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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 08.09.2022 - 17.00 Uhr

ROUNDUP/ Mit historischer Zinserhöhung gegen Rekordinflation: EZB erhöht Tempo

FRANKFURT - Die Rekordinflation im Euroraum treibt die Euro-Währungshüter zur größten Zinserhöhung der EZB-Geschichte. Die Notenbank hebt den Leitzins im Euroraum trotz wachsender Sorgen vor einem Absturz der Wirtschaft in eine Rezession um 0,75 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent an. Die Teuerungsraten seien "nach wie vor deutlich zu hoch", begründete die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, am Donnerstag in Frankfurt. Im EZB-Rat habe Einigkeit darüber bestanden, dass weitere Zinsanhebungen in den nächsten Monaten wahrscheinlich seien. Bankenverbände und Volkswirte in Deutschland begrüßten, dass die Notenbank sich nun mit höherem Tempo von ihrer ultralockeren Geldpolitik verabschiedet.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken erneut

WASHINGTON - Der Arbeitsmarkt in den USA hat sich in der vergangenen Woche besser entwickelt als erwartet. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging um 6000 auf 222 000 zurück, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten hingegen im Schnitt einen leichten Anstieg prognostiziert.

IWH: 'Massiver Realeinkommensverlust' durch Preisanstiege für Energie

HALLE - Die starken Preisanstiege für Gas und Strom führen laut einer aktuellen Prognose des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) "zu massiven Realeinkommensverlusten" und einer Rezession in Europa. Seit dem Ukraine-Krieg sei Energie knapper und teurer geworden, erklärte das IWH am Donnerstag. Im Euroraum dürfte der drastische Anstieg der Importpreise für Energie im kommenden Winter über den Verlust von Realeinkommen eine Rezession auslösen. Das Realeinkommen beschreibt die Kaufkraft unter Berücksichtigung der Inflation.

Habeck: Werden breiten Rettungsschirm für Unternehmen aufspannen'

BERLIN - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat Unternehmen in der Energie- und Preiskrise Unterstützung zugesagt. "Wir werden einen breiten Rettungsschirm aufspannen, und wir werden ihn breit aufspannen, so dass vor allem die Kleinen und die KMUs unter diesen Rettungsschirm runterfallen können", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag im Bundestag in der Debatte zum Haushalt seines Ministeriums. Die Regierung aus SPD, Grünen und FDP hatte sich beim Koalitionsausschuss am Wochenende bereits auf weitere Hilfen geeinigt.

IfW Kiel rechnet mit Rückgang der Wirtschaftsleistung 2023

KIEL - Die hohen Energiepreise werden Deutschland nach der Herbstprognose des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in die Rezession drücken. Im kommenden Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) voraussichtlich um 0,7 Prozent zurückgehen, teilte das IfW Kiel am Donnerstag mit. Damit senkte das Institut seine bisherige Prognose um 4 Prozentpunkte. Im laufenden Jahr dürfte es noch ein Plus von 1,4 Prozent geben, 0,7 Prozentpunkte weniger als in der Sommerprognose erwartet. Für 2024 erwartet das IfW Kiel wieder einen Zuwachs des BIP um 1,7 Prozent.

Australien: Historisches Klimagesetz auch vom Senat verabschiedet

SYDNEY - Australiens neues Klimaschutzgesetz hat die letzte Hürde genommen: Nach dem Repräsentantenhaus hat am Donnerstag hat auch der Senat in der Hauptstadt Canberra für das Gesetz gestimmt, mit dem das Land seine Klimaziele für die nächsten Jahre festlegt.

ROUNDUP: Japans Wirtschaft wächst stärker als erwartet

TOKIO - Japans Wirtschaft ist im zweiten Quartal dieses Jahres stärker gewachsen als gedacht. Wie die Regierung am Donnerstag auf Basis revidierter Daten bekanntgab, zog das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal an. Auf das Jahr hochgerechnet bedeutet dies einen Anstieg um 3,5 Prozent. Zunächst hatten die amtlichen Statistiker ein Wachstum von 0,5 Prozent zum Vorquartal beziehungsweise von annualisiert 2,2 Prozent errechnet. Im Vorquartal hatte die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt noch stagniert.

ROUNDUP: US-Kongressdelegation demonstriert Unterstützung für Taiwan

TAIPEH - Als Demonstration der amerikanischen Unterstützung für Taiwan ist erneut eine Delegation des US-Repräsentantenhauses nach Taipeh gereist. Bei einem Treffen mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen am Donnerstag sagte die Leiterin der parteiübergreifenden Abgeordnetengruppe, Stephanie Murphy, die Reise sei "ein Symbol der felsenfesten Verpflichtung des Kongresses für Taiwan".

ROUNDUP: USA sagen Ukraine weitere Militärhilfe zu

RAMSTEIN - Die USA haben der Ukraine weitere Militärhilfe für den Krieg gegen Russland zugesagt. Es gehe um ein neues Waffenpaket mit einem Volumen von rund 675 Millionen Dollar (etwa 676 Mio. Euro), sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Donnerstag auf dem US-Militärstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein.

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