen teilnehmen", sagte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte danach dem Finanzdienst Bloomberg, die USA schlügen "eine Pause in den Gesprächen" vor, damit sich Regierungen auf die Bewältigung der Corona-Krise konzentrieren könnten.

USA: Philly-Fed-Index steigt überraschend deutlich - höchster Stand seit Februar

PHILADELPHIA - Das Geschäftsklima in der US-Region Philadelphia hat sich im Juni deutlich stärker als erwartet von den Einbrüchen in der Corona-Krise erholt. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) stieg im Monatsvergleich um 70,6 Punkte auf 27,5 Punkte, wie die regionale Zentralbank am Donnerstag in Philadelphia mitteilte. Er signalisiert so wieder eine Belebung der wirtschaftlichen Aktivität. Volkswirte hatten lediglich einen Anstieg auf minus 21,4 prognostiziert.

USA: Erneut rund 1,5 Millionen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe

WASHINGTON - Die Corona-Pandemie setzt dem US-Arbeitsmarkt weiter zu. In der Woche bis 13. Juni stellten 1,508 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Im Vergleich zur Vorwoche sank die Zahl nur leicht um 58 000 Anträge. Analysten hatten einen stärkeren Rückgang erwartet.

Ifo-Chef Fuest: Geldpolitik muss Inflationsszenario verhindern

MÜNCHEN - Ifo-Chef Clemens Fuest hat vor den Auswirkungen einer möglichen stärkeren Inflation infolge Corona-Krise gewarnt. Entscheidend für die Zeit nach der Krise werde sein, ob es der Geldpolitik gelinge, "ein Inflationsszenario zu verhindern. Denn wenn das misslingt, haben wir ein Riesenproblem", sagte er bei der Jahresversammlung des Info-Instituts am Donnerstag in München. "So weit darf man es nicht kommen lassen."

IfW: Corona kostet zeitweise eine Million Arbeitsplätze

KIEL - Die Corona-Krise wird nach Schätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) aufs Jahr gesehen zu einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 6,8 Prozent führen und in der Spitze rund eine Million Arbeitsplätze kosten. Das schreibt das Institut in seiner am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturprognose. "Der Tiefpunkt der Krise liegt hinter uns", sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths. "Das ist noch keine Entwarnung, denn der Tiefpunkt war extrem tief." Im zweiten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 12 Prozent geschrumpft sein. Damit markiere die Corona-Krise den schärfsten Wirtschaftseinbruch seit Bestehen der Bundesrepublik.

ROUNDUP/EuGH: Ungarisches NGO-Gesetz verstößt gegen EU-Recht

LUXEMBURG - Im Streit um aus dem Ausland finanzierte Nichtregierungsorganisationen hat die ungarische Regierung eine Niederlage vor dem Europäischen Gerichtshof kassiert. Das sogenannte NGO-Gesetz verstoße gegen EU-Recht, urteilten die Luxemburger Richter am Donnerstag (Rechtssache C-78/18).

Schweizer Notenbank führt lockere Geldpolitik fort und erwartet tiefe Rezession

BERN - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat mitten in der Corona-Krise die Zinsen nicht angetastet und damit ihre expansive Geldpolitik fortgeführt. Die Währungshüter rechnen mit einer tiefen Rezession in der Schweiz. Konkret belässt die SNB ihren Leitzins sowie den Zins auf Sichtguthaben bei minus 0,75 Prozent, wie sie am Donnerstag im Rahmen der geldpolitischen Lagebeurteilung mitteilte.

Brasilianische Notenbank senkt Leitzins wie erwartet deutlich

BRASILIA - Die Notenbank Brasiliens stemmt sich mit einer weiteren kräftigen Zinssenkung gegen die wirtschaftlichen Folgen der immer stärker um sich greifenden Corona-Pandemie in dem Land. Die Währungshüter senkten den Leitzins um weitere 0,75 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent. Das ist der niedrigste Stand in der Geschichte des Landes. Dies teilte die Notenbank am Mittwochabend in Brasilia mit. Von Bloomberg befragte Experten hatten mit einem Schritt in dieser Größenordnung gerechnet.

Australiens Arbeitslosenquote steigt deutlich

CANBERRA - Australiens Arbeitslosenquote ist im Mai auf 7,1 Prozent gestiegen. Regierungschef Scott Morrison sprach am Donnerstag von einer "herzzerreißenden" Entwicklung. Im April hatte die Arbeitslosenquote noch 6,4 Prozent betragen. 227 700 Menschen hätten zwischen den beiden Monaten ihre Arbeit verloren, teilte das amtliche Statistikbüro mit. Damit verzeichnete Australien den zweitstärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Monatsvergleich seit Beginn der Erfassung solcher Daten 1978. Infolge der Corona-Krise sank die Zahl der Beschäftigten seit März um mindestens 822 000. Im März hatte Australiens Arbeitslosenrate noch bei 5,2 Prozent gelegen.

China droht USA wegen Sanktionsgesetz mit Widerstand

PEKING - Nach der Unterzeichnung eines Sanktionsgesetzes, mit dem China für die Verfolgung von Uiguren bestraft werden soll, hat Peking den USA mit Konsequenzen gedroht. Die USA müssten "ihre Fehler unverzüglich korrigieren" und die Gesetzesvorlage zurückziehen. "Andernfalls wird China definitiv entschlossen Widerstand leisten, und alle daraus resultierenden Konsequenzen müssen vollständig von den USA getragen werden", hieß es in einer Mitteilung des chinesischen Außenministeriums am Donnerstag.

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