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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 15.08.2022 - 17.00 Uhr

ROUNDUP: Gasumlage nicht so hoch wie befürchtet - Habeck will Entlastungen

BERLIN/RATINGEN - Auf Gaskunden kommen ab Herbst wegen einer staatlichen Umlage an Importeure Preissteigerungen zu - es wird zunächst aber nicht so teuer wie befürchtet. Die Höhe der Gasumlage wird bei 2,419 Cent pro Kilowattstunde liegen. Das teilte die Firma Trading Hub Europe, ein Gemeinschaftsunternehmen der Gas-Fernleitungsnetzbetreiber in Deutschland, am Montag in Ratingen mit. Mit der Umlage werden erhöhte Beschaffungskosten von Importeuren an die Kunden weitergegeben.

USA: NAHB-Immobilienindex fällt deutlich - Achter Rückgang in Folge

WASHINGTON - Die Stimmung auf dem US-Häusermarkt hat sich im August stärker als erwartet eingetrübt. Der NAHB-Hausmarktindex fiel um 6 Punkte auf 49 Punkte, wie die National Association of Home Builders am Montag in Washington mitteilte. Es ist der mittlerweile achte Indexrückgang in Folge. Volkswirte hatte nur einen leichten Rückgang auf 54 Punkte erwartet.

Industrie fordert von Politik Hilfe für Unternehmen wegen Gasumlage

BERLIN - Der Bundesverband der Deutschen Industrie fordert von der Politik wegen der ab Herbst fälligen Gasumlage, besonders schutzbedürftige Unternehmen zu unterstützen. "Die Politik sollte sich überlegen, die Umlage über 2024 hinaus zeitlich zu strecken, denn die Kosten werden viele Unternehmen überfordern", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Holger Lösch am Montag laut Mitteilung. "Dazu muss die Politik noch einmal über die Reduktion staatlicher Lasten auf den Energiebezug nachdenken." Die Bundesregierung solle außerdem schnell dafür sorgen, so viel Energie aus nicht-russischen Quellen bereitzustellen wie möglich.

Maschinenexport schwächelt im ersten Halbjahr

FRANKFURT - Die Folgen des Ukraine-Krieges und die Konjunkturabkühlung in China belasten das Exportgeschäft der deutschen Maschinenbauer. Im ersten Halbjahr stiegen die Ausfuhren wertmäßig zwar um 2,3 Prozent auf 91 Milliarden Euro, wie der Branchenverband VDMA am Montag mitteilte. Ursache seien aber ausschließlich Preiseffekte. Gemessen an der Menge lagen die Ausfuhren 3,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes.

Habeck: Im Falle von Mehrwertsteuer auf Umlage Ausgleich

BERLIN - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat Ausgleichsmechanismen angekündigt für den Fall, dass die Mehrwertsteuer auf die Gasumlage fällig wird. Das sagte der Grünen-Politiker am Montag in Berlin.

Gasumlage: Scholz sichert weiteres Entlastungspaket zu

BERLIN - Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Bürgern angesichts der Gasumlage ein weiteres Entlastungspaket zugesichert. "Wir lassen niemanden allein mit den höheren Kosten", teilte der SPD-Politiker am Montag auf Twitter mit. Zugleich räumte Scholz ein: "Es wird teurer - da gibt es kein drum herumreden. Die Energiepreise steigen weiter." Bisher seien schon staatliche Hilfen über 30 Milliarden Euro beschlossen worden.

USA: Empire-State-Index sinkt überraschend deutlich

NEW YORK - Die Stimmung in den Industrieunternehmen im US-Bundesstaat New York ist im August sehr stark gesunken. Der Empire-State-Index brach zum Vormonat um 42,4 Punkte auf minus 31,3 Zähler ein, wie die regionale Notenbank von New York am Montag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 5,0 Punkte gerechnet.

ANALYSE/Commerzbank: Gasumlage treibt Inflation über neun Prozent

FRANKFURT - Die ab Oktober fällige Gasumlage dürfte den Preisdruck in Deutschland nach Einschätzung der Commerzbank weiter merklich verstärken. "Damit dürfte die Inflationsrate bis Ende des Jahres auf deutlich über neun Prozent steigen", heißt es in einer am Montag in Frankfurt veröffentlichten Studie. "Den ersten Sprung auf etwa neun Prozent wird es voraussichtlich im September geben, wenn 9-Euro-Ticket und Tankrabatt auslaufen." Im Juli hatte die Jahresinflationsrate bei 7,5 Prozent gelegen. Die Europäische Zentralbank strebt für die Eurozone mittelfristig eine Rate von zwei Prozent an.

ROUNDUP: Chinas Wirtschaft schwächelt im Juli - Zentralbank senkt Zinsen

PEKING - Als Zeichen einer schwächelnden Konjunktur sind wichtige Wirtschaftsdaten in China im Juli erneut hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Wie das Pekinger Statistikamt am Montag berichtete, verlangsamte sich das Wachstum der Einzelhandelsumsätze im Juli im Vergleich zum Vorjahr auf 2,7 Prozent. Auch die chinesische Industrieproduktion legte im Juli mit 3,8 Prozent langsamer zu, als von Analysten erwartet wurde. Ebenso wie die Anlageinvestitionen, die im Zeitraum von Januar bis Juli noch um 5,7 Prozent zulegten.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.