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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 06.02.2020 - 17.00 Uhr

GESAMT-ROUNDUP: Gegenwind für Industrie hält an - Auftragsflaute im Dezember

WIESBADEN/FRANKFURT - Kalte Dusche für die deutsche Industrie zum Ende des Jahres 2019: Die Auftragsflaute hat sich im Dezember fortgesetzt. Die Zahl der neuen Bestellungen sank im Monatsvergleich um 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerten sich die Aufträge um 8,7 Prozent. Nach Einschätzung von Volkswirten ist das kein gutes Vorzeichen für das laufende Jahr.

Handelsdeal: China halbiert Strafzölle auf 75-Mrd-Importe aus USA

PEKING - Zur Umsetzung der Teilvereinbarung im Handelskrieg mit den USA halbiert China seine Sonderzölle auf Importe amerikanischer Waren im Wert von 75 Milliarden US-Dollar. Der Schritt zum 14. Februar erfolgt zeitgleich mit einer Verringerung amerikanischer Strafzölle auf Importe aus China. Wie das Finanzministerium in Peking am Donnerstag mitteilte, halbieren sich die Sonderabgaben von fünf und zehn Prozent, die seit September 2019 erhoben worden waren.

ROUNDUP: Lindner stellt Vertrauensfrage

ERFURT - FDP-Chef Christian Lindner will nach den Vorgängen bei der Wahl des Thüringer Ministerpräsidenten die Vertrauensfrage in der Parteiführung stellen. Dazu solle an diesem Freitag der Bundesvorstand zu einer Sondersitzung zusammenkommen, kündigte Lindner am Donnerstag in Erfurt an.

ROUNDUP: Thüringer Wirtschaft begrüßt Entscheidung für Neuwahl

ERFURT - Die Ankündigung der Thüringer FDP, Neuwahlen zu beantragen, ist in der Wirtschaft auf ein positives Echo gestoßen. "Wir begrüßen die Entscheidung der FDP-Fraktion, die Auflösung des Landtages zu beantragen, um zügig Klarheit für eine Regierungsbildung in Thüringen zu schaffen und Neuwahlen zu ermöglichen", erklärte der Geschäftsführer des Verband der Wirtschaft Thüringen, Stephan Fauth. Zuvor war auch aus der Wirtschaft massive Kritik an der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten laut geworden.

ROUNDUP 2: Nach Trumps Impeachment-Freispruch gehen politische Kämpfe weiter

WASHINGTON - Nach dem Freispruch von US-Präsident Donald Trump im Amtsenthebungsverfahren gegen ihn kämpfen die Demokraten und das Weiße Haus um die Deutungshoheit. Nach dem Urteil des Senats sprach Trump auf Twitter direkt von einem "Sieg" des Landes über den "Impeachment-Scherz". Im Laufe des Donnerstags wollte er sich ausführlich zu der Entscheidung äußern. Am Donnerstagmorgen zeigte sich der Präsident bestens gelaunt beim traditionellen "Nationalen Gebetsfrühstück" in Washington. Er machte den Demokraten dort wegen des Impeachment-Verfahrens schwere Vorwürfe und platzierte auch einen Seitenhieb auf deren Frontfrau, die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Aus Sicht der Demokraten ist Trumps Freispruch wertlos.

ROUNDUP: Neue Hoffnung im Katalonien-Konflikt - Dialogforum vereinbart

BARCELONA - Im katalanischen Unabhängigkeitskonflikt keimt nach jahrelangem Streit leichte Hoffnung. Bei ihrem ersten Treffen seit Dezember 2018 haben der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez und Regionalchef Quim Torra am Donnerstag in Barcelona die Einrichtung eines Dialogforums vereinbart. Die regelmäßigen Treffen sollen schon im Februar beginnen, wie die Zentralregierung nach dem Gespräch mitteilte. "Es ist klar, dass wir (im Konflikt) einen sofortigen Kurswechsel einleiten müssen", sagte Sánchez vor Journalisten. "Im vergangenen Jahrzehnt haben wir alle verloren."

