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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 04.11.2021 - 17.15 Uhr

·Lesedauer: 4 Min.

ROUNDUP: Bank of England hält Leitzins trotz hoher Inflation konstant

LONDON - Die britische Notenbank hat ihren Leitzins trotz anders lautender Spekulationen vorerst nicht angehoben, einen baldigen Zinsschritt aber ins Auge gefasst. Der Leitzins betrage weiterhin 0,1 Prozent, teilte die Bank of England am Donnerstag nach der Sitzung des geldpolitischen Ausschusses in London mit. Analysten hatten mehrheitlich mit dieser Entscheidung gerechnet. An den Finanzmärkten hatte es zuvor Vermutungen gegeben, die Notenbank könnte auf die erhöhte Inflation reagieren und ihren Zins erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie anheben.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gehen weiter zurück

WASHINGTON - Am US-Arbeitsmarkt hat sich die Lage in der vergangenen Woche weiter verbessert. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen im Wochenvergleich um 14 000 auf 269 000, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 275 000 Anträgen gerechnet. Die wöchentlichen Erstanträge gelten als Frühindikator für den Arbeitsmarkt.

ROUNDUP 2: Bremsspuren in der Industrie - weniger Aufträge als erwartet

WIESBADEN/FRANKFURT - Lieferengpässe und Materialmangel hinterlassen immer deutlichere Spuren in der deutschen Industrie. Zwar gingen im September mehr Aufträge beim Verarbeitenden Gewerbe ein als im Vormonat, das Plus fiel aber geringer aus als erwartet. "Sind Rohstoffe und Vorprodukte nicht verfügbar, verzichtet so manches Unternehmen auf eine Bestellung", erläuterte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Lichtensteiner VP Bank. Aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertags wird das globale wirtschaftliche Umfeld ungemütlicher, vor allem Lieferkettenprobleme spitzen sich zu.

USA: Handelsbilanzdefizit steigt auf Rekordwert

WASHINGTON - Das Außenhandelsdefizit der USA ist im September auf einen Rekordwert gestiegen. Das Defizit habe von 72,8 Milliarden auf 80,9 Milliarden US-Dollar zugelegt, teilte das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Defizit von 80,2 Milliarden Dollar gerechnet.

USA: Produktivität bricht ein - Lohnstückkosten steigen stark

WASHINGTON - Die Produktivität der US-Wirtschaft ist im dritten Quartal regelrecht eingebrochen. Das Verhältnis von Produktion und Arbeitszeit fiel auf das Jahr hochgerechnet um 5,0 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das ist der deutlichste Rückgang seit 40 Jahren. Analysten hatten mit einem Rückgang um 3,1 Prozent gerechnet.

Ifo: Mehr Kurzarbeit in der Industrie

MÜNCHEN - Teilemangel und Lieferengpässe führen nach einer neuen Einschätzung des Ifo-Instituts wieder zu vermehrter Kurzarbeit in der Industrie. Während die Zahl der Kurzarbeiter insgesamt im Oktober kräftig gesunken ist, stieg sie gegen den allgemeinen Trend in der Industrie wieder an. Das berichteten die Münchner Ökonomen am Donnerstag.

ROUNDUP 2: US-Notenbank drosselt Krisenhilfen - Zinsen bleiben vorerst niedrig

WASHINGTON - Die US-Notenbank leitet mit der Drosselung ihrer milliardenschweren Anleihekäufe eine Normalisierung ihrer ultralockeren Geldpolitik ein. Zugleich betont die Federal Reserve (Fed), dass Zinserhöhungen in den USA noch kein akutes Thema seien. Das kommt bei Anlegern gut an. Doch Kritiker fordern angesichts soliden Wachstums und zunehmender Inflationsrisiken einen entschlosseneren Ausstieg aus dem Corona-Krisenmodus. Dabei dürfte die Zinswende in den USA wohl früher erfolgen als im Euroraum.

Tschechische Notenbank erhöht Leitzins deutlich stärker als erwartet

PRAG - Die tschechische Nationalbank hat ihren Leitzins wegen der hohen Inflation stärker als erwartet angehoben. Er steigt um 1,25 Prozentpunkte auf 2,75 Prozent, wie die Notenbank am Donnerstag in Prag mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einer Erhöhung auf 2,25 Prozent gerechnet. Es ist die stärkste Zinserhöhung seit 24 Jahren und die vierte in Folge.

ROUNDUP 3: Koalition in Israel übersteht Haushalts-Votum, Neuwahl abgewendet

TEL AVIV - Israels Parlament hat dem Haushalt 2021 zugestimmt - und der Regierung von Ministerpräsident Naftali Bennett erst einmal das Überleben gesichert. Eine Neuwahl ist damit vorerst vom Tisch. "Ein Feiertag für den Staat Israel", jubelte der Premierminister von der ultrarechten Jamina-Partei nach der Abstimmung in den frühen Morgenstunden am Donnerstag auf Twitter. Bennett versprach zugleich: "Wir machen mit aller Kraft weiter."

Eurozone: Erzeugerpreise steigen mit Rekordtempo

LUXEMBURG - Der Preisanstieg auf Herstellerebene in der Eurozone hat sich erneut beschleunigt. Die Erzeugerpreise legten im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 16,0 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Das ist die höchste Rate seit Beginn der Währungsunion im Jahr 1999. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 15,4 Prozent gerechnet. Im August hatte die Rate noch bei 13,4 Prozent gelegen.

Eurozone: Unternehmensstimmung trübt sich weiter ein

LONDON - Die Unternehmensstimmung in der Eurozone hat sich im Oktober zum dritten Mal in Folge eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex des Marktforschungsunternehmens IHS Markit fiel gegenüber dem Vormonat um 2,0 Punkte auf 54,2 Zähler, wie Markit am Donnerstag in London nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Das Resultat der ersten Erhebung wurde leicht nach unten korrigiert. Mit dem neuerlichen Rückgang hat sich der Indikator deutlich von seinem im Juli markierten 15-Jahreshoch entfernt. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor trübte sich die Stimmung ein.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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