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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 11.08.2022 - 17.00 Uhr

USA: Erzeugerpreise steigen schwächer als erwartet

WASHINGTON - In den USA hat sich der Preisauftrieb auf Herstellerebene stärker als erwartet abgeschwächt. Die Erzeugerpreise legten im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,8 Prozent zu, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Im Vormonat hatte die Rate noch bei 11,3 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer Abschwächung auf 10,4 Prozent gerechnet.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steigen - Arbeitsmarkt weiter robust

WASHINGTON - Der Arbeitsmarkt in den USA hat sich in der vergangenen Woche etwas schwächer entwickelt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg um 14 000 auf 262 000, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einer etwas höheren Zahl von 265 000 gerechnet.

ROUNDUP: EU-Kommission kritisiert Passage zu E-Autos in US-Klimapaket

BRÜSSEL/WASHINGTON - Die EU-Kommission hat das Gesetzesvorhaben von US-Präsident Joe Biden für Klimaschutz und Soziales in den USA in Teilen kritisiert. Konkret geht es um eine Passage, die Steuervorteile für Käuferinnen und Käufer von E-Autos nur dann vorsieht, wenn ein bestimmter Anteil der Batterieteile aus den USA stammt. "Die Europäische Union ist zutiefst besorgt über dieses neue potenzielle transatlantische Handelshindernis, das die USA derzeit diskutieren", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel.

ROUNDUP 3: Scholz sichert Bürgern weitere Hilfen und der Ukraine Waffen zu

BERLIN - Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Menschen in Deutschland erneut Unterstützung angesichts der Belastungen durch die hohe Inflation zugesichert. "Wir werden alles dafür tun, dass die Bürgerinnen und Bürger durch diese schwierige Zeit kommen", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag bei seiner Sommerpressekonferenz in Berlin. Der von Russland angegriffenen Ukraine versprach er massive weitere Hilfe auch durch Waffen. In der Hamburger Steueraffäre, in der es auch um sein damaliges Verhalten als Erster Bürgermeister geht, wies er eine Einflussnahme der Politik erneut zurück.

ROUNDUP: Scholz hofft auf Pipeline aus Spanien und Portugal

BERLIN - Zur Erschließung neuer Energiequellen will Kanzler Olaf Scholz (SPD) sich für den Bau einer Pipeline von Portugal und Spanien über Frankreich nach Mitteleuropa einsetzen. Eine solche Leitung hätte gebaut werden sollen und werde nun vermisst, sagte Scholz am Donnerstag bei seiner Sommerpressekonferenz in Berlin. Diese würde jetzt "einen massiven Beitrag zur Entlastung und Entspannung der Versorgungslage" leisten. Er habe deshalb bei seinen Kollegen in Spanien, Portugal und Frankreich sowie bei EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen "sehr dafür geworben, dass wir zum Beispiel ein solches Projekt anpacken".

ROUNDUP: Heizöl bleibt teuer - Steigende Rohölnachfrage erwartet

MÜNCHEN/BERLIN - Heizölkäufer müssen weiter tief in die Tasche greifen, obwohl der Rohölpreis zuletzt gesunken ist. Während auch der als Produkt sehr ähnliche Treibstoff Diesel seit Wochen billiger wird, bewegen sich die Heizölpreise kaum, wie aus Zahlen des Portals HeizOel24 hervorgeht. Für den Donnerstag meldete es beim Kauf von 3000 Litern einen Literpreis von 1,51 Euro. Seit etwa einem Monat schwanken die Preise um 1,50 Euro. Geht man zwei Monate zurück, ergibt sich sogar ein Anstieg um einige Cent pro Liter. Ganz anders bei Diesel: Laut ADAC-Daten sank der Preis für den Kraftstoff seit Mitte Juni um rund 14 bis 15 Cent pro Liter.

Opec senkt Ausblick für globale Wirtschaft und Öl-Nachfrage

WIEN - Der weltweite Bedarf an Erdöl wird laut dem Produzenten-Verband Opec dieses Jahr etwas geringer ausfallen als erwartet. Die in Wien ansässige Organisation erdölexportierender Länder (Opec) geht in ihrem jüngsten Marktbericht davon aus, dass die Weltwirtschaft dieses Jahr lediglich um 3,1 Prozent wachsen wird - 0,4 Prozentpunkte weniger als in der vorigen Prognose im Juli. Die tägliche Nachfrage nach Rohöl werde im Jahresschnitt 100 Millionen Barrel (je 159 Liter) statt der zuvor prognostizierten 100,3 Millionen Barrel erreichen, hieß es in dem Bericht am Donnerstag.

Übergewinnsteuer: Scholz verweist auf Ablehnung der FDP

BERLIN - Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat zur Frage einer möglichen Übergewinnsteuer für Unternehmen mit krisenbedingt hohen Gewinnen auf die ablehnende Haltung der FDP verwiesen. Eine Übergewinnsteuer stehe ebenso wie eine höhere Einkommensteuer für Spitzenverdiener nicht im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP, machte Scholz am Donnerstag in Berlin deutlich. Eine Übergewinnsteuer wäre zudem technisch sehr herausfordernd. Scholz sagte, die Ampel konzentriere sich auf zusätzliche Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger. Diese seien finanzierbar.

Scholz sieht Fortschritte bei Preisdeckel für russisches Öl

BERLIN - Kanzler Olaf Scholz sieht Fortschritte bei Verhandlungen über einen Preisdeckel für russisches Öl. Das sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in Berlin auf die Frage, ob es wahrscheinlicher geworden sei, dass ein solcher Preisdeckel umgesetzt werde. Ein Preisdeckel funktioniere aber nur, wenn dieser global organisiert werde. Es gebe intensive Gespräche darüber, die noch nicht beendet seien. Beim G7-Gipfel in Elmau Ende Juni hatte Scholz eine Preisobergrenze für russisches Öl als ein sehr ambitioniertes und sehr voraussetzungsvolles Vorhaben bezeichnet.

Lindner: Staat kann Folgen des Ukraine-Kriegs nur abfedern

BERLIN - Der Staat kann nach Aussage von Bundesfinanzminister Christian Lindner Folgen des Ukraine-Kriegs wie höhere Energiekosten lediglich abfedern, nicht komplett ausgleichen. "Was wir tun können, das ist ein Stoßdämpfer", sagte der FDP-Chef am Donnerstag im Deutschlandfunk. "Wir können also Härten abfedern, Strukturbrüche verhindern, aber wir können nicht dauerhaft das Wohlstandsniveau mit staatlichem Geld, möglicherweise sogar mit Schulden, sichern."

Gasspeicher-Füllstand hat erstes Speicherziel fast erreicht

BRÜSSEL - Der Füllstand der deutschen Gasspeicher hat das erste Speicherziel von 75 Prozent fast erreicht. Am Dienstag lag der Füllstand bei 73,7 Prozent, wie am Donnerstag aus Daten der europäischen Gasspeicherbetreiber im Internet hervorging. Der Wert lag 0,55 Prozentpunkte über dem Vortageswert. Seit Freitag steigt der Füllstand trotz der deutlich reduzierten Liefermengen aus Russland jeden Tag um mehr als 0,5 Prozentpunkte. Der Füllstand wird immer erst zwei Tage später gemeldet.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.