ROUNDUP 2/Presse: Finanzminister Scholz will Sparer steuerlich entlasten

BERLIN - Sollte die Finanztransaktionssteuer in Deutschland kommen, will Finanzminister Olaf Scholz laut einem Bericht Sparer im Gegenzug steuerlich entlasten. Nach Informationen der Tageszeitung "Welt" (Donnerstag) soll dann der derzeit geltende Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro um 50 Euro auf 851 Euro steigen, bei gemeinsam veranlagten Paaren würde der Freibetrag entsprechend um 100 Euro auf 1702 Euro im Jahr steigen.

ROUNDUP: EU-Nettozahler dringen vor Sondergipfel auf Ausgabenbremse

BRÜSSEL - Zwei Wochen vor dem Sondergipfel zum milliardenschweren EU-Haushalt für die Jahre 2021 bis 2027 dringen Nettozahler-Länder auf eine Ausgabenbegrenzung. EU-Ratspräsident Charles Michel intensivierte unterdessen seine Suche nach einem Kompromiss. Allein in dieser Woche stehen 18 Einzelgespräche mit europäischen Staats- und Regierungschefs auf Michels Programm.

USA: Produktivität nimmt weniger als erwartet zu

WASHINGTON - In den USA hat sich die Produktivität der Wirtschaft zum Jahresende etwas weniger verbessert als erwartet. Auf das Jahr hochgerechnet stieg die Produktion je Mitarbeiter und Stunde im vierten Quartal um 1,4 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Analysten hatten einen Zuwachs um 1,6 Prozent erwartet. Die Lohnstückkosten erhöhten sich auf das Jahr hochgerechnet ebenfalls um 1,4 Prozent.

USA: Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinkt stärker als erwartet

WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gesunken. Die Zahl der Anträge fiel in der vergangenen Woche um 15 000 auf 202 000, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur einen leichten Rückgang auf 215 000 Erstanträge erwartet. Die Zahl der Erstanträge in der Woche zuvor wurde geringfügig revidiert, von 216 000 auf 217 000.

ROUNDUP: Weiterer Virus-Nachweis in Deutschland - Zahl der Toten bei 563

PEKING/YOKOHAMA/MÜNCHEN - Mit einem weiteren Nachweis auf das Coronavirus ist die Gesamtzahl der Infizierten in Deutschland auf 13 gestiegen. Der Erreger wurde bei der Frau eines der Patienten aus Bayern nachgewiesen, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. In den vergangenen Tagen war bereits bekannt geworden, dass sich auch zwei Kinder des Paares angesteckt haben. Sie sind Ärzten zufolge - ebenso wie die Mutter - symptomfrei. Auch der gesundheitliche Zustand des Vaters ist stabil.

Tschechische Notenbank hebt Leitzins überraschend an

PRAG - Die tschechische Notenbank hat ihren Leitzins zur Überraschung von Fachleuten angehoben. Wie die Zentralbank am Donnerstag in Prag mitteilte, steigt der Zins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent. Keiner der 20 von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten hatte mit dieser Entscheidung gerechnet. Nach Bekanntwerden der Anhebung legte die tschechische Krone gegenüber Euro und Dollar deutlich zu.

ROUNDUP 2: Chinesen bremsen Investitionen in Europa

STUTTGART/BERLIN - Chinas Unternehmen haben ihre Firmenkäufe und -beteiligungen in Europa zurückgefahren: Investoren aus der Volksrepublik gaben im vergangenen Jahr gut 17 Milliarden Dollar (15,6 Mrd Euro) für Zukäufe und Beteiligungen an Unternehmen in Europa aus. Verglichen mit dem Vorjahr bedeutet das einen starken Rückgang von 45 Prozent. Das hat die Beratungsgesellschaft EY errechnet. Demnach zogen die Aktivitäten chinesischer Firmen im zweiten Halbjahr stark an, nachdem es in der ersten Jahreshälfte nur wenige Transaktionen gegeben hatte.

ROUNDUP 2: Verbraucher bei Bonpflicht gespalten - knappe Mehrheit dagegen

BERLIN - Die neue Kassenbonpflicht in Deutschland ist bei den Verbrauchern hoch umstritten. So lehnt eine knappe Mehrheit der Menschen die Vorschrift ab, doch immerhin gut ein Drittel befürwortet sie - vor allem, weil sie Steuerhinterziehung im Handel erschwere. Das zeigt eine repräsentative Befragung des Marktforschers YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, an der 2071 Menschen teilnahmen. Zugleich können sich nur wenige für elektronische Belege per Mail erwärmen.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.