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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 13.10.2020 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 3 Min.

ROUNDUP/Deutschland: Hohe Neuinfektionen belasten ZEW-Konjunkturerwartungen

MANNHEIM - Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Oktober angesichts der wieder größer werdenden Corona-Unsicherheiten überraschend deutlich eingetrübt. Wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte, fiel der von ihm erhobene Indikator um 21,3 Punkte auf 56,1 Punkte. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 72,0 Punkte gerechnet. An den Finanzmärkten sorgten die schwachen Daten allerdings kaum für Kursreaktionen.

ROUNDUP 2/IWF: Einbruch der Weltwirtschaft weniger dramatisch als befürchtet

WASHINGTON - Die Weltwirtschaft dürfte den Corona-Schock nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) etwas besser verkraften als zunächst befürchtet. In diesem Jahr sei mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um rund 4,4 Prozent zu rechnen, hieß es am Dienstag in einer neuen IWF-Prognose. Damit hob der Währungsfonds seine Vorhersage vom Juni um 0,8 Prozentpunkte an. "Wir gehen von einer etwas weniger heftigen, aber immer noch tiefen Rezession aus", erklärte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath.

ROUNDUP/Bundesbank: Banken müssen sich auf mehr Firmenpleiten einstellen

FRANKFURT - Die Deutsche Bundesbank hat an die Kreditinstitute appelliert, den Geldhahn in der Corona-Krise auch bei steigenden Firmenpleiten offen zu lassen. "Banken sollten ihre vorhandenen Kapitalpuffer nutzen, um weiterhin angemessen Kredite zu vergeben", sagte Claudia Buch, Vizepräsidentin der Bundesbank, bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts 2020 am Dienstag in Frankfurt. Momentan hätten die Banken Kapitalpuffer, um höhere Verluste aufzufangen.

IWF warnt vor Finanzrisiken wegen Corona-Krise

WASHINGTON - Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor Auswirkungen der Corona-Krise auf die Stabilität des internationalen Finanzsystems. Zwar seien die kurzfristigen Gefahren durch das beherzte Eingreifen staatlicher Institutionen wie Regierungen und Notenbanken begrenzt worden, heißt es im Finanzstabilitätsbericht des IWF vom Dienstag. Die Anfälligkeit des Finanzsystems sei in der Krise aber gestiegen.

ROUNDUP: WTO-Schlichter genehmigen EU Milliarden an Strafzöllen auf US-Importe

GENF - Wegen jahrelanger rechtswidriger Subventionen für den US-Flugzeugbauer Boeing <US0970231058> darf die Europäische Union nun Strafzölle auf US-Importe im Umfang von knapp vier Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) im Jahr verhängen. Das legten unabhängige Streitschlichter fest, die die Welthandelsorganisation (WTO) am Dienstag in Genf berichtete. Die Schlichter blieben damit weit unter den Forderungen der EU.

Merkel besorgt über Corona-Lage in Europa

BRÜSSEL - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich besorgt über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Europa geäußert. Die Infektionszahlen nähmen in fast allen Teilen Europas wieder zu, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag im europäischen Ausschuss der Regionen. "Die Lage ist unverändert ernst." Man müsse nun alles tun, das Erreichte nicht zu verspielen und Sorge dafür tragen, dass ein weiterer Lockdown nicht nötig werde.

USA: Inflation zieht leicht an

WASHINGTON - In den USA sind die Verbraucherpreise im September etwas stärker gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sie sich um 1,4 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Im August hatte die Inflationsrate 1,3 Prozent betragen. Im Monatsvergleich stiegen die Lebenshaltungskosten im September um 0,2 Prozent. Analysten hatten mit der aktuellen Entwicklung gerechnet.

EU sieht kaum Fortschritte in Verhandlungen mit London

LUXEMBURG - Die Europäische Union sieht kurz vor Ablauf eines britischen Ultimatums kaum Fortschritte in den Verhandlungen über einen Handelspakt mit London nach dem Brexit. Dies sagten Diplomaten nach einem Bericht von EU-Unterhändler Michel Barnier beim Treffen der Europaminister in Luxemburg am Dienstag. Bei allen wichtigen Streitpunkten seien die Gespräche schwierig. Die EU wappne sich weiter auch für ein Scheitern der Bemühungen um einen Vertrag.

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