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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 17.08.2022 - 17.00 Uhr

ROUNDUP 2: Britische Inflation knackt 10-Prozent-Marke - kaum Entlastung

LONDON - Die ohnehin stark gestiegenen Verbraucherpreise haben in Großbritannien erneut einen Sprung gemacht. Im Juli kletterte die Inflation auf 10,1 Prozent und damit auf die höchste Rate seit Beginn der Erfassung vor 25 Jahren, wie das nationale Statistikamt ONS am Mittwoch mitteilte. Nach einer Rückrechnung des ONS dürfte die Inflation zuletzt im Jahr 1982 höher gelegen haben. Der Anstieg toppt selbst Erwartungen von Experten: Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg von 9,4 auf 9,8 Prozent gerechnet.

USA: Einzelhandelsumsätze stagnieren im Juli

WASHINGTON - Die Einzelhandelsumsätze in den USA haben im Juli stagniert. Die Erlöse lagen auf dem Niveau des Vormonats, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs um 0,1 Prozent gerechnet. Der Umsatzanstieg im Vormonat wurde von 1,0 auf 0,8 Prozent nach unten revidiert.

Eurozone: Wirtschaft wächst moderater als erwartet

LUXEMBURG - Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone hat sich im Frühjahr weniger als erwartet beschleunigt. Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 19 Euroländer zum Vorquartal um 0,6 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg laut einer zweiten Schätzung mitteilte. In einer ersten Schätzung war noch ein Wachstum 0,7 Prozent ermittelt worden. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer Bestätigung der Erstschätzung gerechnet. Im ersten Quartal hatte das Wachstum 0,5 Prozent betragen.

EU-Kommissar erteilt Mehrwertsteuer-Ausnahme endgültige Absage

BRÜSSEL - Die von der Bundesregierung gewünschte Ausnahme von der Mehrwertsteuer für die geplante Gasumlage ist endgültig vom Tisch. Der gegenwärtige rechtliche Rahmen lasse eine Ausnahme für die Gasumlage nicht zu, schrieb EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni am Mittwoch in einem Brief an Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). Es sei auch nicht möglich für die Kommission, in diesem Fall Abweichungen von der Mehrwertsteuer-Richtlinie vorzuschlagen. Dies sei nur bei verfahrenstechnischen Fragen möglich, nicht aber, wenn es um die Höhe der Steuer gehe, schrieb Gentiloni. Der Brief lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

Deutsche Industrie kommt bei ihren Aufträgen kaum hinterher

WIESBADEN - Bei der deutschen Industrie wächst der Berg unerledigter Aufträge weiter. Im Juni stieg der preisbereinigte Wert der vorliegenden Aufträge um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat Mai. Innerhalb eines Jahres ist der Bestand preisbereinigt sogar um 14,1 Prozent gewachsen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch berichtete. Damit wurde ein Höchststand seit Beginn der Erfassung im Jahr 2015 erreicht. Als Gründe für die stockende Erledigung wurden gestörte Lieferketten infolge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs genannt. Theoretisch würden die Firmen acht Monate benötigen, um bei gleichbleibendem Umsatz die Aufträge vollständig abzuarbeiten.

Chinas Premier räumt Wirtschaftsprobleme ein: Unerwartete Schocks

PEKING - Chinas Wirtschaft muss nach den Worten von Regierungschef Li Keqiang gegen "Schocks jenseits der Erwartungen" ankämpfen, die im zweiten Quartal erlitten worden seien. "Jetzt ist der kritischste Augenblick für die wirtschaftliche Erholung", sagte der Premier nach amtlichen Angaben vom Mittwoch bei einem Treffen am Vortag mit Provinzführern in der südchinesischen Metropole Shenzhen.

Neuseeland erhöht Zinsen wegen hoher Inflation erneut

WELLINGTON - Die Notenbank Neuseelands hat erneut den Leitzins angehoben. Der Leitzins steige um 0,5 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent, wie die Währungshüter am Mittwoch in Wellington mitteilten. Damit hat die Notenbank das vierte Mal in Folge die Zinsen erhöht, um sich weiter gegen die hohe Inflation zu stemmen. Analysten haben mit diesem Schritt einstimmig gerechnet. Aktuell befindet sich der Leitzins in Neuseeland auf einem 7-Jahreshoch.

ROUNDUP/Ökonomen: Bundesregierung muss Mittelschicht dringend entlasten

BERLIN - Die Bundesregierung muss aus Sicht von Ökonomen wegen der stark steigenden Energiepreise dringend ein Entlastungspaket vor allem für Menschen mit geringen bis mittleren Einkommen auf den Weg bringen. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das beste Instrument sind direkte Transferzahlungen wie ein Energiegeld von 100 Euro pro Person und pro Monat für die kommenden 18 Monate."

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.